Fukushima aktuell: Rinderzuchtbetrieb verklagt TEPCO und Regierung

Fukushima aktuell: Rinderzuchtbetrieb verklagt TEPCO und Regierung

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Artikelbild - Wagyu-Rind (Foto: cgoodwin, cc-by)
Präfektur Fukushima; Weiden zur Rinderzucht testweise freigegeben (Symbolfoto: cgoodwin, cc-by)

Die Folgen der Kraftwerkskatastrophe sind für Unternehmen der Präfektur Fukushima heute noch spürbar und so bleiben Entschädigungsforderungen von Betrieben nicht aus. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Juli 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Rinderzuchtbetrieb verklagt TEPCO und Regierung
  • Hintergründe zur illegalen Abfallentsorgung
  • Symposium zur Fukushima-Bewältigung eröffnet

Rinderzuchtbetrieb verklagt TEPCO und Regierung: In einer am 16 Juli eingereichten Klage vor einem Gericht in Koriyama (Präf. Fukushima), fordert ein Rinderzuchtbetrieb 500 Millionen Yen Schadensersatz.

Der Kläger Bokujo Ueno, nannte als Gründe für die Forderung den Preisverfall bei Schlachtrindern und die Kosten der Entsorgung von anfallendem Dung aufgrund gesunkener Verkaufszahlen. Alleine die Entsorgungskosten der 17.000 Tonnen Mist schätzt der Betrieb auf zwei Milliarden Yen.

Es handelt es sich um einen der größten Rinderzuchtbetriebe der Präfektur. Er verfügt über 2.600 Stück Vieh, die auf Anlagen in Tamura und Koriyama aufgezogen werden.

Insgesamt 200 Millionen der Klagesumme werden von TEPCO eingefordert, da das Unternehmen sich zum Ausgleich von Einkommenseinbußen verpflichtet hat. Der Kraftwerksbetreiber erklärte, man werde sich der Angelegenheit nach der Anhörung vor Gericht sorgfältig annehmen.

Die Regierung lehnte eine Stellungnahme unter Verweis auf den Umstand, dass dort noch keine schriftliche Klage vorliege, ab. Über die Klage berichtete die Asahi Shimbun.

Hintergründe zur illegalen Abfallentsorgung: Am Donnerstag berichteten wir über die illegale Beseitigung von radioaktiv belasteten Ästen und Zweigen durch einen Verantwortlichen einer Dekontaminationsmaßnahme.

Am Freitag wurden weitere Einzelheiten über den Fall in Minamisoma (Präf. Fukushima) bekannt. Demnach gehen die Ermittler nun davon aus, dass der Verdächtige an insgesamt drei Orten illegalerweise kontaminierte Abfälle in Gruben entsorgte.

Die Gesamtmenge unerlaubt beseitigter Dekontaminationsabfälle wird – einschließlich der 3,4 Tonnen im Waldgebiet des Bezirks Odaka – auf etwa acht Tonnen geschätzt. Die an der Oberfläche der nachgewiesene Strahlungsdosis lag bei 0,5 Mikrosievert pro Stunde.

Im Regelfall müssen radioaktiv belastete Abfälle in Kunststoffsäcken, oder geeigneten Behältern aufbewahrt und in Zwischenlagern gesammelt werden.

Der Festgenommene war bei einem Subunternehmen beschäftigt, das im Auftrag des Umweltministeriums an den Dekontaminationsarbeiten in Minamisoma beteiligt war. Über die aktuellen Erkenntnisse berichteten Präfekturmedien.

Symposium zur Fukushima-Bewältigung eröffnet: Am Donnerstag begann ein Symposium unter Mitwirkung des Internationalen Forschungszentrum für Reaktorstilllegung (IRID) zu den Arbeiten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Die Redner wiesen dabei auch auf die Dringlichkeit der Dekontaminationsarbeiten an den Reaktorgebäuden der Anlage hin.

So werde etwa bereits im Erdgeschoss von Reaktor 3 eine stündliche Strahlungsbelastung von 4780 Millisievert gemessen. Angesichts solcher Zahlen wäre die Reduzierung des Strahlungsniveaus durch Dekontamination unbedingt erforderlich.

Nach diesen Ausführungen von Kiyoshi Oikawa, dem Direktor der IRID, sprach auch Naohiro Masuda von TEPCO. Er schilderte die gegenwärtige Situation und die geplanten Schritte zur Bergung der Brennelemente aus dem dortigen Abklingbecken.

Während dort Dekontaminationsarbeiten laufen, werden im obersten Stockwerk des Betriebsraums immer noch 212 Millisievert pro Stunde gemessen. Hier sei der Einsatz eines Dekontaminationsroboters als mögliches Mittel zur Reduzierung des Strahlungsniveaus zu erwägen.

Eine Demonstration der Untersuchung eines Sicherheitsbehälters durch den Roboter, erregte am Rande der Veranstaltung das Interesse der Zuschauer. Zu dem Treffen waren etwa 300 Menschen gekommen. Das berichten Präfekturmedien.

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