Fukushima aktuell: Schilddrüsenkrebs als Strahlungsfolge unwahrscheinlich

Fukushima aktuell: Schilddrüsenkrebs als Strahlungsfolge unwahrscheinlich

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Artikelbild - Schilddrüse (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Zweifel an der Statistik von Schilddrüsenkrebs bei Kindern (Grafik: pd)

Schilddrüsenkrebs ist im Zusammenhang mit der Katastrophe von Fukushima heute erneut ein Thema, doch wie die Fukushima News zeigen, gibt es wenig Bewegung. Weitere Themen sind der Transport kontaminierter Abfälle und Hindernisse für AKW-Neustarts in Japan. Dies nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. März 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Zusammenhang zwischen AKW-Krise und Schilddrüsenkrebs unwahrscheinlich
  • Transport kontaminierter Abfälle in Futaba angelaufen
  • Neustarthindernisse an anderen japanischen AKW
  • Erneut Bergwasserverklappung durchgeführt

Zusammenhang zwischen AKW-Krise und Schilddrüsenkrebs unwahrscheinlich: Ein gestern bei einem Expertentreffen vorgelegter Zwischenbericht der Präfektur Fukushima kommt zu dem Schluss, dass die 86 Fälle von Schilddrüsenkrebs in der Präfektur praktisch kaum mit der Kraftwerkskatastrophe 2011 in Zusammenhang zu bringen sind.

Als Begründung wird angeführt, dass die Strahlungsbelastungen niedriger ausfielen als bei dem Tschernobyl-Unglück von 1986 und ausgerechnet in der größten Risikogruppe der Kinder bis fünf Jahren kein einziger Fall aufgetreten sei.

Die Schilddrüsenkontrollen umfassten etwa 370.000 Einwohner bis einschließlich 18 Jahren. Bei 300.000 ist die erste Kontrollreihe abgeschlossen. Die zweite begann im April 2014 und soll bis Ende des Fiskaljahrs 2015 laufen. Über die Ergebnisse berichtete die Mainichi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

Transport kontaminierter Abfälle in Futaba angelaufen: In der Ortschaft Futaba (Präf. Fukushima), auf deren Gebiet ein Teil des Zwischenlagers für radioaktiv belastete Dekontaminationsabfälle liegt, wurde nun mit dem Transport der Abfälle begonnen. In Okuma waren die entsprechenden Arbeiten zu Verladung und Transport bereits am 15. März angelaufen.

Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Einlagerung in Futaba angelaufen (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Arbeiter in Schutzkleidung kontrollieren die Säcke mit kontaminiertem Material, um sie dann auf LKW zum Zwischenlager, etwa 500 Meter vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt, zu transportieren.

Während des ersten Jahres soll nach Vorstellung des Umweltministeriums zunächst 1.000 Kubikmeter von den behelfsmäßigen Lagern der Präfektur angeliefert werden.

Bislang ist lediglich ausreichend Lagerplatz für 20.000 der insgesamt 22 Millionen Kubikmeter radioaktiv belasteter Abfälle verfügbar. Jeder Sack, der dort auf einem mit Planen ausgelegten Bereich gelagert wird, fasst 12 Kubikmeter.

Ursache für den Platzmangel sind Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit privaten Grundstückseigentümern, so das weiterhin unklar bleibt, wann alle Arbeiten abgeschlossen sein werden.

Der dauerhafte Verbleib der Dekontaminationsabfälle, die aufgrund entsprechender Vereinbarungen nach spätestens 30 Jahren in einem Endlager außerhalb der Präfektur gelagert werden müssen, ist noch gänzlich unklar. Über die Arbeiten in Futaba berichteten jiji und NHK.

Neustarthindernisse an anderen japanischen AKW: Mehrere Kernkraftanlagen in Japan sehen sich Erkenntnissen gegenüber, die eine rasche Wiederinbetriebnahme unwahrscheinlich machen.

So legte einen Expertenausschuss am heutigen Mittwoch die Ergebnisse einer dreijährigen Studie geologischer Verwerfungen unter dem AKW Tsuruga (Präf. Fukui) vor und kommt zu dem Schluss, dass die Verwerfung unter Reaktor 2 aktiv ist.

Der Betreiber Japan Atomic Power (JAPCO), der bereits den alten Reaktor 1 stilllegen wird, wehrt sich gegen diese Einschätzung, die eine Stilllegung von Reaktor 2 bedeuten würde, da er Neustartpläne hegt.

Am Kernkraftwerk Higashidori (Präf. Aomori) sollen zwei aktive Verwerfungen vorhanden sein. Die Erklärung des neustartgewillten Betreibers Tohoku Electric, die Verfordungen über den Verwerfungen wären durch andere geologische Ereignisse verursacht worden, habe das Unternehmen nicht hinreichend belegt.

Im Fall des AKW Monju wies die Atomaufsicht NRA weitere Nachlässigkeiten in den Sicherheitskontrollen des Betreibers, der japanischen Atomenergiebehörde (JAEA) nach.

So wären etwa die alle 16 Monate erforderlichen Ultraschalltests nicht durchgeführt worden. Diese dienen der Zustandskontrolle an Kühlwasserrohren. Auch Leitungen, die besonderer Kontrolle bedürfen, da sie nicht visuell untersucht werden können, habe man nicht geprüft.

Der NRA-Vorsitzende Shunichi Tanaka erklärte, der Betreiber sei nicht qualifiziert im Bereich der Kernenergie zu arbeiten, wenn Anlagen nicht einmal richtig gewartet würden. Über die Entdeckungen berichteten Kyodo, jiji und NHK.

Erneut Bergwasserverklappung durchgeführt: Gestern führte AKW-Betreiber TEPCO eine weitere Verklappung von Grundwasser aus den Bergen in den Pazifischen Ozean durch.

Dabei wurden zwischen 10:09 Uhr und 15:58 Uhr insgesamt 1.459 Tonnen in den Pazifik eingeleitet. Die wiederholt durchgeführte Maßnahme zur Kontrolle des Grundwassers unter dem Kraftwerksgelände verlief ohne Zwischenfälle. Das berichtete das Unternehmen.

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