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Fukushima aktuell: Rinderzucht kehrt in einstiges Sperrgebiet zurück

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Artikelbild - Wagyu-Rind (Foto: cgoodwin, cc-by)
Präfektur Fukushima; Weiden zur Rinderzucht testweise freigegeben (Symbolfoto: cgoodwin, cc-by)

Das Schicksal der Rinder im Sperrgebiet wurde auch in internationalen Medien behandelt und wie aus der Präfektur Fukushima heute zu hören ist, bemüht man sich nun um Normalität und Fortschritt.

Unterdessen berichten weitere Fukushima News über Diskussionen um kontaminiertes Erdreich, fehlende Evakuierungspläne und weitere Themen. Die detaillierten Ausführungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. März 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Rinderzucht in Fukushima wieder aufgenommen
  • Expertentreffen zur Wiederverwendung von kontaminiertem Erdreich
  • Fehlende Notfallpläne für künftige Freigabe-Gemeinden
  • Regierung will neuen TEPCO-Präsidenten
Rinderzucht in Fukushima wieder aufgenommen

Mittlerweile sind auch außerhalb Japans einige Personen bekannt, die selbst nach der offiziellen Evakuierungsanordnung in den Sperrgebietsgemeinden blieben, um sich dort um die verbliebenen Tiere zu kümmern.

So ist der Rinderzüchter Masami Yoshizawa für seine „Farm der Hoffnung“ bekannt geworden und Naoto Matsumura in Tomioka als Versorger für verschiedene freilaufende Tiere. Jetzt könnte, neben diesen Aktivisten, auch etwas Normalität einkehren.

Nun wurde in Katsurao das erste Mal seit der AKW-Katastrophe die Zucht von Nutzvieh wieder aufgenommen. Die Rinderzüchter wollen die einstige Hauptindustrie der Ortschaft wiederbeleben und so zum Wiederaufbau beitragen..

Am Samstag konnte sich Kunihisa Matsumoto über vier zurückgekehrte Rinder, als auch über die von ihm mitgebrachten Tiere freuen. Vor der Kraftwerkskrise waren etwa 100 Familien in der Rinderzucht beschäftigt.

Bis Ende des Jahres will die Gemeinde alle evakuierten Tiere wieder zurückführen. Dann sollen etwa 24 Haushalte wieder in der Lage sein, die Rinderzucht aufzunehmen. Über diese Fortschritte berichteten Präfekturmedien.

In der Vergangenheit hatte die ausgedehnte Keulung von Tieren mediale Aufmerksamkeit erregt und schließlich war mit „Hibaku-ushi to ikiru“ sogar ein Kinofilm über Fukushima-Rinder veröffentlicht worden.

Expertentreffen zur Wiederverwendung von kontaminiertem Erdreich

Am heutigen Montag begann ein Expertentreffen des Umweltministeriums. Thema der Gespräche ist die Reduzierung und Wiederverwendung von radioaktiv belastetem Erdreich, dass bei Dekontaminationsarbeiten in der Region anfällt.

Das Ministerium plant die Gründung einer Organisation, die landesweit PR-Aktionen für die Maßnahme durchführen soll, um Akzeptanz und Zustimmung in der Bevölkerung zu gewinnen. Das berichten Präfekturmedien.

Es gibt umfangreiche Kritik an den Recycling-Plänen. Einer der Gründe hierfür ist, dass schließlich bekannt wurde, dass die auf fragwürdige Weise durchgeboxte Entscheidung zur Wiederverwendung finanziell motiviert war.

Fehlende Notfallpläne für künftige Freigabe-Gemeinden

Obwohl bereits Anfang kommenden Monats die Evakuierungsanordnung für weitere Gemeinden aufgehoben werden sollen, haben fünf der insgesamt 11 evakuierten Ortschaften, keinen Notfallplan für AKW-Störfälle.

Ausgerechnet Gemeinden wie Katsurao, in denen man um eine Wiederbelebung bemüht ist, fehlt es bislang an Evakuierungsplänen. Grund hierfür sei, das man keine Experten hierfür habe, keine Unterstützung erhalte und in der Verwaltung personell unterbesetzt sei.

Aus der Gemeinde Iitate wird dagegen erklärt, es sei schwierig einen detaillierten Evakuierungsplan auszuarbeiten, so lange man nicht wisse, wie viele der früheren Einwohner überhaupt zur Rückkehr in ihren Heimartort bereit sind.

Auf der anderen Seite gibt es die Extrembeispiele von Tomioka und Namie. Deren Notfallpläne sehen die sofortige vollständige Evakuierung aller Einwohner vor – denn zu groß ist das Misstrauen der Bürger gegenüber den offiziellen Angaben.

Rechtlich gesehen ist eine Evakuierung für Gemeinden innerhalb eines Radius von fünf Kilometern um ein Kernkraftwerk zwingend vorgeschrieben, falls es dort zu einem ernsten Störfall kommt..

Im Umkreis von 30 Kilomtern werden Bürger angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben und sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Wird eine stündliche Strahlungsbelastung von 29 Mikrosievert gemessen, sollte die Evakuierung maximal eine Woche dauern.

Sofern die stündliche Strahlung mehr als 500 Mikrosievert beträgt, wird eine sofortige Evakuierung der Einwohner empfohlen. Über den Status der Evakuierungspläne in den Gemeinden berichtete die Mainichi Shimbun.

Regierung will neuen TEPCO-Präsidenten

Die japanische Regierung plant offenbar, mit Naomi Hirose den bisherigen Präsidenten des AKW-Betreibers TEPCO abzusetzen und durch Tomoaki Kobayakawa zu ersetzen. Das berichteten Quellen aus Regierungskreisen am Sonntag.

Bereits jetzt bekannt ist der Plan, den derzeitigen Vorsitzenden Fumio Sudo abzusetzen. Seine Stelle soll Takashi Kawamura übernehmen , der derzeit einen Posten bei Hitachi Ltd, inne hat.

Da das Unternehmen seit der AKW-Krise praktisch gänzlich unter staatlicher Kontrolle ist, sind derartige Entscheidungen nicht ungewöhnlich und Teil der Umstrukturierung des Elektrizitätsanbieters.

Die Änderungen will TEPCO am Freitag bekannt geben. Mit der Übernahme der neuen Posten und der Einsetzung des neuen Management-Teams wird nach einer Aktionärsversammlung im Juni gerechnet. Das berichtete die jiji.

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