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Fukushima aktuell: Rinder weiden auf einstiger Sperrgebietswiese

Rinderzüchter begrüßen die neuste Entwicklung

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Artikelbild - Wagyu-Rind (Foto: cgoodwin, cc-by)
Präfektur Fukushima; Weiden zur Rinderzucht testweise freigegeben (Symbolfoto: cgoodwin, cc-by)

Die Weidegenehmigung auf Wiesen einer einstigen Sperrgebietsgemeinde wird von Rinderzüchtern in Fukushima heute mit Freude wahrgenommen. Unterdessen werden wie im Fall früherer Fukushima-News, auch bei der Kontamination in Ibaraki erste Mängel bekannt.

Einzelheiten gibt es in beiden Fällen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Juni 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Rinder weiden testweise auf früherer Sperrgebietswiese
  • Behälter des Ibaraki-Zwischenfalls wurde jahrzehntelang nicht kontrolliert
  • Höhere Gesamtbelastung von Angestelltem nach Ibaraki-Zwischenfall
Rinder weiden testweise auf früherer Sperrgebietswiese

Am gestrigen Mittwoch begann in der Ortschaft Iitate eine mehrmonatige Versuchsreihe auf Weideland. Es ist das erste Mal seit der Kraftwerkskatastrophe, dass dort wieder Rinder grasen dürfen.

Nach der weitgehenden Freigabe von Iitate Im März 2017 bei der lediglich einzelne Ortsteile aufgrund der dortigen Radioaktivität ausgenommen wurde, dienen die dortigen Nutzflächen somit nun als  wissenschaftliches Forschungsobjekt.

Zunächst sollen Rinder über einen Zeitraum von zwei Monaten auf der dekontaminierten Weide von zwei Hektar grasen und dann ermittelt werden, ob es dabei zur Aufnahme von radioaktivem Material bei den Tieren kommt und wie groß diese Menge ist.

Sollte der Test zufriedenstellend verlaufen, könnten ab kommendem Jahr die Zahl der zunächst sechs Rinder weiter vergrößert werden.

Evakuierte Einwohner von Iitate begrüßten dieses Forschunsprojekt und erklärten, dies sei ein Schritt zur Wiederbelebung der Gemeinde, die einst für ihre Viehzucht bekannt war. Über die testweise Freigabe der Weidefläche berichteten Präfekturmedien.

Bemühungen zur Wiederbelebung der Rinderzucht im einstigen Sperrgebiet gab es bereits zuvor, doch dies ist das erste mal, dass in Iitate testweise eine solche Weidefläche genehmigt wurde.

Behälter des Ibaraki-Zwischenfalls wurde jahrzehntelang nicht kontrolliert

Bereits zwei Tage nach dem Zwischenfall an einem Nuklearforschungszentrum (Spreadnews berichtete gestern) in der Präfektur Ibaraki, gibt es neue Erkenntnisse über die Hintergründe der Geschehnisse.

Bislang war bekannt, dass Angestellte beim Öffnen eines Metallbehälters offenbar auch einen Beutel im Inneren beschädigt hatten, so dass sie radioaktives Material einatmeten.

Wie heute veröffentlicht wurde, war das Bewegen des Behälters Teil einer Maßnahme zur Verbesserung der Lagerungsbedingungen. Denn, so heißt es, der Behälter war 1991 versiegelt worden und blieb demnach die folgenden 26 Jahre ungeöffnet.

Jetzt wird das Lagerungskonzept überprüft und wie sich zeigte, gab es keine Vorgaben für die zeitlichen Abstände und die Häufigkeit von Kontrollen über den Zustand des eingelagerten Materials, oder der verwendeten Behältnisse.

Da das Material lange Zeit nicht an einem bestimmten Sammellager, sondern in mehreren Einrichtungen der Anlage verstreut gelagert wird, ist eine regelmäßige Kontrolle schwierig – einen Umstand, den man im Februar beschlossen hatte zu ändern.

Über die aktuellen Erkenntnisse berichteten Präfekturmedien.

Höhere Gesamtbelastung von Angestelltem nach Ibaraki-Zwischenfall

In einem heutigen Gespräch mit der japanischen Atomenergiebehörde JAEA, die das Nuklearforschungszentrum Oarai betreibt, wurden weitere Angaben über die Gesamtbelastung eines Arbeiters gemacht.

Nachdem bereits hohe Werte an Plutonium in der Lunge des Angestellten nachgewiesen wurden, sei nun davon auszugehen, dass sich die Gesamtmenge des im Körper inkorporierten Materials auf über 360.000 Becquerel belaufe.

Da dies jedoch lediglich eine Schätzung sei, die darauf beruht, dass das Material durch den Blutkreislauf auch in andere Organe, sowie die Knochen gelangt ist, habe man sich zunächst nur zur Veröffentlichung der Lungenwerte entschieden.

Dies sei ein bislang nicht gekannter Grad an interner Strahlungsbelastung und man müsse nun beobachten, ob es Entwicklungen gebe, die langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen könnten. Das berichteten NHK und Präfekturmedien.

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