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Fukushima aktuell: Schwere Regenfälle führen zu Evakuierungen

Sommerhitze und Unwetter in der Region

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Artikelbild - Dunkler Regen (Foto: D. Sh
Präfektur Fukushima: Schwere Regenfälle in einigen Regionen (Foto: D. Sharon Pruitt cc-by)

Während Wissenschaftler über mögliche Strahlungsfolgen bei Affen diskutieren, gab mindestens eine Gemeinde in der Präfektur Fukushima heute eine offizielle Evakukierungsanordnung aufgrund des schlechten Wetters aus.

Zu den sonstigen Fukushima News gehören die letzten Schritte vor Beginn der morgigen Unterwasser-Mission eines Roboters. Einzelheiten zu diesen Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Evakuierungen nach schweren Regenfällen
  • Schlechte Blutwerte bei Affen in Fukushima
  • Mission von Unterwasser-Roboter in Fukushima-Reaktor 3 beginnt morgen
Evakuierungen nach schweren Regenfällen

Der japanische Sommer ist für seine hohen Temperaturen und die nicht minder hohe Luftfeuchtigkeit bekannt und gilt daher bei ausländischen Touristen nicht gerade als ideale Reisezeit.

Weitaus schwerwiegendere Probleme haben die Einwohner der Präfekturen Fukushima und Niigata. Hier wurde für einzelne Gemeinden offizielle Evakuierungsanordnungen aufgrund starker Regenfälle ausgegeben.

So wies etwa die Ortschaft Tadami im Westen der Präfektur Fukushima am heutigen Dienstag über 4.300 Einwohner zur Evakuierung an. Es wurden Warnungen wegen Hochwasser von Flüssen und möglichen Erdrutschen ausgegeben.

Auch die japanische Wetterbehörde gab Hinweise auf schwere Regenfälle oder Überflutungen in Teilen der Präfektur Fukushima aus.

Es kam nach Angaben der Betreiberfirma JR East zeitweise zu Ausfällen auf lokalen Bahnstrecken. Berichte über Verletzte oder Todesopfer gibt es bislang noch nicht.

Ironischerweise führten erst gestern Rettungsteams in der Stadt Fukushima am Surikamigawa anlässlich der Sommer-Saison eine Übung zur Personenbergung aus Flüssen durch. Die Temperaturen sollen weiterhin hoch bleiben.

Während in Japans Hauptstadt Tokyo heute ein Hagelschauer niederging, ist unterdessen die Zahl der Todesopfer in Südwestjapan, das bereits seit mehreren Tagen von Überflutungen betroffen ist, auf 34 gestiegen. Offiziell gelten sieben Personen noch als vermisst. Über die Evakuierungsanordnung für die beiden Präfekturen berichtete die Kyodo.

Schlechte Blutwerte bei Affen in Fukushima

Seit zwei Tagen läuft das Treffen der japanischen Gesellschaft für Primatenforschung in Iwaki. Teil der gestrigen Vorträge waren aktuelle Informationen über die Population von Japan-Makaken in der Präfektur Fukushima.

Von besonderem Interesse war dabei natürlich die Frage, ob die Radioaktivität in den Wäldern der Präfektur irgendeine Auswirkung auf die Gesundheit der Tiere hat und wie sich ihr Verhalten seit der Kraftwerkskatastrophe verändert hat.

Medizinische Untersuchung wiesen im Vergleich mit Artgenossen aus der Präfektur Aomori eine geringere Anzahl an roten und weißen Blutkörperchen nach. Dies sei ein Umstand, der durchaus auf die radioaktive Belastung zurückgeführt werden könnte.

Im Bezug auf das Verhalten wurde festgestellt, dass die Primaten zwar aus den Wäldern in die evakuierten Ortschaften vordrangen, wo sie private Obstpflanzungen plünderten. Eine Zunahme der Population sei jedoch nicht festgestellt worden.

Anders als etwa die Wildschweine, die sich stark vermehrten und erhebliche Sachschäden anrichteten, sind die Makaken offenbar kein ernsthaftes Hindernis für potentielle Rückkehrer in freigegebene Gebiete. Über den aktuellen Stand berichteten Präfekturmedien.

Die Tiere waren allerdings bereits in der Vergangenheit für die Wissenschaft von Interesse. So gab es im August 2012 den Plan, durch „Dosimeter-Affen“ die Kontamination der Wälder durch radioaktives Material zu untersuchen.

Auch gab es bereits medizinische Kontrollen bei den Tieren. Danach wurde im Februar 2015 durch lokale Medien eine Cäsium-Belastung der Affen gemeldet.

Mission von Unterwasser-Roboter in Fukushima-Reaktor 3 beginnt morgen

Nach der Bekanntgabe der Pläne im Mai, den Planungen der Unterwasser-Mission im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 und den ersten Vorbereitungen zum Einsatz, beginnt am morgigen Mittwoch die Einführung des Roboters durch ein Rohr.

Aufgrund der Wassertiefe von 6,4 Metern im Inneren des Sicherheitsbehälters und der völlig unbekannten Situation vor Ort, hatte der Betreiber TEPCO aus Sicherheitsgründen  bereits eine überraschende Verlängerung des Einsatzes angekündigt.

Man erhofft sich vom Einsatz des so genannten Mondfisch-Roboters erstmals Erkenntnisse über den Verbleib der geschmolzenen Brennelemente, die Höhe der Radioaktivität und visuelle Eindrücke vom Zustand des Reaktorinneren. Das berichten Präfekturmedien.

Kraftwerksbetreiber TEPCO kündigte bereits an, entsprechende Pressekonferenzen abzuhalten, um die Öffentlichkeit über den Verlauf der Arbeiten in Kenntnis zu setzen. In der Vergangenheit hatte es nach Fehlschlägen, Kritik an Robotereinsätzen am AKW gegeben

 

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