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Fukushima aktuell: Roboter soll Dekontamination in Reaktor unterstützen

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Artikelbild - Arbeitsroboter MEISTeR (Foto: Mitsubishi Heavy Industries/TEPCO)
Fukushima-Einsatz für Arbeitsroboter MEISTeR (Foto: Mitsubishi Heavy Industries/TEPCO)

TEPCO bemüht sich am Kernkraftwerk in Fukushima heute, um Fortschritte bei den Arbeiten in den Reaktorgebäuden, führt jedoch auch erneut Verklappungsmaßnahmen durch. Weitere Fukushima News befassen sich unter anderem auch mit zwei technischen Projekten. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Juni 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Reinigungsarbeiten in Fukushima-Reaktor 3
  • Sechste Grundwasserverklappung durchgeführt
  • Reaktorbeobachtung durch Satelliten
  • Ungewöhnlicher Protest von Fukushima-Rinderzüchtern
  • Premier Abe für Fukushima-Forschungszentrum

Reinigungsarbeiten in Fukushima-Reaktor 3: Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte heute Aufnahmen, die Aufräumarbeiten und Reinigung innerhalb des Gebäudes von Reaktor 3 dokumentieren. Auch wenn diese Arbeiten mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die vorbildliche Müllbeseitigung der japanischen Fußballfans in Brasilien, zeigt TEPCO dabei erste Fortschritte.

Im März 2014 hatte der Roboter ASTACO-SoRa, schwere Hindernisse und Trümmer im Inneren des Gebäudes geräumt. Nun soll der mit einer Absaugeinrichtung ausgestattete MEISTeR eine versuchsweise Dekontaminationsmaßnahme durchführen und Staub aufsaugen.

Da der Roboter auch über Dosimeter verfügt, können bei weiteren Einsätze mögliche Auswirkungen kontrolliert werden.

Die von TEPCO veröffentlichten Bilder zeigen den Zustand des Bereichs in Reaktor 3 sowohl vor, als auch nach dem Einsatz des Räumroboters ASTACO-SoRa. Eine weitere Aufnahme zeigt Ausstattung des MEISTeR für künftige Einsätze, die unter anderem auch aus einer Trommel für den angesaugten Staub besteht.

AKW Fukushima: Roboter-Räumarbeiten - vorher (o.) und nachher (u.) (Fotos: TEPCO)
AKW Fukushima: Roboter-Räumarbeiten – vorher (o.) und nachher (u.) (Einzelfotos: TEPCO)

Der Vorstellung beider Roboter im Dezember 2012 war bereits der Einsatz anderer ferngesteuerter Geräte, etwa des Roboters Quince vorausgegangen.

Zu Beginn des Jahres 2014 war ein einmonatiger  Testbetrieb des MEISTeR-Roboters erfolgreich abgeschlossen worden.

Sechste Grundwasserverklappung durchgeführt: Am heutigen Freitag wurde um 10:11 Uhr erneut umgeleitetes Grundwasser in den Pazifik verklappt.

Zuletzt war eine derartige Maßnahme am 14. Juni 2014 durchgeführt worden.

Sie dient dazu,  eine weitere Ansammlung von Grundwasser aus den Bergen, dass auf dem Gelände des AKW radioaktiv kontaminiert werden würde, durch Umleitung zu verhindern.

Die Einleitung konnte um 17:16 Uhr erfolgreich abgeschlossen werden. Es wurden 1.765 Tonnen Grundwasser verklappt. Nach Angaben von TEPCO gab es keine Störungen während der Operation.

Reaktorbeobachtung durch Satelliten: Am frühen Freitagmorgen brachte die ukrainische Trägerrakete zwei Nanosatelliten vom Typ Hodoyoshi-3 und Hodoyoshi-4 ins All. Das ukrainisch-japanische Gemeinschaftsprojekt, soll sowohl das AKW Fukushima Daiichi, als auch die Veränderungen in der Umwelt um die Kraftwerksruine Tschernobyl überwachen.
Beide Satelliten sind mit Kosten von maximal 300 Millionen Yen pro Satillet vergleichsweise günstig. Über das Projekt berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Kyodo und Präfekturmedien.

Ungewöhnlicher Protest von Fukushima-Rinderzüchtern: Zwei Rinderzüchter aus der Präfektur, die auf Probleme ihrer Rinder aufmerksam machen wollten, griffen zu ungewöhnlichen Mitteln, als sie versuchten, vor dem Gebäude des Landwirtschaftsministeriums in Tokyo einen schwarzen Bullen von einem LKW zu entladen.

Auf Anweisung der Regierung waren alle Rinder im Umkreis des AKW gekeult worden. Lediglich die Rinderzüchter Masami Yoshizawa und Naoto Matsumura waren bei ihren Tieren geblieben, um sie weiter zu versorgen. In der Vergangenheit hatte Yoshizawa seine illegale Entscheidung damit gerechtfertigt, durch fortgesetzte Rinderzucht könnten langfristige Strahlungsfolgen bei Tieren erforscht werden.

Tatsächlich weisen Tiere, die innerhalb eines Umkreises von 20 Kilometer um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi weiden, weiße Flecken auf, die trotz langer Erfahrung zuvor von keinem der Züchter bei seinen Tieren beobachtet worden waren.

Yoshizawa, der von der Polizei zurückgehalten werden musste und sein Kollege, fordern die Regierung auf, bei der Ermittlung der Ursache für die weißen Flecken zu helfen und die systematische Tötung freilaufender Rinder ebenso einzustellen, wie die Verbrennung radioaktiv kontaminierter Pflanzen, die zur Fütterung ihrer Tiere erforderlich sind. Über die Proteste berichteten Präfekturmedien und internationale Presse.

Premier Abe für Fukushima-Forschungszentrum: Die Pläne für ein Forschungszentrum zur Entwicklung von Maßnahmen zur Reaktorstilllegung, auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, sind bereits lange als Option für die Zukunft der Anlage bekannt. Nun stimmten auch Premierminister Shinzo Abe und Technologieministzer Hakubun Shimomura für die Maßnahme.

Bereits im April kommenden Jahres soll das internationale Gemeinschaftsprojekt an der Bewältigung der Folgeprobleme von Reaktorkatastrophen an den Start gehen.  Mit Unterstützung der japanischen Regierung sollen dort Experten mit Erfahrungen bei Reaktorkrisen ihr Wissen mit den Kollegen teilen.

Um die schnellere Stilllegung der Reaktoren am, AKW Fukushima Daiichi voranzubringen, entwickelt bereits die japanische Atomenergiebehörde (JAEA) ferngesteuerte Geräte. Derartige Entwicklungen könnten durch Einbringung internationaler Expertenerfahrungen noch effektiver werden. Über den Beschluss des Premieministers berichtete die NHK.

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