Start Aktuelles Fukushima aktuell: Schaden am Olympia-Image durch Strahlungsangst befürchtet

Fukushima aktuell: Schaden am Olympia-Image durch Strahlungsangst befürchtet

Weiterhin Misstrauen gegenüber Sicherheit der Präfektur Fukushima

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Sportstadion Azuma (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Sportstadion Azuma l(Foto: pd)

Wie Ergebnisse einer Umfrage zeigen, haben die Einwohner der Präfektur Fukushima heute immer noch ein Imageproblem aufgrund der Angst vor Radioaktivität. Weitere aktuelle Fukushima News betreffen Kooperationn und demographische Entwicklungen.

Die Einzelheiten der jeweiligen Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. November 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Verständnis von Strahlungsfolgen unzureichend
  • Zahl der minderjährigen Evakuierten aus Fukushima gesunken
  • NEDO und Präfektur Fukushima vereinbaren Zusammenarbeit
Verständnis von Strahlungsfolgen unzureichend

Eine im August vom „Mitsubishi Research Institute“ durchgeführte Online-Befragung von Einwohnern der japanischen Hauptstadt Tokyo, zeigt nach Angaben des Institus mangelndes Verständnis über die Wirkung von Radioaktivität auf Mensch und Umwelt.

Mehr als die Hälfte der 1.000 Befragten gab an, Einwohner der Präfektur müssten mit einem Anstieg von Erkrankungen aufgrund der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi rechnen. Das ist mehr als das 1,5-fache einer ähnlichen Umfrage in der Präfektur Fukushima.

Von Personen in Tokyo schätzten 53,5 Prozent das Risiko für Strahlungsfolgen der jetzigen Einwohner der Präfektur als „hoch“ bis „sehr hoch“ ein. Die Gefahr für Kinder und Enkel wurde von 49,8 Prozent als „hoch“ bis „sehr hoch“ eingeschätzt.

In einer Gesundheitsumfrage innerhalb der Präfektur, die im Oktober veröffentlicht wurde, rechnen dagegen nur 32,8 Prozent mit einem hohen bzw. sehr hohen Risiko. Für künftige Generationen sehen dort nur 37,6 Prozent eine hohe/sehr hohe Gefährdung.

Die Umfrage in Tokyo zeigt, dass das Verständnis für die Wirkung von Radioaktivität, trotz der Erklärung des UNSCEAR-Ausschusses, dass keine Gesundheitsgefahr bestehe, außerhalb der Präfektur immer noch keine Fortschritte gemacht hat

Da die Olympischen Spiele 2020 in Japan stattfinden, handelt es sich bei der Befragung um eine Maßnahme, mit der das öffentliche Bewusstsein zu diesem Thema erfasst werden sollte.

Nun befürchtet man eine Verbreitung von Vorurteilen unter ausländischen Besuchern der Spiele.

Auch Mobbing in der Schule, Diskriminierung am Arbeitsplatz, oder künftige Probleme bei der Wahl von Ehepartnern muss angesichts dieser Geisteshaltung weiter zu erwarten sein.

Der Präfekturverantwortliche für die Bekämpfung von Vorurteilen und Gerüchten zeigte sich angesichts der Ergebnisse enttäuscht, dass sich das Image der Präfektur noch nicht gebessert habe und kündigte die Planung neuer Maßnahmen an.

Über die Umfrage berichteten Präfekturmedien.

Zahl der minderjährigen Evakuierten aus Fukushima gesunken

In einer Statistik, die am 22. November veröffentlicht wurde, ist bei den Evakuierten unter 18 Jahren ein Rückgang festzustellen.

Grundlage für die Zahlen sind innerhalb der Präfektur die Daten des Informationssystems für Evakuierte. Insgesamt wurden 19.554 evakuierte Kinder gezählt. Das sind 856 weniger, als in der vorangegangenen Zählung.

Innerhalb der Präfektur Fukushima evakuierten 80.000 von einer Gemeinde in eine andere, was einem Rückgang um 206 im Vergleich zur vorigen Erfassung darstellt.

7.974 evakuierte Kinder befinden sich in Gemeinden außerhalb der Präfektur (ein Rückgang von 650 Fällen).

Hauptgründe für den Rückgang ist nach Angaben der Präfektur zum einen die zunehmende Freigabe zuvor gesperrter Gebiete und das stärkere Angebot von Sozialwohnungen.

Zudem würden mehr Eltern mit Kindern in die Präfektur Fukushima zurückkehren und auch der allgemeine Rückgang der Kinderzahlen seien mit ursächlich.

Unklar ist, wie viele der einstigen Einwohner von evakuierten Sperrgebietsgemeinden nach deren Freigabe durch Aufhebung der Evakuierungsanordnung, wieder dorthin zurückkehren.

Über diesen Trend berichteten Präfekturmedien

NEDO und Präfektur Fukushima vereinbaren Zusammenarbeit

Bereits am Mittwoch unterzeichnete die Präfekturleitung und die Organisation zur Entwicklung neuer Energie- und Industrietechnologie (NEDO) eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung.

Die NEDO bemüht sich um die Entwicklung von Technologien, mit denen die Eigenschaften von Drohnen, wie etwa Sicherheit, Stabilität und Betriebsdauer genau erfasst und gemessen werden können.

Für diese Arbeiten will die Organisation das Roboter-Testfeld in der Präfektur nutzen. Das etwa 50 Hektar messende Gelände befindet sich noch im Aufbau und liegt im Gebiet der Gemeinden Minamisoma und Namie.

Ein Teilbetrieb der Anlage ist für das Fiskaljahr 2018 geplant.

Die Präfekturverwaltung will durch Kooperationen wie jene mit der NEDO, das Testgelände als Forschungszentrum für Roboter- und Drohnentechnologie etablieren und auf diese Weise zur wirtschaftlichen Wiederbelebung der Region beitragen.

Über die Vereinbarung berichtete die jiji.