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Fukushima aktuell: Robotermission nach Enttäuschung verlängert

Betreiber des AKW Fukushima hofft auf Entdeckung in letzter Minute

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Fukushima-Reaktor 1: Rostige Metallstreben im Sicherheitsbehälter am 21. März 2017 (Foto: IRID/TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Rostige Metallstreben im Sicherheitsbehälter am 21. März 2017 (Foto: IRID/TEPCO)

TEPCO fürchtet beim Robotereinsatz am AKW Fukushima heute einen Fehlschlag und legte deshalb noch einmal nach, indem die Einsatzdauer verlängert wurde. Unterdessen sorgen aber auch die Evakuierten und das J-Village für neue Fukushima News.

Deren Einzelheiten, etwa zum Wunsch nach Rückkehr und die olympische Zukunft der Sportstätten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Robotermission nach fehlender Sichtung der Brennelemente verlängert
  • Kaum Rückkehrbereitschaft trotz auslaufender Finanzhilfen
  • J-Village auf dem Weg zur olympischen Trainingsstätte
Robotermission nach fehlender Sichtung der Brennelemente verlängert

TEPCO hat die ursprünglich viertägige Mission des PMORPH-Roboters in Reaktor 1 um einen Tag verlängert, nachdem es bislang nicht gelungen ist, geschmolzenes Material  aus dem Reaktorkern im Sicherheitsbehälter zu lokalisieren.

Die zuvor entdeckten Sedimente auf Rohren und Teilen des Bodens ließen sich nicht zweifelsfrei als das gesuchte Material identifizieren. Vermutlich handelt es sich stattdessen um eine Mischung aus zusammengeschmolzenen Leitungen und Staub.

Damit ist bislang das eigentliche Ziel der Roboter-Mission immer noch nicht erreicht – der Nachweis der zusammengeschmolzenen Masse aus Brennstäben, Steuerstäben und Reaktortrümmern, die während der Kernschmelze austrat.

Experten gehen davon aus, dass die Masse ähnlich wie Lava auf den Boden gelangte und sich verbreitete. Doch trotz aller technischen Bemühungen gibt es bislang keinen Beweis für das Vorhandensein der Corium genannten Masse.

Daher beschloss TEPCO die Verlängerung des Robotereinsatzes um mindestens einen Tag.

Am heutigen letzten Tag der Mission, sollen Kamera und Dosimeter in der Nähe einer Öffnung an der Basis des Druckbehälters herabgelassen werden. Möglicherweise könnte das gesuchte Material dort in den Sicherheitsbehälter gelangt sein.

Erste Daten und Bilder wurden von TEPCO für den morgigen Donnerstag angekündigt. Dann wird sich zeigen, ob die Lokalisierung doch noch gelang und so das Ziel des Robotereinsatzes erreicht wurde.

Über die Verlängerung der Arbeit des PMORPH-Roboters berichteten Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Kaum Rückkehrbereitschaft trotz auslaufender Finanzhilfen

Obwohl die Mietkostenübernahme für die so genannten „freiwillig Evakuierten“ am Ende des Monats ausläuft, ist die Mehrheit dennoch nicht gewillt, in ihre Heimatorte zurückzukehren. Das ergaben die 8.683 gültige Antworten einer Umfrage.

50 Yen Münze (Foto: pd)
Fukushima-Evakuierte: Rückkehrwille trotz finanzieller Nachteile gering (Symbolfoto: pd)

Während aber bei den 4.010 Haushalten, deren Mitglieder innerhalb der Präfektur Fukushima blieben, insgesamt 949 Haushalte (24 Prozent) bestätigten, nicht zurückkehren zu wollen, ist die Rate bei Evakuierten außerhalb der Präfektur deutlich höher.

Insgesamt 3.722 der 4.673 Haushalte, die gänzlich aus der Präfektur flohen – also 79,6 Prozent – gaben an, keine Rückkehrabsicht mehr zu hegen. Angesichts der finanziellen Belastung die diese Entscheidung mit sich bringt, ein durchaus überraschendes Resultat.

Diese eindeutigen Umfrageergebnisse wurden am gestrigen Dienstag veröffentlicht.

Nach Angaben der Präfekturleitung kommt neben der Angst vor Radioaktivität noch ein weiterer Faktor hinzu – die Betroffenen sind kaum über die Fortschritte innerhalb ihrer einstigen Wohnorte informiert. Das berichten die Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

J-Village auf dem Weg zur olympischen Trainingsstätte

Die Pläne der Präfektur, AKW-Arbeiter aus dem J-Village zu verlegen und die ehemalige Sportanlage von ihrer Aufgabe als Stützpunkt für TEPCO-Angestellte wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung zuzuführen, sind nicht neu.

Nach der Schließung des Hauptgebäudes und eines Restaurants im November 2016 nimmt die Umstrukturierung immer konkretere Formen an. So etwa die gestern erfolgte Grundsteinlegung für eine neue Sportstätte.

J-Village: Stadion in Hirono (Foto: pd)
J-Village: Das Stadion in Hirono (Foto: pd)

Auf dem Gelände soll ein Allwetter-Fußballplatz entstehen, der als Grundpfeiler für die neue Entwicklung der Anlage gilt. Einmalig fertig gestellt, kann der künstliche Rasen gleichermaßen für Fußball und Rugby genutzt werden.

Das Dach ermöglicht Spiele unter verschiedenen Witterungsbedingungen und soll sowohl durchlässig für Sonnenlicht sein, als auch die Anbringung von Kameras ermöglichen.

Das Fußballprojekt wird etwa 2,2 Milliarden Yen kosten und die Präfektur setzt zur Deckung der entstehenden Kosten auch auf Spenden von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen. Bislang sind über 433 Millionen zusammengekommen (Stand 15. März).

Die Präfekturleitung plant eine teilweise Wiederinbetriebnahme des J-Village für den Juli 2018 und eine Aufnahme des Vollbetriebs, inklusiver der neuen Sportstätte für April 2019.

Die Vertreter der japanischen Nationalmannschaften der Männer und Frauen kündigten bereits an, das J-Village als Trainingslager für die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele von Tokyo im Jahr 2020 nutzen zu wollen. Das berichteten Präfekturmedien.

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