Start Aktuelles Fukushima aktuell: Schwerer Dekontaminationsbetrug bringt Klage ein

Fukushima aktuell: Schwerer Dekontaminationsbetrug bringt Klage ein

1888
5
TEILEN
Artikelbild - Bambuswald (Foto: Jesper Rautell-Balle cc-by)
Bambuswald-Schwindel könnte Konsequenzen haben (Symbolfoto: Jesper Rautell Balle, cc-by)

Nachdem man lange schwieg, ist von der Stadtverwaltung Fukushima heute zu hören, dass im Skandal um vorgetäuschte Dekontamination eine Klage angestrebt wird. Kritik an der Stadt gibt es dennoch.

Die Einzelheiten der aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News, sowie weitere Meldungen, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Juni 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Klage wegen schweren Dekontaminationsbetrugs geplant
  • Regenzeit erreicht AKW Fukushima
  • Erste Küstenkontrollen in Hirono seit den Tohoku-Katastrophen
Klage wegen schweren Dekontaminationsbetrugs geplant

Im Fall des professionellen Dekontaminationsbetrugs in Präfektur Fukushima, der im vergangenen Monat öffentlich wurde, soll es nun juristische Konsequenzen geben.

Die Stadt Fukushima fordert vom Joint Venture, dass teure Arbeiten in Bambuswäldern vorgetäuscht hatte, die Rückzahlung von mehr als zehn Millionen Yen. Der Betrug war im vergangenen November aufgeflogen.

Mit der Einleitung eines Verfahrens soll begonnen werden, sobald der tatsächliche Umfang des Betrugs und die Schadenssumme feststehen. Das gab die Stadtverwaltung am gestrigen Dienstag bekannt.

Der Schaden für die Reputation der Stadt ist weniger leicht festzulegen. Neben der Verschwendung öffentlicher Gelder, ist vor allem der Umstand, mehr als ein halbes Jahr nicht mit konkreten Schritten vorgegangen zu sein, ein wichtiger Kritikpunkt.

Tatsächlich sei der bekannt gewordene Fall vermutlich lediglich die Spitze des Eisbergs. Durch die Weitergabe der Dekontaminationsaufträge durch ein Netz von Subunternehmen sei Betrug bei diesen Arbeiten nur schwer nachzuweisen.

Bei normalen Aufträgen wäre ein festes Budget üblich. Doch da für die Dekontamination schnell Arbeiter und Gerät aus dem ganzen Land herangeschafft werden, was die Standardkosten überschreitet, kann bei Abrechnungen leichter betrogen werden.

Über die aktuellen Entwicklungen berichteten Präfekturmedien

Regenzeit erreicht AKW Fukushima

Die in Japan angebrochene Regenzeit hat jetzt auch das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi erreicht. Beim heutigen Besuch von Journalisten waren aufgrund des Regens weniger Arbeitskräfte draußen zu sehen, als bei vorangegangenen Besuchen.

Die Bustour auf dem Kraftwerksgelände ergab für die Journalisten keine neuen Erkenntnisse, sondern zeigte nur die bereits bekannten Einschränkungen. So ist der Aufenthalt in einigen Bereichen aufgrund der hohen Radioaktivität nicht dauerhaft möglich.

Berichte über überlastete Wasserpumpen, überlaufende Lagerbehälter, oder die Überspülung von Betonbarrieren, die als Dämme dienen sollen, gab es dagegen noch nicht. In den vergangenen Jahren war es diesbezüglich immer wieder zu Problemen gekommen.

Erste Küsteninspektionen in Hirono seit den Tohoku-Katastrophen

Nachdem die Naturkatastrophen und die Kernschmelzen im März 2011 zu Zerstörungen und Evakuierung geführt hatte, wurden jetzt erstmals wieder Küsteninspektionen in Hirono durchgeführt.

Da nach den zunehmenden Freigaben früherer Sperrgebietsgemeinden auch mit einem Zulauf in der Küstenregion zu rechnen ist, hat sich ein Rat zur Koordination von Sicherheitsmaßnahmen zur Wiederaufnahme der Inspektionen entschieden.

Zu den Maßnahmen gehören neben der Kontrolle von Pegelstände in Flüssen und Schleusenanlagen auch das Teilen von Informationen durch die beteiligten Organisationen, um Unfälle an der Küste zu verhindern.

Weitere Kontrollen sollen in den Küstenbereichen von Soma, Minamisoma und anderen Ortschaften folgen. Das berichteten Präfekturmedien

 

5 KOMMENTARE

  1. Wie wird der Bambuswald eigentlich gereinigt, dass würde mich mal interessieren.
    Danke für eventuelle Antwort. LG Bernd

    • Hallo Bernd,

      die jeweiligen Gebiete werden im Wesentlichen durch Abholzung bzw. Rodung dekontaminiert. Dazu wird der Bambus bis auf einen kurzen Stumpf gefällt und, ebenso wie das dortige Erdreich, entsorgt. Diese Arbeiten wurden vorgetäuscht, indem man kurz abgeschnittene Bambusrohre in den Boden steckte und aus unterschiedlichen Perspektiven fotografierte, so dass jeweils der Eindruck eines anderen Standorts suggeriert wurde.

      Mit freundlichen Grüßen

      Die Spreadnews-Redaktion

  2. Danke für die Antwort. Was macht man mit den abgeholzten Bambuswald bzw. mit den Nadel.- und Laubbäume, einlagern oder verbrennen??
    LG Bernd
    PS.: eine schöne Webseite

    • Im Allgemeinen wird die Verbrennung von Dekontaminationsabfällen angestrebt, da dies den benötigten Platz bei der Einlagerung deutlich reduziert. Allerdings gibt es in der Bevölkerung immer wieder Vorbehalte gegen diese Maßnahme, da trotz entsprechender Filter die Angst besteht, aus den Verbrennungsanlagen könnte radioaktives Material entweichen.

      Vielen Dank für das Lob.

      Die Spreadnews-Redaktion

  3. Vielen Dank für die 2 Antworten von meinen Fragen, ich wünsche der Spreadnews-Redaktion noch ein schönes Wochenende. LG Bernd Preuß

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here