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Fukushima aktuell: Schwerer Arbeitsunfall am AKW

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Artikelbild - Unglücksort im Lagertankbereich J2 am 7. November 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Unglücksort im Lagertankbereich J2 am 7. November 2014 (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute einen Arbeitsunfall, bei dem mehrere Arbeiter verletzt wurden. Berichte über erfolgreiche Maßnahmen an der Anlage treten dahinter zurück. Weitere Fukushima News und sonstige Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. November 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • AKW-Arbeitsunfall mit mehreren Verletzten
  • Verklappung am AKW Fukushima durchgeführt
  • Gouverneur stimmt Neustart von AKW Sendai zu
  • Gegenvorschlag bei Lagerstandort abgelehnt
  • Ergebnisse von Schilddrüsentests gingen an falsche Empfänger

AKW-Arbeitsunfall mit mehreren Verletzten: Am heutigen Freitag kam es beim Bau von Stahltanks auf dem Kraftwerksgelände zu einem Arbeitsunfall, bei dem mehrere Arbeiter verletzt wurden. Gegen 11:23 Uhr stürzte im Tankbereich J2 eines der Bauteile und traf dabei drei Kraftwerksbeschäftigte.

Japanischer Rettungshubschrauber vom Typ Kawasaki-BK227C-2 (Foto: pd)
Fukushima-Arbeiter schwerverletzt abtransportiert (Symbolfoto: pd)

Nachdem mindestens eine Person nicht bei Bewusstsein war, wurde zunächst ein Krankenwagen alarmiert und die beiden weniger schwer Verletzten zunächst nach Naraha gebracht, wo sie mit einem Hubschrauber der Feuerwehr  in das Krankenhaus Iwaki eingeliefert wurden.

Aufgrund der schwere der Verletzungen beim dritten Patienten, wurde sofort ein Rettungshubschrauber gerufen, dessen Team zunächst eine erste Notversorgung durchführte, bevor der Arbeiter in das Universitätsklinikum Fukushima ausgeflogen wurde.

Nach Meldung von TEPCO wurden bei keinem der drei Arbeiter eine radioaktive Belastung festgestellt

Verklappung am AKW Fukushima durchgeführt: Zum Wochenende wurde auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi eine weitere Umleitung von Grundwasser aus den Bergen durchgeführt und das Wasser in den Pazifik eingeleitet.

Die Maßnahme verlief nach Angaben von TEPCO ohne Zwischenfälle. Bei der Maßnahme, die zwischen 10:03 Uhr und 16:13 Uhr verlief, wurde eine Gesamtmenge von 1.549 Tonnen zuvor auf Belastung kontrolliertes Wasser verklappt.

Die Grundwasserverklappung galt zunächst als ineffektiv, da sich keine signifikanten Änderungen beim Grundwasserstand ergaben, später wurde diese Einschätzung jedoch revidiert, so das nun die Verklappung von Grundwasser als sinnvoll angesehen wird.

Gouverneur stimmt für AKW-Neustarts: Nachdem die Präfekturversammlung bei einem heutigen Termin für den Neustart des AKW Sendai (Präf. Kagoshima) gestimmt hatte, schloß sich auch Präfekturgouverneur Yuichiro Ito der Entscheidung an.

Damit genehmigt Gouverneur Sato den Neustart von zwei Reaktoren, nachdem die Anlage im September als erstes Kraftwerk einer Sicherheitskontrolle durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, nach den verschärften Standards unterzogen worden war.

Der Präfekturgouverneur hatte seine eigene Entscheidung von den Abstimmungsergebnissen der Stadtverwaltung Satsumasendai, Standort des Kernkraftwerks, sowie der Präfekturversammlung abhängig gemacht. Nachdem in beiden Instanzen eine Mehrheit den Neustart befürwortete, folgte Ito den Entscheidungen.

Verwaltungen die Standorte von Kernkraftwerken sind, bekommen sowohl von der Regierung, als auch von den Betreibern der Anlagen finanzielle Zuwendungen, so dass der mehrjährige Stillstand der Kraftwerke zu massiven wirtschaftlichen Problemen führt.

Trotz der Erlaubnis durch drei Instanzen und die absolvierte Sicherheitsprüfung ist aufgrund des bürokratischen Aufwands nicht vor kommendem Jahr mit einem erneuten Hochfahren der Reaktoren zu rechnen.

Gegner der Neustartentscheidung protestierten gegen das Abstimmungsergebnis und die Gouverneursentscheidung. Sie fürchten unter anderem schlecht ausgearbeitete Evakuierungspläne und im Katastrophenfall die Ausbreitung auf die Nachbarpräfektur Kumamoto.

Über die Entscheidung berichteten praktische alle Medien, darunter Kyodo, jiji und NHK.

Gegenvorschlag bei Lagerstandort abgelehnt: Kazuhisa Mikata, Bürgermeister von Shioya (Präf. Tochi), das als möglicher Endlagerstandort für Dekontaminationsabfälle gilt, hat einen Gegenvorschlag veröffentlicht und alle Gemeinden der Präfektur in Kenntnis gesetzt.

Symbolbild: Atommüllfass (Foto: pd)
Kontaminierte Abfälle: Gegenseitige Ablehnung bei der Lagerungsfrage (Symbolbild: pd)

Als Gegenentwurf für den Plan der Regierung, insgesamt fünf dauerhafte Lagerstandorte in fünf Präfekturen zu errichten, in denen Abfälle mit Belastungen über 8.000 Becquerel pro Kilogramm eingelagert, fordert Shioya den Verbleib in der Präfektur Fukushima.

Alle radioaktiv belasteten Abfälle sollten in einem Zwischenlager, das im langfristig nicht bewohnbaren Bereich des Sperrgebiets in unmittelbarer Nähe zum AKW Fukushima Daiichi errichtet wird, eingelagert werden. Eine Entsorgung könne auf dem Gelände der Kraftwerksanlage erfolgen, so der Gegenentwurf des Ministers.

Der gegenwärtige Plan der Regierung stößt in Shioya auf Kritik, da die Einwohner um die Sicherheit einer Wasserversorgung in der Nähe des zu errichtenden Lagers fürchten.

In einer heutigen Rede erklärte Umweltminister Mochiduki jedoch, man werde am Endlagerkonzept in den fünf Präfekturen festhalten, da die dort angefallenen kontaminierten Abfälle nicht lediglich zwischengelagert werden könnten.

Auch sei es der, durch die Kraftwerkskatastrophe ohnehin schwer geschädigten Präfektur Fukushima nicht zumutbar, noch weitere Last zu tragen. Eine derartige Maßnahme würde dort keine Mehrheit gewinnen können. Über die Diskussion berichtete die NHK.

Ergebnisse von Schilddrüsentests gingen an falsche Empfänger: In fast 200 Fällen wurden Testergebnisse von Schilddrüsenuntersuchungen bei Bürgern der Präfektur Fukushima an falsche Empfänger geschickt.

Im September wurden an sieben medizinischen Einrichtungen insgesamt 186 Personen einer Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse unterzogen. In 173 Fällen wurden die Ergebnisse anschließend an falsche Empfänger verschickt.

Bei zwei Patienten waren Auffälligkeiten an der Schilddrüse nachgewiesen worden, die eine Nachfolgeuntersuchung sinnvoll erscheinen ließen – sie erhielten jedoch irrtümlich den Hinweis, es sei keine weitere Maßnahme mehr erforderlich.

Als Ursache für den logistischen Zwischenfall wurden Fehler entdeckt, die von Mitarbeitern der koordinierenden medizinischen Universität Fukushima bei der Erstellung der Adresslisten gemacht worden waren.

Ein Vertreter der Klinikleitung entschuldigte sich für das Versehen und erklärte, er wolle sich persönlich bei den Betroffenen entschuldigen. Man werde im Team gemeinsam alles versuchen, um eine Wiederholung eines derartigen Zwischenfalls zu verhindern. Das berichtete die NHK.

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