Start Aktuelles Fukushima aktuell: Robotereinsatz bringt neue Erkenntnisse zur Kernschmelze

Fukushima aktuell: Robotereinsatz bringt neue Erkenntnisse zur Kernschmelze

Mögliche strukturelle Schwachstelle könnte Verlauf der Kernschmelze begünstigt haben

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Klumpen am Boden des Sicherheitsbehälters, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Klumpen am Boden des Sicherheitsbehälters, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by IRID/TEPCO)

Nachdem wir bereits am Freitag den möglichen Fund von Brennelementen meldeten, bestätigt der Betreiber des AKW Fukushima heute die hohe Wahrscheinlichkeit des Fundes. Doch die aktuellen Fukushima News zeigen auch überraschende Erkenntnisse.

Möglicherweise hatte eine bewährte Konstruktion einen Einfluss auf den Verlauf der Kernschmelze. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Pressekonferenz zum Ergebnis der Unterwasser-Mission in Reaktor 3
  • Freisetzung geschmolzener Brennelemente durch Schwachstelle begünstigt
Pressekonferenz zum Ergebnis der Unterwasser-Mission in Reaktor 3

Bereits am vergangenen Freitag berichteten wir über den möglichen Nachweis von geschmolzenen Brennelementen in Reaktor 3 und am Wochenende wurden diese Fukushima News auch von anderen internationalen Medien aufgegriffen.

Am heutigen Montag hielt der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi eine weitere offizielle Pressekonferenz zum Einsatz eines Unterwasser-Roboters im Sicherheitsbehälter des Reaktor ab und informierte über den derzeitigen Kenntnisstand.

Demnach handelt es sich bei einigen der vom Roboter währen der Mission beobachteten Objekte mit hoher Wahrscheinlichkeit um geschmolzenes Material aus dem Reaktorkern. Es handelt sich dabei um klumpenartige und stalaktitenförmige Strukturen.

Die Bilder ähnelten jenen Aufnahmen, die nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 gemacht wurden, so dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Reste geschmolzener Brennelemente handelt.

Demnach war der Einsatz ein Erfolg, da sowohl erstmals Aufnahmen aus dem Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 gemacht werden konnten, als auch der Nachweis von Brennelementen außerhalb des Druckbehälters anscheinend gelungen ist.

Die Auswertung der gewonnenen Daten wird weitere Zeit in Anspruch nehmen, jedoch spricht man bereits jetzt davon, dass wichtige Informationen für die künftige Bergung des geschmolzenen Materials gewonnen werden konnten. Das berichten mehrere japanische Medien.

Freisetzung geschmolzener Brennelemente durch Schwachstelle begünstigt

Auf der heutigen Pressekonferenz zur mehrtägigen Unterwasser-Mission in Fukushima-Reaktor 3 wurde auch die Frage behandelt, wie das Material im Zuge der Kernschmelze aus dem Druckbehälter in den Sicherheitsbehälter gelangen konnte.

Einen Hinweis könnte möglicherweise die Stelle geben, an der das geschmolzene Material (Corium) hinausgelangte.  Nach derzeitigem Kenntnisstand scheint es so, als ob diese in der Nähe der Vorrichtung für die Steuerststäbe lag.

Fukushima-Reaktor 3: Lavaartiges Material mit vermutlichen Brennelemente-Klumpen, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)
Fukushima-Reaktor 3: Lavaartiges Material mit vermutlichen Corium-Klumpen, 22. Juli 2017 (Foto: Copyright by TEPCO/IRID)

Ein Brennelement besteht aus Brennstäben, die sich um einen Steuerstab gruppieren – und diese Konstruktion könnte möglicherweise relevant für den Verlauf der Ereignisse gewesen sein.

Nach Angaben von TEPCO-Sprecher Takahiro Kimoto wirkt es so, als habe sich die geschmolzene Masse durch die Öffnung an den Steuerstäben durch den 14 Zentimeter dicken Druckbehälter gebrannt und dann schwallartig hinaus ergossen.

Dieser Umstand war daher gewissermaßen eine strukturelle Schwachstelle der Konstruktion – und es handelt sich um eine andere Darstellung, als die bislang gehegte Vorstellung, das Material sei mehr oder weniger aus dem Druckbehälter herausgetropft.

Die neue Erklärung würde aber womöglich auch die gefundenen Strukturen plausibel machen, die auf den Bildern als eine Art erstarrter Lava-Strom zu sehen sind. Über diese neuen Ansichten berichteten Präfekturmedien.

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