Start Aktuelles Fukushima aktuell: Schutzmantel-Demontage an Reaktor 1 abgeschlossen

Fukushima aktuell: Schutzmantel-Demontage an Reaktor 1 abgeschlossen

Arbeiten an Reaktor-Schutzmantel nach zwei Jahren abgeschlossen

1508
0
TEILEN
Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Vollständig demontierter Schutzmantel am 10. November 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Vollständig demontierter Schutzmantel am 10. November 2016 (Foto: TEPCO)

Auch wenn sich der Betreiber des AKW Fukushima heute über den erfolgreichen Abschluss eines wichtigen Arbeitsschrittes freuen kann, gibt es auch Negativmeldungen, bei denen es um Sicherheitsversäumnisse und Mobbing geht.

Die Fukushima News zeigen wieder einmal, dass auch fast sechs Jahre nach dem Beginn der Krise noch Vieles getan werden muss. die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. November 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Schutzmantel-Demontage an Reaktor 1 abgeschlossen
  • Erneuter Richtlinienverstoß am AKW Fukushima
  • Betriebsstörung an Müllverbrennung geklärt
  • Schülermobbing aufgrund Herkunft aus Fukushima
Schutzmantel-Demontage an Reaktor 1 abgeschlossen

Zwei Jahre nach Beginn der Demontage konnte TEPCO vom AKW Fukushima Daiichi heute die erfolgreiche Entfernung des letzten Schutzmantel-Paneels an Reaktor 1 vermelden.

Damit hält das Unternehmen den Abschlusstermin der Demontage-Arbeiten, den man Anfang der Woche bekannt gegeben hatte, plangemäß ein.

Die Konstruktion aus einem Gerüst und der daran angebrachten Verkleidung war um das beschädigte Reaktorgebäude errichtet worden, um Witterungseinflüsse abzuhalten und die Freisetzung von radioaktiven Material zu verringern.

Mit dem Abschluss der Demontage ist der Weg frei für die künftigen Arbeitsschritte.

Dazu gehört die Räumung von Schutt und die Entfernung von Betontrümmern und Stahlstreben, um Platz für eine Vorrichtung zu schaffen, mit der  392 abgebrannte Brennelemente aus dem Abklingbecken geborgen werden können.

Ungeklärt ist bislang noch die Lagerung der Brennelemente. Hierfür muss womöglich ein neues Gebäude errichtet werden, sowie der Umgang mit den geschmolzenen Brennelementen.

Über den Abschluss der Demontage berichteten nahezu alle japanischen Medien, darunter Kyodo, Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun, NHK, sowie Präfekturmedien.

Erneuter Richtlinienverstoß am AKW Fukushima

Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO am gestrigen Mittwoch bekannt gab, hat sich das Unternehmen eines weiteren Verstoßes gegen geltende Sicherheitsbestimmungen für Kernkraftwerke schuldig gemacht.

Diesmal wird TEPCO vorgeworfen, nur unzureichende Wartungskontrollen einer mobilen Brennelemente-Wechselmaschine am AKW Fukushima Daiichi durchgeführt zu haben, da die Inspektionszeiträume nicht eingehalten wurden.

Der Betreiber erklärte offenbar, da es eine mobile Vorrichtung handelte, und kein fest installiertes Gerät, habe man auch nicht die Wartungsstandards für verbindlich gehalten.

Somit werden mittlerweile 15 Verstöße alleine am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gezählt. Doch auch vom zweiten TEPCO-Kraftwerk in der Präfektur Fukushima war in jüngerer Vergangenheit derartiges Fehlverhalten bekannt geworden.

So hatte im vergangenen Monat die vorsätzliche Deaktivierung einer Zugangskontrolle für Aufsehen am AKW Fukushima Daini gesorgt. Der Verstoß war als Reaktion auf ständige Fehlalarme des Geräts gerechtfertigt worden.

Zu den weiteren Vorwürfen die bislang erhoben wurden, gehören ungenehmigte bauliche Veränderungen an den Kernkraftwerken Fukushima Daiichi und Fukushima Daini.

Aufgrund dieser Umstände war TEPCO durch die Arbeitsaufsichtsbehörde von Tomioka TEPCO gerügt worden und hatte Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten erhalten, jedoch innerhalb von drei Wochen keinen Bericht vorgelegt.

Der Betreiber erklärt, dies sei nicht in vertuschender Absicht geschehen, sondern man habe die Notwendigkeit der Veröffentlichung einer Mängelliste nicht gesehen. Nun will man nachbessern und legte am Dienstag in Tomioka einen Plan zur Mängelbekämpfung vor.

Das berichteten Präfekturmedien.

Betriebsstörung an Müllverbrennung geklärt

Am 10. August war es an der Müllverbrennungsanlage für Feststoffe auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zu technischen Störungen gekommen und eine Untersuchung der genauen Umstände eingeleitet worden. Diese Ergebnisse liegen nun vor.

Demnach sei es durch sinkende Temperaturen zurückgebliebener Abgase in der Anlage zur Bildung von Kondenswasser gekommen und die darin enthaltenen Stoffe hätten zur Korrosion geführt, so dass Risse und Löcher auftraten.

Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden Kontrollen an weiteren Anlagen durchgeführt und abblätternde Farbe im Inneren eines Rauchabzugs festgestellt. Nachdem die Reparatur betroffener Stellen angeordnet wurde, habe man die Anlage heute um 14:30 Uhr wieder in Betrieb genommen.

Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Schülermobbing aufgrund Herkunft aus Fukushima

Ein mittlerweile 13 Jahre alter Junge wurde an einer Schule in Yokohohama so lange gemobbt und erpresst, bis er aufgrund der Belastung eine Zeit lang nicht mehr am Unterricht teilnehmen konnte. Hintergrund für die Taten war seine Herkunft.

Die Familie war im Zuge der Ereignisse am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi aus der Präfektur evakuiert, so dass der Junge seit August 2011 in der neuen Klasse in Yokohama zur Schule ging – und dort zum Opfer von Mobbing wurde.

Neben körperlichen Übergriffen wurde er auch als „Bazille“ bezeichnet und die Erpressungen in mindestens einem Fall gegenüber dem Opfer mit dem Bezug von Entschädigungszahlungen für die Evakuierung begründet.

Schätzungsweise zehn Personen erhielten durch die Erpressungen, die bei etwa zehn Gelegenheiten stattfanden, insgesamt zwischen 50.000 bis 100.000 Yen. Das Geld wurde dann an Automaten verspielt.

Die Eltern meldeten das Mobbing bereits 2014, doch die Schule sah die rechtlichen Bedingungen für eine Untersuchung nicht erfüllt. Erst nach einer Beschwerde bei der Schulbehörde im Jahr 2015 wurde der Fall untersucht.

Bei einer gestrigen Pressekonferenz räumte ein Vertreter des Schulrats in Yokohama die Fehler bei der Behandlung der Angelegenheit ein, lehnte jedoch unter Verweis auf den Schutz persönlicher Daten genauere Angaben ab.

Der Untersuchungsbericht hatte die Verantwortlichen scharf kritisiert und ihr mangelndes Engagement in der Situation, mit der Aufgabe des Bildungsauftrags gleichgestellt.  Über den offenbar erst jetzt bekannt gewordenen Fall berichtete die Mainichi Shimbun.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here