Start Aktuelles Fukushima aktuell: Schäden an Abdeckung von Reaktor 3

Fukushima aktuell: Schäden an Abdeckung von Reaktor 3

3851
0
TEILEN
Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Panoramablick am 31. Januar 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Panoramablick am 31. Januar 2014 (Foto: TEPCO)

Am Wochenende veröffentliche Meldungen des Kraftwerksbetreibers TEPCO bieten interessante Informationen zum Zustand der Anlage. Neben Mehrfachlecks an den Barrieren der Lagertankbereiche, beschäftigt uns das AKW Fukushima heute auch durch Schäden an einem Reaktorgebäude.

Details zu diesen Fukushima News und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Februar 2014.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Schäden an Abdeckung von Reaktor 3 entdeckt
  • Leck an Transferleitung zwischen Puffertanks
  • TEPCO macht Vorgaben zur Strahlungssenkung bekannt
  • Sieben Lecks in Lagertankbarrieren im Bereich H5
  • Kleiner Brand auf Atomanlage in Ibaraki

Schäden an Abdeckung von Reaktor 3 entdeckt: Am vergangenen Freitag veröffentlichte TEPCO Aufnahmen, die bei der Untersuchung von Reaktor 3 Ende Januar gemacht wurden, Die nun veröffentlichten Bilder zeigen eine Ansicht aus der Vogelperspektive.

Dabei entdeckten sie, dass die Betonabdeckung über dem Hauptsicherheitsbehälter deutliche Schäden aufwies. Wie auf den Aufnahmen deutlich zu sehen, ist der mittlere Bereich dieses Deckels deutlich abgesackt. TEPCO spricht von etwa 30 Zentimetern.

Als mögliche Ursachen sieht das Unternehmen zwei Optionen. Dabei wird die Theorie favorisiert, der Betondeckel sei vom dortigen Kran getroffen worden. Hinweise hierauf gibt es jedoch offenbar nicht.

Fukushima-Reaktor 3: Blick auf den Betondeckel am 30. Januar 2014 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Blick auf den Betondeckel am 30. Januar 2014 (Foto: TEPCO)

Eine direkte Einwirkung durch die Wasserstoffverpuffung wird aufgrund des Umstands, das keine schwere Schäden zu sehen sind, dennoch als unwahrscheinlicher angesehen.

Das Unternehmen erklärte, der Zustand des Sicherheitsbehälters darunter sei vermutlich nicht beeinträchtigt, da man davon ausgehe, dass die unteren Bereiche dieses Deckels hinreichend intakt sind und nicht auf dem Sicherheitbehälter aufliegen. Hierzu sei der Abstand ausreichend.

Diese Einschätzungen des Kraftwerksbetreibers beruhen jedoch anscheinend lediglich auf einer Auswertung des Bildmaterials. Über Informationen zum tatsächlichen Zustand der unteren Bereiche der Betonabdeckung verfügt TEPCO offenbar bislang nicht.

Leck an Transferleitung zwischen Puffertanks: Am Samstag wurde Wasser zwischen dem Puffertank auf einem Hügel des Kraftwerksgeländes und dem Puffertank an einer temporären Pumpe mit angesammeltem Regenwasser transferiert. Durch die Aufnahmen einer Überwachungskamera entdeckten Angestellte, das Wasser aus der Verbindungsleitung austrat.

Das Wasser sammelte sich in einem Bereich, der über einen Betonboden verfügt und bereits mit Sandsäcken gesichert war. Mit dem Stopp der temporären Pumpe gegen 12:59 Uhr endete auch der Wasseraustritt aus der Leitung. Eine Untersuchung des Wasserstands im Puffertank wies keine Auffälligkeiten nach, so dass ein Leck im Tank selbst ausgeschlossen wird.

Der Zwischenfall hatte keinen Einfluss auf die Wassereinspeisung in die Reaktoren. Eine Analyse des ausgetretenen Wassers wies keine nennenswerten Unterschiede zu einer am 11. Februar entnommenen Probe aus.

Die Leckwasserprobe wies einen Wert von 23 Becquerel pro Liter an Cäsium-134 und einen Wert von 77 Becquerel pro Liter an Cäsium-137 auf. Die Konzentration von Strontium, das mit einer einfachen Messmethode analyisiert wurde, betrug 11 Becquerel pro Liter. Das ausgetretene Wasser stellte sich als Regenwasser heraus.

Die Vergleichsprobe vom 11. Februar wies Cäsiumkonzentrationen von 20 bzw. 46 Bequerel pro Liter auf. Strontium war in einer Höhe von 19 Becquerel nachgewiesen worden. Über das Leck informierte der Kraftwerksbetreiber TEPCO selbst.

TEPCO macht Vorgaben zur Strahlungssenkung bekannt: Bei einem Treffen am Freitag gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gegenüber der Atomaufsichtsbehörde NRA bekannt, das Strahlungsniveau der Umgebungsradioaktivität auf der Kraftwerksanlage deutlich reduzieren zu wollen.

Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Der Schritt war notwendig geworden, nachdem im Dezember festgestellt wurde, dass die Radioaktivität auf dem Gelände steigt und dadurch sowohl die Gesundheit der Arbeiter, als auch die Umwelt gefährdet werden könnten. Ursache ist eine chemische Reaktion zwischen den stählernen Lagertanks und den Betastrahlern im eingelagerten Wasser, durch die Röntgenstrahlung entsteht.

Da die so genannte Bremsstrahlung nicht durch die Schutzanzüge abgeschirmt wird,  forderte die Atomaufsicht NRA den Betreiber zum handeln auf. Zuletzt waren in der Nähe der Lagertanks ein Niveau von acht Millisievert nachgewiesen worden.

Nun gab TEPCO bekannt, den derzeitigen Strahlungswert von einem Millisievert, der durch das radioaktive Wasser entstehe, bis Ende auf ein Achtel und damit unter den Wert von einem Millisievert pro Jahr reduzieren zu wollen. Auch Radioaktivität aus anderen Quellen, etwa den Trümmern auf dem Gelände, soll auf unter ein Millisievert pro Jahr reduziert werden.

Bis Ende März 2016 wolle man diesen kombinierten Wert von zwei Millisievert dann endgültig unter einen Millisievert drücken. Über die Pläne des Unternehmens berichtete die Asahi Shimbun.

Sieben Lecks in Lagertankbarrieren im Bereich H5: Am Sonntag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 9:15 Uhr bei einem Kontrollgang im Lagertankbereich H5, das Wasser aus dem Bereich der Betonbarriere drang. Im weiteren Verlauf wurde zunächst ein Auffangbehälter angebracht.

AKW Fukushima: Montage von Metallplatten an Betonbarrieren am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Montage von Metallplatten an Betonbarrieren am 25. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Gegen 11:20 Uhr wurden an weiteren Stellen der Barriere derartige Lecks entdeckt. Schließlich gab der Kraftwerksbetreiber TEPCO bekannt, in dem Bereich um Reaktor 4 habe man insgesamt sieben Lecks in der Barriere ausgemacht. Das Unternehmen schätzt, das etwa 19,2 Tonnen an Wasser hinausgelangten und im Boden versickerten.

Die Untersuchung von Proben, die aus dem verbliebenen Wasser entnommen wurden ergab für Cäsium-134 und Cäsium-137 Messergebnisse unter dem Nachweiswert. Strontium-90, das nach der einfachen Messmethode analysiert wurde, konnte mit 23 Becquerel pro Liter benannt werden.

Nach Angaben von TEPCO gab es jedoch keine Änderungen im Wasserstand der Lagertanks. Bei dem Wasser handele es sich daher vermutlich um geschmolzenen Schnee, sowie Regenwasser.

Kleiner Brand auf Atomanlage in Ibaraki: Wie der Betreiber Nuclear Fuel Industries Ltd. mitteilte, war es am Freitag gegen 17:40 Uhr zu einem Brand gekommen. Kurz darauf sei das Feuer jedoch von selbst wieder erloschen. Bei dem Zwischenfall sei kein radioaktives Material ausgetreten und auch auf der Anlage wurde niemand verletzt oder Strahlung ausgesetzt.

Ursache des Brandes auf einer Anlage in Tokai war offenbar der Versuch eines Angestellten, nach dem Ausfall eines Filters für Handwaschwasser, das Kabel der Filteranlage an eine Verteilerschalttafel anzuschließen. Ein Beschäftigter meldete den Brand an der Schalttafel innerhalb eines Raums, in dem Pellets verarbeitet werden.

Neben der Entstehung von weißem Rauch führte das Feuer auch zu Brandschäden in einem Bereich unterhalb der Schalttafel. Die verbrannte Fläche misst etwa einen Quadratmeter. Anschließend sei das Feuer von selbst erloschen. Das berichtete die Mainichi Shimbun am Samstag.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here