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Fukushima aktuell: Robotermission erfolglos beendet

TEPCO verfehlt Ziel des Robotereinsatzes

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Rohre und Leitungen am 22. März 2017 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Keine Spur von geschmolzenem Material am 22. März 2017 (Foto: TEPCO)

Der Erfolg blieb dem Betreiber des AKW Fukushima heute erneut verwehrt und so kann sich TEPCO zumindest mit den neuen Daten trösten, die der Robotereinsatz mit sich gebracht hat.

Fukushima News zum Abschluss der Arbeiten, sowie Angaben zur Suizidrate der Region und die Aktivitäten der organisierten Kriminalität gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Robotermission endet ohne Brennelemente-Fund
  • Zahl der Suizide mit Katastrophenbezug geht zurück
  • Yakuza verdient heimlich an Wiederaufbau der Region
Robotermission endet ohne Brennelemente-Fund

Die am Wochenende begonnene Mission des PMORPH-Roboters im Inneren des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1 ging zu Ende, ohne dass geschmolzene Überreste der Brennelemente gefunden werden konnten.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte den Einsatz um einen Tag verlängert, in der Hoffnung, doch noch die Corium genannte Schmelzmasse aus dem Reaktorkern lokalisieren zu können. Doch die Hoffnungen des Unternehmens wurden enttäuscht.

Am gestrigen Mittwoch wurde mit der Rückführung des Roboters begonnen und die Mission damit beendet. Die bislang letzten Aufnahmen vom heutigen Donnerstag zeigen erneut Rohre und Leitungen, die Strahlungswerte lagen bei 9,4 Sievert pro Stunde an vier Stellen.

In den vergangenen fünf Tagen wurden insgesamt zehn Orte innerhalb des Sicherheitsbehälters untersucht, doch ein Hinweis auf den Verbleib des Materials ergaben die Aktionen nicht.

In dieser Hinsicht war die Mission somit ein Misserfolg.

Allerdings lieferten die Kameraufnahmen und gesammelten Strahlungsdaten aus dem Reaktorgebäude umfangreiches Material, das nun von den Experten des Unternehmens langfristig ausgewertet werden muss.

Anhand der daraus gewonnenen Kenntnisse können Pläne zur dauerhaften Stilllegung der Reaktoren besser ausgearbeitet werden. Für den 27. März kündigte TEPCO erste Analyse-Ergebnisse an.

Über das Endergebnis des Robotereinsatzes berichteten Präfekturmedien.

Zahl der Suizide mit Katastrophenbezug geht zurück

Heute veröffentliche Daten des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) zeigen für das vergangene Jahr einen minimalen Rückgang der Selbsttötungen mit Bezug zu den Tohoku-Naturkatastrophen 2011.

jizo Statue (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)
Statue des Jizo: Er begleitet nach Volksglauben die Seelen der Toten (Foto: Chris Gladis cc-by-nd)

Aus Basis von Informationen der Nationalen Polizeibehörde kommt das Ministerium zu dem Schluss, dass es im Jahr 2016 insgesamt 21 Suizide gab, bei denen ein entsprechender Zusammenhang besteht.

Das ist im Vergleich zum Jahr 2015 ein Rückgang um zwei Todesfälle und die niedrigste Tötungsrate im Zusammenhang mit den Ereignissen von März 2011.

Allein in der Präfektur Fukushima sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 12 Selbsttötungen.

Dabei ist jedoch kein kontinuierlicher Abwärtstrend zu sehen, sondern die Zahl der Selbsttötungen mit Katastrophenbezug schwankt.

Kam es 2011 zu insgesamt 55 Fällen, wären es 2012 nur noch 24, gefolgt von einem Anstieg auf 38 Fälle im Jahr 2013, dem Rückgang auf 22 im Folgejahr und einem Anstieg auf 23 Personen im Jahr 2015.

Das MHLW erhebt seit Juni 2011 diese Daten. Über die aktuellen Entwicklungen berichtete die jiji.

Yakuza verdient heimlich an Wiederaufbau der Region

Trotz Bemühungen der Polizei, ist das organisierte Verbrechen weiterhin in Aktivitäten zum Wiederaufbau der Region Tohoku involviert. Dabei legen die Kriminellen großen Wert darauf keine Verbindung zwischen Tarnfirmen und Syndikaten aufkommen zu lassen.

Das Vergnügungsviertel Kabukicho (Foto: KJ)
Die Yakuza: Drogen und Prostitution in der Region Tohoku (Abb. symbolisch, Foto: KJ)

Das geht aus Befragungen hervor, die von der Asahi Shimbun bei Mitgliedern der Organisationen durchgeführt wurden. Sie sprechen von hartem Konkurrenzkampf und profitablen Geschäften in Millionenhöhe, die dort möglich seien.

Die Polizei räumt selbst ein, da Geschäfte über bis zu zehn Subunternehmen ablaufen und bewusst auf Yakuza in Vorständen verzichtet wird, sind Verbindungen zwischen Firmen und Gangstern nur schwer nachzuweisen.

Neben der Vermittlung von Arbeitskräften und dem Leasing von Räumgerät gehen die Organisationen aber auch eindeutig kriminellen Aktivitäten, wie Prostitution und Drogenhandel nach, insbesondere dem Verkauf von Aufputschmitteln an Arbeiter.

Während TEPCO und Präfekturpolizei angeben, es wären keine Fälle von Drogenkonsum bei AKW-Arbeitern bekannt, gibt es zumindest einen Todesfall vom August 2015, bei dem ein Arbeiter als Yakuza identifiziert und Hinweise auf Aufputschmitel  gefunden wurden.

Zwischen 2011 und 2016 hob die Polizei in 101 Fällen kriminelle Strukturen aus, die mit den Wiederaufbauprojekten in Zusammenhang stehen. In 54 Fällen lag Betrug vor und in 25 Fällen die Entsendung von Arbeitskräften ohne ausreichende Qualifikation.

Ein spektakulärer Fall war die Festnahme eines führenden Mitglieds einer Untergruppe der Sumiyoshi-kai im Mai 2012 im Zusammenhang mit illegalen Arbeitskräften am AKW Fukushima Daiich. Über die Entwicklungen berichtete die Asahi Shimbun.

 

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