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Fukushima aktuell: Schicksal verstrahlter Rinder kommt ins Kino

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Artikelbild - Fukushima-Sperrzone: Rind auf Straße in Namie (Foto: VOA, S.L. Herman, pd)
Fukushima-Sperrzone: Rind auf Straße in Namie (Foto: V O A, S.L. Herman, pd)

In der kontaminierten Sperrzone zurückgelassene Rinder sind zwar das Hauptthema der heutigen Fukushima News, allerdings gibt es auch vom Kernkraftwerk Fukushima heute einige interessante Meldungen.

Die Einzelheiten der aus Japan aktuell gemeldeten Ereignisse gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Dokumentation über Sperrzonen-Rinderzüchter läuft an
  • Wieder Alarm an Staubmessposten auf AKW-Gelände
  • TEPCO entdeckt bauliche Schäden an Umspannwerk
  • Entschuldigung für Verschleierung der Kernschmelze
  • Strahlungsbelastung in Date geht zurück
Dokumentation über Sperrzonen-Rinderzüchter läuft an

Am morgigen Freitag wird in Japan erstmals die Dokumentation „Hibaku-ushi to ikiru“ – Leben mit verstrahlten Rindern – ausgestrahlt. Der in vier Jahren Drehzeit entstandene Film dokumentiert die Anstrengungen jener Rinderzüchter, die sich der Anordnung zur Keulung widersetzten.

Die Regierung hatte die Tötung der Tiere beschlossen, da sie ohnehin zu stark kontaminiert seien, um noch in Milchwirtschaft, oder Fleischproduktion von Nutzen zu sein. Daher bat man die Viehzüchter zur Genehmigung der kollektiven Tötung.

Doch einige von ihnen lehnten dies ab – obwohl ihnen jährliche Futterkosten von 200.000 Yen pro Kopf dadurch entstehen. Tamotsu Matsubara, der eigentlich eine Dokumentation über ein Volksfest in Minamisoma drehen sollte, begann sich für die Motivation dieser Männer zu interessieren.

So begann er, jeden Freitag nach regulärem Arbeitsende in Osaka, eine elfstündige Fahrt in die Präfektur Fukushima zu machen, um dort am Wochenende die Bemühungen der Rinderzüchter zu dokumentieren.

Zunächst mit einem selbst finanzierten Etat von fünf Millionen ausgestattet, finanzierte sich das Filmprojekt dann durch Crowdfunding und konnte im vergangenen Dezember abgeschlossen werden.

Zu Wort kommen in der Dokumentation nicht nur die „Sperrgebiets-Farmer“, sondern auch Wissenschaftler, die das Engagement begrüßen. Die Untersuchung der Rinder biete eine Möglichkeit, die langfristigen Auswirkungen geringer Strahlungsdosen bei großen Säugetieren zu beobachten.

Anspruch der mit viel persönlichem Engagement gedrehten Dokumentation ist es, die Wahrheit über das Schicksal der Katastrophenopfer zu zeigen und jenen eine Stimme zu geben, die sonst ungehört bleiben. Über die Filmpremiere berichtete die Asahi Shimbun.

Wieder Alarm an Staubmessposten auf AKW-Gelände

Am heutigen Donnerstag löste Messposten Nummer 8 gegen 12:48 Uhr einen schweren Alarm aus, was auf eine hohe Belastung der Umgebungsluft mit radioaktivem Material hinwies. Es handelt sich um den zweiten Alarm in dieser Woche.

Andere Messposten in der Nähe wiesen dagegen keine auffälligen Werte nach und dennoch eine Analyse des Filterpapiers durchgeführt, Die Ergebnisse wiesen keine Auffälligkeiten nach.

Der Wind wehte mit einer Geschwindigkeit von 6,2 Metern pro Sekunde aus süd-südöstlicher Richtung vom Gebiet außerhalb der Anlage auf das Kraftwerksgelände.

Eine vor Ort genommene Staubprobe vom Boden wies lediglich natürlich vorkommendes Blei (Pb-210) in geringer Menge nach und gab keinen Anlass zur Auslösung des Alarms.

Die heutigen Schutzmantel-Arbeiten an Reaktor 1 waren zu diesem Zeitpunkt fast beendet. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich somit erneut um einen Fehlalarm.

Bereits am Montag hatte es einen Fehlalarm eines Messpostens gegeben, ebenso wie zu Beginn des Monats. Wie TEPCO mitteilte, wurde das Gerät ausgetauscht und zeige nun normale Werte an.

TEPCO entdeckt bauliche Schäden an Umspannwerk

Bei der am Montag durchgeführten Kontrolle eines Umspannwerks der 66 Kilovolt Futaba-Elektrizitätsleitung, wurde bei der Inspektion des so genannten Deckenankers an mehreren Stellen eine Reihe von baulichen Schäden an den Stahlstrukturen festgestellt.

Auch wenn eine Untersuchung noch aussteht, so geht TEPCO davon aus, dass es sich um Folgen des Tohoku-Großbebens 2011 und des damit verbundenen Tsunami handelt. Sobald die Stabilität beurteilt wurde, sollen Reparaturmaßnahmen folgen.

Einfluss auf die Stromversorgung der Reaktoren oder sonstiger Strukturen, wird es selbst bei eines temporären Abschaltung nicht geben, da die weitere Versorgung durch andere Leitungen gewährleistet ist. Über die Entdeckung berichtete der Kraftwerksbetreiber.

Entschuldigung für Verschleierung der Kernschmelze

Takafumi Anegawa, ein hochrangiges Mitglied der Führung des Elektrizitätsunternehmens TEPCO, hat sich bei einem heutigen Treffen mit Hirohiko Izumida, Gouverneur der Präfektur Niigata, für die Verschleierung der Kernschmelze entschuldigt.

Im Februar diesen Jahres hatte TEPCO einräumen müssen, dass man bereits drei Tage nach der Tohoku-Katastrophe von einer Kernschmelze hätte ausgehen müssen, wenn den Angestellten eine interne Richtlinie bekannt gewesen wäre.

Stattdessen wurde öffentlich, dass der damalige Präsident des Unternehmens sogar die Anordnung gegeben hatte, den Begriff „Kernschmelze“ bewusst zu verschweigen.

Die Präfektur Niigata hat ihrerseits einen Expertenausschuss beauftragt, um den Umgang des AKW-Betreibers mit der Katastrophe zu untersuchen. Zu diesem Zweck soll noch in diesem Monat ein gemeinsames Team die Untersuchungen beginnen.

In der Präfektur Niigata befindet sich das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, das ebenfalls von TEPCO betrieben wird. Über die Entschuldigung berichteten sowohl Präfekturmedien, als auch die NHK.

TEPCO-Vertreter Angegawa entschuldigte sich im Namen seines Unternehmens dafür, keinen Bericht auf Grundlage angemessener Ermittlungen vorgelegt zu haben.

Gouverneur Izumida betonte, die Kenntnis der Kernschmelze sei wichtig für die Bevölkerung, um Evakuierungsentscheidungen treffen zu können. Es sei zudem bedauerlich, dass die Verschleierung nicht sofort eingestanden worden war.

Außerdem sprach er sich gegen Neustartpläne für das Kraftwerk in seiner Präfektur aus, so lange die Hintergründe der Fukushima-Krise und internen Schwierigkeiten bei TEPCO noch nicht restlos aufgeklärt seien. Hierüber berichtete die NHK.

Strahlungsbelastung in Date geht zurück

Wie die Stadt Date am gestrigen Mittwoch bekannt gab, ist ein leichter Rückgang der Strahlungsbelastung, auch bei Menschen aus vergleichsweise stark belasteten Gebieten der Stadt festzustellen,

Bei den 9.736 Einwohnern aus dem Gebiet A (hohe Belastung), die seit Juli 2015 ein Jahr lang auf externe Belastung untersucht wurden, wird dies in der Tat deutlich.

Lag der Wert vor drei Jahren noch bei 1,59 Millisievert, so sank er im nächsten Jahr zunächst auf 1,00 Millisievert und im vergangenen Jahr auf 0.82 Millisievert zu sinken.

Der Anteil aller Bürger der Stadt mit Jahresbelastungen unterhalb von einem Millisievert stieg von 66,3 Prozent (2013) auf 73,9 (2014)  und 84,3 (2015) auf nunmehr 91,6 Prozent.

Für Bürgermeister Shoji Nishida ist dies sowohl auf Umwelteinflüsse, als auch auf die Dekontaminationsmaßnahmen zurückzuführen. Die Stadt plant, die Untersuchungen in Zukunft fortzuführen. Über die aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien.

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