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Fukushima aktuell: Risse an Brennelement in Abklingbecken von Reaktor 4 entdeckt

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Fukushima-Reaktor 4: Risse an Brennelement am 27. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Risse an Brennelement am 27. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Nachdem TEPCO bislang 132 der 1.533 Brennelemente offenbar ohne Probleme bergen konnte, sind es am AKW Fukushima heute Fehler der Vergangenheit, die das Unternehmen einholen. An anderer Stelle der Anlage gibt es dagegen neue Probleme. Einzelheiten der Fukushima News, sowie weitere Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Dezember 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Risse an Brennelement in Abklingbecken von Reaktor 4
  • Leck nach Bolzenschaden an Lagertank
  • Verwerfung unter AKW Oi als nicht aktiv beurteilt

Risse an Brennelement in Abklingbecken von Reaktor 4: Am gestrigen Donnerstag wurde bei den Arbeiten im Abklingbecken von Reaktor 4 eines jener Brennelemente entdeckt, bei denen es im April 1982 aufgrund falscher Handhabung zu Verformungen des Brennelements gekommen war. In diesem Fall war eine leichte Neigung des Brennelements aufgetreten.

Fukushima-Reaktor 4: Riss an Brennelement am 27. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Riss an Brennelement am 26./27. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Bei einer gestern durchgeführten visuellen Kontrolle wurden dann Strukturen entdeckt, die von TEPCO als Risse eingestuft werden. Das Unternehmen plant nun, das Brennelement nach Abschluss der Untersuchungen wieder in die ursprüngliche Position zu bringen.

Der Kraftwerksbetreiber begleitet seine vergleichsweise kurzen Ausführungen mit zwei Fotos, auf denen die rissartigen Strukturen zu erkennen sind.

Nach Angaben des Elektrizitätsanbieters kam es während der Arbeiten zu keinem Strahlungsanstieg innerhalb des Beckens. Auch ein Anstieg der Umgebungsradioaktivität sei nicht festgestellt worden.

Leck nach Bolzenschaden an Lagertank: Am gestrigen Donnerstag entdeckte ein Angestellter bei einer Reparaturkontrolle eines Verbindungsstücks gegen 11:00 Uhr, das Wasser zwischen zwei Seitenplatten an einem Behälter im Bereich C5 austrat. Dies sei mit einer Geschwindkeit von einem Tropfen alle drei Sekunden geschehen.

Aufgrund von Planen die dort ausgebracht waren, sei das Wasser nicht in die Umgebung gelangt. Allerdings wurde aufgrund des Lecks ein Teil des Wassertransfers zwischen Behältern eingestellt. In den Behältern des Bereichs C5 wird Wasser aus den Turbinengebäuden der Reaktoren 5 und 6 gelagert.

Heute bekannt gegebene Strahlungskontrollen ergaben Werte an radioaktivem Cäsium-134 und Cäsium-137 von 34 bzw. 93 Becquerel pro Liter. Auch Cobalt-60 konnte nachgewiesen werden und erreichte eine Konzentration von 26 Becquerel pro Liter. Zusätzlich zu den Testergebnissen wurde auch bekannt gegeben, dass an einem Bolzen nahe der Leckstelle Schäden festgestellt werden konnten. Diesbezügliche Untersuchungen dauerten noch an.

Verwerfung unter AKW Oi als nicht aktiv beurteilt: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA legte heute sieben Experten, die nicht mit der Beurteilung der Anlage in Zusammenhang stehen einen Bericht vor, in dem die Behörde zu dem Schluss kommt, die geologische Verwerfung F6 unter der Anlage sei nicht aktiv.

Zu dieser Überzeugung war die NRA nach mehrfachen Untersuchungen der Verwerfung gelangt. Die heute befragten externen Experten hatten keine Einwände im Bezug auf diese Einschätzung. Einige forderten lediglich, die Erklärungen zu technischen Daten, beispielsweise von Bohrungen und den Ausformungen vulkanischer Asche, besser nachvollziehbar zu formulieren.

Insgesamt werden sechs Kernkraftwerke durch geologische Untersuchungen auf ihre Anfälligkeiten gegenüber Erdbeben geprüft. Sollte sich bei ihnen eine der kritischen Verwerfung auf dem Gelände der Anlage, oder dessen Nähe als aktiv erweisen, hätte dies praktsch die endgültige Stilllegung der Anlage zur Folge.

Das AKW Oi (Präf Fukui) ist damit das erste dieser Kraftwerke, an denen diese Untersuchungen zu einem positiven Ergebnis für den Betreiber kamen. Damit ist eine wichtige Bedingung für einen Neustart von Reaktoren erfüllt. Nach Meldung der NHK will die Atomaufsicht zu Beginn kommenden Jahres einen Endbericht vorlegen.

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