Fukushima aktuell: Robotermission in Reaktor 2 fehlgeschlagen

Fukushima aktuell: Robotermission in Reaktor 2 fehlgeschlagen

Einsatz des Skorpion-Roboters endet im Desaster

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Robotereinsatz am 16. Februar 2017 gescheitert (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Robotereinsatz am 16. Februar 2017 gescheitert (Foto: TEPCO)

Die im AKW Fukushima heute durchgeführte Robotermission ist gescheitert. Auch wenn man sich in Japan aktuell betont positiv gibt und TEPCO die Fukushima News nicht gänzlich negativ bewerten will, ist an der Tatsache selbst nichts zu rütteln.

Die genauen Umstände, die vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi bislang gemeldet wurden, finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Februar 2017.

Unser heutiges Thema:

  • Skorpion-Roboter in Reaktor 2 verloren
Skorpion-Roboter in Reaktor 2 verloren

Nach der Pressekonferenz am gestrigen Nachmittag, beschloss der Betreiber des Kernbkraftwerks Fukushima Daiichi heute, die Mission des Untersuchungsroboters „Sasori“ (Skorpion) im Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 trotz der bisherigen Hindernisse durchzuführen.

Wie aufgrund der vorangegangenen Schwierigkeiten fast schon zu erwarten gewesen war, endete der Einsatz des Skorpion-Roboters im Desaster.

Die Arbeiten waren wie geplant gegen 5:00 Uhr angelaufen. Das Einführen des Führungsrohrs gegen 6:10 Uhr, sowie der Beginn der Mission gegen 7:50 Uhr verliefen problemlos und ohne besondere Vorkommnisse.

Der Roboter führte wie geplant Messungen von Radioaktivität und Temperatur durch und auch die Kameraufnahmen wiesen auf keine technischen Probleme hin, während das Gerät seinen Weg in den Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 antrat.

Vor und hinter dem Roboter waren Scheinwerfer und Kameras angebracht, so dass ein Angestellter sogar erklärte, unter guten Umständen sogar Aufnahmen von Strukturen in größerer Entfernung als bislang machen zu können.

Doch am Ende der CRD-Schiene verschlechterte sich die Lage des Roboters. Offenbar aufgrund eines technischen Fehlers war das Gerät nicht mehr in der Lage über Hindernisse auf der Strecke zu klettern.

Schließlich blieb dem Kraftwerksbetreiber keine andere Wahl mehr, als die Steuerkabel des Roboters abzutrennen und ihn im Sicherheitsbehälter zurückzulassen, um künftige Einsätze anderer Geräte nicht zu behindern.

Doch TEPCO will ausdrücklich nicht von einem Scheitern der seit Monaten vorbereiteten Mission sprechen. Die Maßnahme habe viele neue und wichtige Informationen über Strahlungsniveau und Temperatur im Inneren des Sicherheitsbehälters geliefert.

Aus gegebenem Anlass wurde die für heute Abend vorgesehene Pressekonferenz vorverlegt, so dass TEPCO diese ersten Angaben machen konnten.

Über das heutige Ergebnis berichteten neben dem Kraftwerksbetreiber TEPCO auch die Kyodo, sowie die NHK und Präfekturmedien.

Vorlauf

Der fehlgeschlagenen Mission des Skorpionroboters waren ein problembehafteter Kamera-Einsatz, die Sichtung geschmolzener Brennelemente, sowie das zweifache Scheitern eines Reinigungsroboters vorausgegangen.

Seit Beginn der AKW-Krise im März 2011 forderten die Gebäude der Reaktoren bereits mehrfach Tribut, da Roboter dort aufgrund technischer Ausfälle oder Manövrierunfähigkeit aufgegeben werden mussten.

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