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Fukushima aktuell: Roboterarm soll geschmolzene Brennelemente bergen

Erstmals äußert sich TEPCO zur Räumung der Reaktoren am AKW Fukushima

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Klumpen am Boden des Sicherheitsbehälters, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Klumpen am Boden des Sicherheitsbehälters, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)

Eine ungewöhnliche Meldung wurde im Zusammenhang mit den geschmolzenen Brennelementen in den Reaktoren des AKW Fukushima heute veröffentlicht. Tatsächlich stellen die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News einen lang erwarteten Schritt dar.

Einzelheiten und Hintergründe gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Juni 2018.

Erstmals Bergungskonzept für geschmolzene Brennelemente präsentiert

Erstmals stellte der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi einen konkreten Plan für Maßnahmen zur Bergung geschmolzener Brennelemente aus den Reaktoren 1 bis 3 vor. Bislang hatte TEPCO lediglich abgebrannter Brennelemente aus Ablingbecken entfernt.

Nach Angaben des Unternehmens soll dabei ein Roboterarm eine entscheidende Rolle spielen. Dieser wird im Verlauf der Arbeiten den jeweiligen Umständen angepasst. Das Konzept sieht ein schrittweises Vorgehen bei den künftigen Maßnahmen vor.

Demnach sollen zunächst kleinere Brocken des zusammengeschmolzenen Materials (Corium) vom Boden des Sicherheitsbehälters geborgen werden – nachdem zuvor eine vertiefte Untersuchung der Reaktoren durchgeführt stattfindet.

Die Arbeiten sollen dabei durch einen Zugang an der Seite des Behälters erfolgen, ohne das eine weitere Öffnung des Reaktorgebäudes erforderlich wird.

Somit bestehe nach Darstellung von TEPCO keine Beeinträchtigung bei der Kühlung des Reaktorkerns und ein zusätzliches Risiko durch das dort befindliche radioaktive Material werde durch die Maßnahme nicht geschaffen.

Grundsätzlich ist ein identisches Vorgehen bei allen drei Reaktoren geplant. Allerdings weisen sie jeweils Besonderheiten auf, die eine Anpassung des Konzepts erforderlich machen werden.

So ist der Wasserpegel im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 vergleichsweise hoch, so dass zumindest ein Teil dieses Wassers zunächst auf irgendeine Weise kontrolliert abgelassen werden müsste.

Im Fall von Reaktor 1 ist die Radioaktivität im Bereich des künftigen Einsatzorts mit bis zu 630 Millisievert pro Stunde vergleichsweise hoch. Auch muss erwogen werden, für größere Teile andere Einsatzorte des Roboterarms zu finden.

TEPCO plant, innerhalb des Fiskaljahr 2021 mit der Bergung von Trümmern zu beginnen und detaillierte Angaben zum sonstigen Vorgehen, wie etwa dem Abtransport und der Lagerungen,würden demnach bereits im kommenden Jahr erfolgen.

Als erster Schritt hierzu soll eine geringe Menge an Trümmern als Probe entnommen werden und die weitere Erfassung aktueller Daten zur Lage und Zustand im Sicherheitsbehälter erfolgen.

Obwohl noch nicht klar ist, welche möglichen Hindernisse dabei auftreten könnten, zeigten sich die Verantwortlichen auf einer gestrigen Pressekonferenz demonstrativ zuversichtlich. Über die Bekanntgabe berichteten Präfekturmedien.