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Fukushima aktuell: Rückzahlungsforderungen gegen Evakuierte fallengelassen

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Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zum Sperrgebiet in Fukushima (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Nach dem Ausfall des Kühlsystems am Abklingbecken von Reaktor 4, musste sich der Betreiber des AKW Fukushima heute anderen Herausforderungen stellen. Doch das Engagement von TEPCO ist in Japan aktuell auch an anderer Stelle gefragt. Details nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. November 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO verzichtet nach Rückzahlungsforderung auf juristische Mittel
  • Verdacht auf Fälschung von Gesundheitszeugnissen bei Dekontaminationsarbeitern
  • Katastrophenübung an TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa

TEPCO verzichtet nach Rückzahlungsforderung auf juristische Mittel: Der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi verzichtet offenbar darauf, Rückzahlungsforderungen gegen Evakuierte vor Gericht einzuklagen.

Im aktuellen Fall war eine Forderung zur Rückzahlung von neun Millionen Yen erfolgt. Nach der Berichterstattung in japanischen Medien hatten sich weitere frühere Einwohner des Sperrgebiets gemeldet und beim Büro für Entschädigungszahlungen der Behörde für Rohstoffe und Energie (ANRE)  um Klärung gebeten.

Nach der offiziellen Kontaktierung ruderte TEPCO nun offenbar zurück und erklärte, derartige Fälle nicht länger zu verfolgen, keine rechtlichen Schritte gegen Empfänger einzuleiten und ohne Absprache mit den Leistungsempfängern keine Aufrechnung des Entschädigungsbetrags durchzuführen.

Der Elektrizitätskonzern teilte mit, man habe die Betroffenen der Rückzahlungsforderungen über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Hinweise auf fragwürdige interne Entschädigungsrichtlinien und die Weigerung, die genauen Inhalte öffentlich zu machen, hatten dem schon zuvor Missbilligung eingebracht. Über die aktuelle Entscheidung berichtete die Mainichi Shimbun.

Verdacht auf Fälschung von Gesundheitszeugnissen bei Dekontaminationsarbeitern: Wie das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) mitteilte, sind bei den Gesundheitsprüfungen der Arbeiter, die in der Dekontamination der Stadt Tamura eingesetzt wurden, offenbar Dokumente gefälscht worden.

Bei einer Kontrolle der Dokumente von 2.300 Personen und der Befragung von Ärzten und Klinikpersonal wurde festgestellt, dass bei 75 Personen der Verdacht von Fälschungen der Papiere vorliegt. Das berichtete die Kyodo.

Mit den Dekontaminationsarbeiten in Tamura ist die Kajima Corporation aus Tokyo betraut. Das Unternehmen war bereits in der Vergangenheit aufgefallen, etwa durch die unsachgemäße Entsorgung von kontaminiertem Laub.

Katastrophenübung an TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa: An einer heute durchgeführten Übung am AKW Kashiwazaki-Kariwa (Präf. Niigata,) beteiligten sich 1.500 Personen, zu denen neben den Angestellten auch Verantwortliche der Regierung in Tokyo, lokale Behörden und Einwohner des 30-Kilometer-Radius um das AKW gehörten.

AKW Kashiwazaki-Kariwa: Katastrophenübung am 11. Novem
AKW Kashiwazaki-Kariwa: Teil der Katastrophenübung am 11. November 2014 (Foto: TEPCO)

Das Unternehmen hatte die Maßnahme am vergangenen Freitag angekündigt. Die Übung basierte auf dem Szenario, dass ein schweres Erdbeben das Risiko eines Strahlenlecks erhöht hatte, weitere Angaben wurden jedoch nicht gemacht.

Die in der Übung eingesetzte Taskforce und die Kontrolle der Notstromgeneratoren durch die Kraftwerksbeschäftigten, ergab keine Auffälligkeiten an der Anlage. Die Einschätzung der Übung fiel dagegen weniger einheitlich aus und zeigte vielmehr deutliche Diskrepanzen.

Regierungsvertreter sahen die Anwendung bislang geltender Richtlinien, Einwohner in einem Umkreis zwischen fünf und 30 Kilometern zunächst lediglich anzuweisen, ihre Häuser nicht zu verlassen, als ausreichend an.

Präfekturgouverneur Hirohiko Izumida favorisierte dagegen die schnellstmögliche Evakuierung, so lange dies noch gefahrlos und unter möglichst sicheren Umständen möglich sei.

Hiro Shinada, Bürgermeister von Kariwa, hätte die Einwohner noch früher evakuieren wollen, doch Gouverneur Izumida habe angeordnet erst zu evakuieren, wenn die Richtung, in der sich potentiell freigesetztes radioaktives Material verbreiten würde, bekannt sei.

Neben dem Kraftwerksbetreiber TEPCO, der seinen Bericht zur Übung mit einer Reihe von Bildern illustrierte, berichteten auch Kyodo, NHK und Präfekturmedien über die Probe für den Ernstfall.

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