Fukushima aktuell: Riskante Trümmerbergung an Reaktor 3

Fukushima aktuell: Riskante Trümmerbergung an Reaktor 3

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Großbergung von Trümmern am 2. August 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Trümerräumung führt zu temporärem Ausfall des Kühlsystems (Symbolfoto: Großbergung von Trümmern am 2. August 2015, TEPCO)

TEPCO meldete am Wochenende riskante Bergungsarbeiten an einem der Reaktoren. Diese Maßnahme, sowie weitere Neuigkeiten, halten das AKW Fukushima heute weiter im Mittelpunkt. Die aktuellen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. August 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Riskante Trümmerbergung an Reaktor 3 abgeschlossen
  • Alarm an Strahlungsmessposten
  • Unklarer Todesfall eines AKW-Arbeiters
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Konbini-Filiale in Iitate eröffnet

Riskante Trümmerbergung an Reaktor 3 abgeschlossen: Am Samstag führte TEPCO die größte Räumungsaktion seit der Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 durch.

Im Rahmen der Maßnahme wurde das insgesamt 35 Tonnen schwere Teil der zerstörten Brennelemente – Wechselmaschine am Abklingbecken von Reaktor 3 geborgen.

Fukushima-Reaktor 3: Trümmerbergung am 2. August 2015 (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Trümmerbergung am 2. August 2015 (Video: TEPCO)

Um die Struktur bergen zu können, musste TEPCO das Objekt unter Wasser mit einem Schneidewerkzeug teilen, so dass es nur noch ein Transportgewicht von 20 Tonnen hatte.

Die gesamte Aktion wurde aufgrund der hohen Strahlung vor Ort mit zwei ferngesteuerten Kränen durchgeführt, die mit extra angefertigten Greifwerkzeugen ausgerüstet waren.

Die Strahlung im oberen Bereich des Reaktorgebäudes beträgt nach Medienangaben etwa 220 Millisievert pro Stunde.

Das besondere Risiko bestand in der Gefahr, dass das 14 Meter lange Trümmerteil ins Becken fallen und auf die dort gelagerten 566 Brennelemente stürzen könnte.

Bereits die Ankündigung der Großbergung war daher sowohl mit Interesse, als auch mit Besorgnis aufgenommen worden.

Doch nach etwa 80 Minuten war die am Mittag begonnene Maßnahme abgeschlossen, ohne das es Zwischenfälle gab. Auch die Messposten hätten keine Abweichungen gezeigt.

Das Unternehmen spricht im Bezug auf die Bergungsaktion von einem großen Erfolg, der die künftige Trümmerräumung aus dem Dachbereich des Gebäudes erleichtern wird.

Die Anlage zum Wechseln der Brennelemente im Becken, war durch die Wasserstoffexplosion vom 14. März 2011 praktisch zerstört worden.

Nach der Entfernung der kleineren Trümmerteile aus dem Becken, will der Kraftwerksbetreiber Bergungsgerät im oberen Bereich des Reaktors anbringen. Die Bergung der Brennelemente soll im Januar 2018 anlaufen.

Über den Erfolg der großen Trümmerräumung berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Alarm an Strahlungsmessposten: Am Samstag ertönte gegen 10:56 Uhr ein Alarm an einem der Messposten auf dem Kraftwerksgelände, der auf einen Anstieg radioaktiven Materials in der Luft hinwies.

Allerdings kehrte der angezeigte Wert umgehend wieder in den Normalbereich zurück. Die übrigen Messposten wiesen keine Auffälligkeiten der Luftbelastung nach. Offenbar handelte es sich um einen Fehlalarm.

Kraftwerksbetreiber TEPCO betonte, zum Zeitpunkt des Alarms habe es keine Arbeiten an Reaktor 1 gegeben. Dort war das erste Dachpaneel des Schutzmantels entfernt worden.

Diese Arbeiten waren mit Sorge beobachtet worden, nachdem im Zuge von Trümmerräumungen an Reaktor 3 eine Kontamination von Reisfeldern aufgetreten war.

Experten hatten später einen Zusammenhang zwischen Räumarbeiten und der Kontamination für unwahrscheinlich erklärt.

Unklarer Todesfall eines AKW-Arbeiters: Am Samstag klagte ein Angestellter eines Partnerunternehmens nach Abschluss seiner Arbeit gegen 14:47 Uhr über gesundheitliche Probleme.

Er wurde auf seinem Rückweg umgehend von einem Krankenwagen in das Krankenhaus Iwaki gebracht. Dort stellten die Ärzte später seinen Tod fest.

Es gab weder am Samstag noch am Sonntag Angaben über einen möglichen Zusammenhang mit seiner Arbeit.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am vergangenen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO, die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Juni 2015.

Fukushima-Arbeiter am Bus 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Daten zur Belastung der AKW-Arbeiter veröffentlicht (Symbolfoto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO , waren im Juni 2015 insgesamt 420 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 11,21 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von Ende Juli befassen wird, soll gegen Ende August  eingereicht werden.

Konbini-Filiale in Iitate eröffnet: Am vergangenen Freitag wurde  in der Ortschaft Iitate, innerhalb des Sperrgebiets, ein Ableger der Konbini-Kette „Seven-Eleven“ (7-11) eröffnet.

Tokyo: Konbini-Fililale 7-Eleven mit Notstrom im März 2011 (Foto: KJ)
Tokyo: 7-Eleven Filiale mit Notstrom im März 2011 (Foto: KJ)

Nachdem zuvor alle anderen Läden geschlossen worden waren, handelt es sich um das einzig verbliebene kommerzielle Angebot von Lebensmitteln in der Gemeinde.

Von dem Geschäft, das von Montag bis Sonntag jeweils acht Stunden lang geöffnet haben wird, erhofft man sich eine Steigerung der Rückkehrbereitschaft bei den früheren Einwohnern.

Über die Eröffnung des Übergangsangebots berichteten Präfekturmedien.

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