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Fukushima aktuell: Risse und Verformungen an Brennelement

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Artikelbild - Beschädigtes Brennelement aus Abklingbecken von Reaktor 4 am 27. Dezember 2013 (Video: TEPCO)
Beschädigtes Brennelement aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am 27. Dezember 2013 (Video: TEPCO)

Mit Videomaterial gewährt der Betreiber des AKW Fukushima heute Einblick auf die Folgen und gegenwärtige Situation der Anlage nach den Katastrophen vom März 2011. Doch auch gegenwärtig gibt es noch Probleme am Kraftwerk und juristisch ist die Krise für TEPCO ebenfalls noch nicht ausgestanden.

Einzelheiten zu diesen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Video zu Rissen und Verformungen an Brennelement veröffentlicht
  • Leck an Wasserleitung für Ausgleichstank
  • TEPCO dokumentiert Räumarbeiten auf Küstenseite
  • Bürgergruppe verklagt Hersteller des AKW Fukushima Daiichi

Video zu Rissen und Verformungen an Brennelement veröffentlicht: Der Betreiber des AKW Fukushima veröffentlichte heute zwar eine Reihe von Videoaufnahmen, jedoch ohne diese mit direkten Presseerklärungen zu versehen. So sind etwa Aufnahmen eines Brennelements verfügbar, das nun untersucht wird.

Dabei ist jedoch wenig mehr zu sehen, als die Fläche des zerkratzten Brennelements. Diese wird von vier Seiten gezeigt. Neben der Aufhängung, an der die Elemente geborgen werden, ist auch der untere Bereich zu sehen.

Auch präsentiert TEPCO Videomaterial eines weiteren Brennelements. Auf diesem sind, im Vergleich zu den Voraufnahmen, deutliche Risse und Deformierungen zu erkennen. Die Aufnahmen stammen vom Ende vergangenen Jahres und werden auf den 26. bzw. 27. Dezember 2013 datiert.

AKW Fukushima: Schäden an Brennelement aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am 27. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schäden an Brennelement aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 am 27. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Mit Stand vom 27. Januar sind bislang 220 der insgesamt  1533 Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 entfernt und im Rahmen von zehn Transporten in das gemeinsame Lagerbecken eines nahe gelegenen Gebäudes transferiert worden.

Dabei handelt es sich um 198 der 1.331 abgebrannten und 22 der 202 ungenutzten Brennelemente.

Die Arbeiten zur Bergung abgebrannter Brennelemente waren Ende November des Vorjahres angelaufen (Spreadnews berichtete am 26. November 2013).

Leck an Wasserleitung für Ausgleichstank: Am heutigen Donnerstag entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens, dass am Verbindungsstück eines Schlauchs an der Einlassöffnung nahe Reaktor 1, Wasser heraustropfte. Gegen 9:54 Uhr informierte er seinen Arbeitgeber.

Eine Untersuchung vor Ort ergab, dass es sich bei dem Wasser, das aus dem Feuerwehrschlauch stammt, mit dem gefiltertes Wasser in den Ausgleichsbehälter für das Abklingbecken von Reaktor 1 handelt.

Das Wasser gelangte nicht in die Umgebung, da die austretende Flüssigkeit, die mit einer Geschwindigkeit von zwei Tropfen pro Sekunde herausdrang, in einem Behälter aufgefangen wurde, der unter dem betroffenen Verbindungsstück angebracht war. Arbeiten an dem Schlauch sorgten dafür, dass gegen 10:46 der Wasseraustritt endete.

Die Kühlung des Abklingbeckens ist nach Angaben von TEPCO durch den Zwischenfall nicht betroffen, da die Versorgung mit gefiltertem Wasser durch das Systen anderweitig gesichert sei, erklärte das Unternehmen.

TEPCO dokumentiert Räumarbeiten auf Küstenseite: Mit einer Reihe von Vergleichsaufnahmen präsentiert der Elektrizitätskonzern den Fortschritt seiner Anstrengungen bei den Aufräumarbeiten an der Küstenseite der Kraftwerksanlage. Zeitangaben, wann die Aufnahmen gemacht wurden, gab es jedoch nicht.

AKW Fukushima: Fortschritt der Räumarbeiten auf der Seeseite (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Fortschritt der Räumarbeiten auf der Seeseite (Foto: TEPCO)

Die Fotos zeigen den Zustand von Teilen des Gebiets und dem Inneren von Gebäuden sowohl vor, als auch nach den Räumarbeiten. Dabei wird vor allem deutlich, welchen Anteil die Fahrzeugwracks an den Katastrophentrümmern auf der Anlage haben.

Diese wurden durch die Wellen des Tsunami etwa zwischen Gebäude gequetscht und in Gebäude gedrückt. Auch die erfolgreiche Entfernung von Trümmern von Strukturen der Anlage wird in den Bildern gezeigt.

Ob besondere Absichten mit den Räumarbeiten verbunden sind, die über einen leichteren Zugang des Geländes hinausgehen, wurde von Betreiberseite nicht gemeldet. Allerdings ist das Unternehmen derzeit ohnehin mit Arbeiten im Küstenbereich beschäftigt.

Bürgergruppe verklagt Hersteller des AKW Fukushima Daiichi: Eine Gruppe von etwa 1.400 Personen, zu denen neben Einwohnern der Präfektur Fukushima auch Menschen außerhalb Japans zählen, haben die japanischen Unternehmen Toshiba und Hitachi, sowie General Electric auf Schadensersatz verklagt.

Auch wenn gesetzlich nur der Betreiber für Schäden haftbar zu machen ist, vertreten die jetzigen Kläger den Standpunkt, die Hersteller von Kernkraftwerken aus ihrer Verantwortung zu entlassen, widerspreche der japanischen Verfassung. Auch ihre Rechtsanwälte betonen, die Ausnahme von Herstellern diene nur dem Schutz der Atomindustrie.

Die Kläger fordern von den drei Unternehmen, pro Kläger einen Betrag von 100 Yen zu zahlen – und streben an, ihre eigene Zahl auf 10.000 Personen auszudehnen. Nach Angaben der NHK war keiner der Kraftwerksproduzenten zu einer Stellungnahme bereit.

4 KOMMENTARE

  1. Vielen Dank für Ihre aufwendige Zusammenstellung. Spreadnews ist die einzige Site, auf der ich tagesaktuelle Infos zu Fukushima finde. Es ist unfassbar, dass die restliche Medienwelt das Thema anscheinend schon abgeschrieben hat.

  2. Dem kann ich mich nur anschließen. Vielen Dank für die unermütlichen und gründlichen Informationen über eine der größten zivilen Katastrophen der Menschheit!

  3. Es ist erstaunlich, dass nach wie vor nicht wahrgenommen wir,d worum es sich hier handelt: Die Nutzung von Atomenergie ist vergleichbar der Konstruktion eines Riegels zwischen zwei Existenzebenen. Wenn dieser Riegel zerbricht, wie in Fukushima geschehen, kann kein von Menschenhand hergestelltes Equipment diesen Mechanismus wieder herstellen. Die Elementarkräfte, die hier wirken sind viel zu stark. Ein Riss im Gefüge des Seins.

  4. Der Film „Friedlich in die Katastrophe“ macht die Zusammenhänge deutlich und am liebsten möchte man es nicht für wahr nehmen. Die Frage die bleibt, ist doch „Was kann ich als kleines Element im Gefüge des Seins tun, um weitere Risse zu verhindern?“

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