Start Aktuelles Fukushima aktuell: SARRY-Zwischenfall zeigt Schwächen bei Sicherheitsmaßnahmen

Fukushima aktuell: SARRY-Zwischenfall zeigt Schwächen bei Sicherheitsmaßnahmen

Unklarheiten bei Sicherheitsmaßnahmen für Filteranlagen

1111
0
TEILEN
Artikelbild - Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: Copyright by TEPCO)
AKW Fukushima: Brennelemente-Bergungen an mehreren Reaktoren geplant (Foto: Copyright by TEPCO)

Der zeitweise Ausfall von zwei Filteranlagen beschäftigt den Betreiber des AKW Fukushima heute weiterhin und bietet neue Schlagzeilen für die Fukushima News. TEPCO hatte unterdessen auch einen Zwischenfall am zweiten AKW der Präfektur zu bewältigen.

Diese und sonstige Meldungen, die im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk in Japan aktuell von Interesse sind, gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Februar 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • SARRY-Ausfall macht Schwächen der Sicherheitsmaßnahmen deutlich
  • TEPCO meldet schnelleren Fortschritt beim Schutzmantelbau an Reaktor 3
  • Kleiner Brand am AKW Fukushima Daini
SARRY-Ausfall macht Schwächen der Sicherheitsmaßnahmen deutlich

Der jüngste Ausfall des Cäsium-Filtersystems SARRY am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, zeigte möglicherweise grundsätzliche Schwächen der Sicherheitsmaßnahmen bei derartigen Zwischenfällen auf dem Kraftwerksgelände.

Nach dem Ausfall von SARRY am Mittwoch, konnte das System erst am Donnerstagabend wieder seinen Betrieb aufnehmen und die Filterung fortsetzen – etwa 33 Stunden nach dem Problem der Elektrizitätsversorgung.

Damit wurde zwar die Dreitagesfrist eingehalten, ab der ein Bericht an die Atomaufsichtsbehörde erforderlich geworden wäre – es wurden aber Schwierigkeiten bei der Durchführung, bzw. der Entscheidungsfindung der  Notfallmaßnahmen deutlich.

Nach Angaben von TEPCO war ursprünglich vorgesehen, die Anlage durch einen Notstromgenerator neu zu starten, doch man habe sich dann für die Verkabelung an einem anderen Generator entschieden, um eine stabile Versorgung zu gewährleisten.

Ob es möglicherweise Probleme bei der Verwendung des Notfallgenerators gab, ist nicht bekannt.

Im Juni vergangenen Jahres hatte der Kraftwerksbetreiber bei der Atomaufsichtsbehörde NRA die Installation einer dritten Cäsiumfilteranlage auf dem Gelände beantragt und dies damit begründet, man könne dann auch während Inspektionen die Arbeiten fortführen.

Über diese Interpretation der Ereignisse berichteten Präfekturmedien.

TEPCO meldet schnelleren Fortschritt beim Schutzmantelbau an Reaktor 3

Anlässlich der aktuellen Panne am Filtersystem entschuldigte sich ein TEPCO-Vertreter gestern im Rahmen eines Treffens beim Präfekturrat für Reaktorsicherheit. Doch er hatte auch eine positive Mitteilung für die Anwesenden.

Demnach wird die domartige Kuppel, die als Sicherheitsmaßnahme bei der Bergung von Brennelementen aus dem Gebäude von Reaktor 3 installiert wird, noch Ende diesen Monats fertiggestellt – einen halben Monat früher, als zunächst geplant.

Über diese positive Meldung berichteten Präfekturmedien.

Kleiner Brand am AKW Fukushima Daini

Am gestrigen Donnerstag kam es gegen 9:00 Uhr (Ortszeit) zu einem Feueralarm auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daini (Fukushima 2).

Ein Angestellter eines Partnerunternehmens meldete aus einem Gebäude zur Abfallverarbeitung, die Sichtung von Rauch, der aus einem Raum für Kühlvorrichtungen drang und leitete erste Löschmaßnahmen ein.

Etwa 40 Minuten später wurde die Löschung bestätigt. Der Brand ereignete sich in einem sechsstöckigen Betongebäude, in dem neben der Verarbeitung kontaminierter Flüssigabfälle auch Kleidung der Angestellten gewaschen wird.

Der Raum, in dem sich der Rauch entwickelt hatte, gehört zum Bereich der Anlage mit Strahlenschutzmaßnahmen und verfügt unter anderem auch über ein Lüftungssystem.

Radioaktives Material wurde offenbar nicht freigesetzt. Auch Strahlungsmessposten in der Umgebung des Gebäudes wiesen keine Auffälligkeiten nach. Nun versucht die Feuerwehr Futaba die mögliche Brandursache zu ermitteln. Über den Brand berichtete die Mainichi Shimbun.