Fukushima aktuell: Schwere Regenfälle spülen radioaktives Grundwasser hoch

Fukushima aktuell: Schwere Regenfälle spülen radioaktives Grundwasser hoch

AKW-Betreiber TEPCO kämpft gegen riskanten Grundwasseranstieg

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Artikelbild - AKW Fukushima: Lage am Kontrollposten der Grundwasserableitung in der Nacht vom 20. September 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lage am Kontrollposten der Grundwasserableitung in der Nacht vom 20. September 2016 (Foto: TEPCO)

Nachdem die vergangenen Tage ohne besondere Ereignisse am Kernkraftwerk vergingen, werden im Zusammenhang mit der Anlage des AKW Fukushima heute dramatische Entwicklungen berichtet.

Regenfälle könnten zu einer Gefährdung der Umwelt geführt haben. Die Details dieser Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. September 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Schwere Regenfälle lassen kontaminiertes Grundwasser überlaufen
  • Neuer Finanzausschuss zur Fukushima-Stilllegung bekannt gegeben
Schwere Regenfälle lassen kontaminiertes Grundwasser überlaufen

Nach den schweren Regenfällen durch Taifun Malakas, kam es Dienstagnacht nun erstmals zum Anstieg von kontaminiertem Grundwasser bis auf Bodenhöhe. TEPCO hatte zuvor berichtet, man versuche, die Situation zu kontrollieren.

Alle Angestellten würden im Rahmen von Pumparbeiten ihr möglichstes tun, um den weiteren Austritt durch die Erdoberfläche zu verhindern. Andernfalls besteht das Risiko, dass radioaktiv belastete Grundwasser in den Hafen gelangen könnte.

Der kritische Zustand, dass der Wasserpegel sich nun praktisch auf Bodenhöhe befinde, sei am gestrigen Dienstag kurz vor 22:00 Uhr an einem Grundwasserkontrollposten in der Nähe des Hafendamms eingetreten.

Gegen 23:30 Uhr musste dann festgestellt werden, dass das Wasser nun drei Zentimeter über der Oberfläche stand. Da der Damm jedoch deutlich höher sei und der Boden dort betoniert ist, sei ein Austritt in das Meer sehr unwahrscheinlich.

Dem aktuellen Stand von 9:00 Uhr am Mittwochmorgen ist der Wasserstand wieder etwas zurückgegangen und etwa drei Zentimeter unter die Bodenhöhe gesunken.

AKW Fukushima: Heraufpumpen von Grundwasser an einem Kontrollposten, 21. September 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Heraufpumpen von Grundwasser an einem Kontrollposten, 21. September 2016 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO dauern die Pumparbeiten auf der Anlage an.

Zudem habe man weitere Schutzmaßnahmen getroffen und den Damm zusätzlich mit wasserdichten Planen gesichert.

Ergänzend wurden die Grundwasserkontrollposten ebenfalls zusätzlich mit Sandsäcken abgesichert. Dort sei jedoch offenbar kein Wasser ausgetreten.

Auch an anderen Stellen soll durch Abdeckungen verhindert werden, dass das Regenwasser in den Boden gelangt und erneut zu einer kritischen Lage führt. Ein Teil sei jedoch möglicherweise bereits in den Hafen abgeflossen.

Wie das Unternehmen einräumt, könnte somit bereits eine erste Kontamination des Wassers im Hafenbereich vorliegen, die in diesem Fall jedoch niedriger ausfallen würde, als beim Einströmen von radioaktiv belastetem Grundwasser

Das Betreiberunternehmen versicherte, sowohl den Wasserstand, als auch die Strahlungswerte an den Grundwasserbrunnen und im Hafenbereich laufend zu kontrollieren, um die Entwicklungen zu verfolgen und kontrollieren zu können.

Die Analysen von Meerwasseproben außerhalb des Hafens wiesen nach Angaben von TEPCO keine gestiegenen Werte nach

Über die jüngsten Ereignisse berichteten neben dem Unternehmen TEPCO, auch zahlreiche Medien, darunter die Asahi Shimbun, jiji, NHK und Präfekturmedien.

Neuer Finanzausschuss zur Fukushima-Stilllegung bekannt gegeben

Wie Japans Industrieministerium am gestrigen Dienstag offiziell bekannt gab, wird man einen Ausschuss zur Planung von Finanzhilfen für die Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi einsetzen.

Bereits in der vergangenen Woche waren diese Pläne für einen Finanzausschuss zur AKW-Stilllegung bekannt geworden. Wie heute öffentlich bestätigt wurde, wird die neue Instanz bereits Anfang kommenden Monats die Gespräche aufnehmen.

Da Finanzmittel zur Unterstützung der Fukushima-Arbeiten aus Steuergeldern stammen würden, will das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie eine möglichst umfangreiche Analyse, so dass man der Öffentlichkeit die Entscheidung plausibel machen kann.

Nach Angabe von Industrieminister Hiroshige Seko sollen die ersten Entwürfe bis Jahresende vorgelegt werden. Damit entspricht der Zeitplan dem zuvor genannten Rahmen.

Zu den künftigen Mitgliedern gehören führende Gestalten der Wirtschaft, etwa der Vorsitzende der japanischen Industrie- und Handelskammer.

Bislang dienen die finanziellen Zuwendungen der Regierung vor allem der Übernahme von Entschädigungsforderungen gegen TEPCO und der Durchführung von Dekontaminationsmaßńahmen in der Präfektur.

Über die offizielle Bekanntgabe berichteten Kyodo und jiji.

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