Start Aktuelles Fukushima aktuell: Seismologe spricht von Vermeidbarkeit der AKW-Katastrophe

Fukushima aktuell: Seismologe spricht von Vermeidbarkeit der AKW-Katastrophe

AKW-Katastrophe war nach Expertenansicht vermeidbar - Politischer Druck verhinderte Maßnahmen

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Foto des Tsunami am AKW Fukushima am 11.03.2011 Foto: Tepco
Tsunami am AKW Fukushima am 11. März 2011 (Foto: TEPCO)

Die Schuldfrage zu den Ereignissen vom 11. März 2011 ist für Bewohner der Präfektur Fukushima heute immer noch Thema von Diskussionen. Auch trotz immer neuer Fukushima News ist die Verantwortung nach wie vor nicht gänzlich geklärt.

Von besonderem Interesse ist daher eine aktuelle Zeugenaussage. Weitere Meldungen befassen sich mit sozialen Netzwerken und Reiseplänen des Tenno. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Mai 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Seismologe erklärt Fukushima-Katastrophe für vermeidbar
  • Kaiserpaar plant Fukushima-Besuch für Juni
  • Präfektur Fukushima führend bei Facebook-Nutzung
Seismologe erklärt Fukushima-Katastrophe für vermeidbar

Bei einer Anhörung im Rahmen der Ermittlungen gegen die frühere Führung des AKW-Betreiberunternehmens TEPCO, machte ein Seismologe eine bemerkenswerte Aussage im Bezug auf die damaligen Einschätzungen einer Tsunamigefahr.

Kunihiko Shimazaki war für die Zusammenstellung der Erdbebenprognosen im Juli 2002 verantwortlich und war bereits seit 1995 für einen Ausschuss zur Erdbebensicherheit tätig. Er hatte wesentlichen Einfluss auf die Festlegung von Langzeitprognosen.

In seiner Aussage vor Gericht erklärte Shimazaki, die Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wäre vermeidbar gewesen, wenn aufgrund einer solchen Langzeitprognosen entsprechende Schritte getroffen worden wären.

Jedoch habe das Kabinettsbüro Druck auf den Expertenausschuss ausgeübt und dazu veranlasst, eine entsprechend kritische Kalkulation von Tsunami bis zu 15,7 Metern Höhe als wissenschaftlich nicht haltbar zu klassifizieren.

Als Begründung für die Haltung der Regierung, die nach Ansicht von Shimazaki vielen Menschen das Leben kostete, deutete der Seismologie-Professor an, es könnte Verbindungen zwischen Atomindustrie und Politik gegeben haben.

Es sei offensichtlich, dass seine Ergebnisse den Verantwortlichen des Kraftwerksbetreibers unwillkommen waren. Über die Anhörung berichteten Mainichi Shimbun, Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Kaiserpaar plant Fukushima-Besuch für Juni

Der Tenno und seine Gemahlin planen für den kommenden Monat einen dreitägigen Aufenthalt in der Präfektur Fukushima. Das gab das kaiserliche Hofamt bekannt. Es wird der nunmehr neunte Besuch während der Regentschaft und der sechste seit den Tohoku-Katastrophen.

Am 9. Juni sollen zunächst Evakuierte in Iwaki besucht werden. Zum Programm der folgenden Tage gehört der Besuch einer Vorführung polynesischer Tänze durch „Hula-Girls“, für die Iwaki bekannt ist, und die Teilnahme am nationalen Baumpflanzungsfest.

Ihre Anwesenheit beim 96. nationalen Baumpflanzungsfest wird auch der letzte Auftritt bei dieser jährlichen Veranstaltung sein, da der Tenno Ende April kommenden Jahres abdanken und von seinen Ämtern zurücktreten wird.

Über die Pläne berichteten jiji, sowie Präfekturmedien.

Präfektur Fukushima führend bei Facebook-Nutzung

Eine statistische Erhebung in Japan zeigt, dass die Präfektur Fukushima in der Zahl der Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook landesweit führend ist und sich damit deutlich von den anderen Gebieten abhebt.

Für die Umfrage waren zwischen dem 13. und 18. April in allen 47 Präfekturen des Landes insgesamt 2.380 Personen im Alter zwischen 20 und 49 Jahren beiderlei Geschlechts zur Nutzung sozialer Netzwerke im Internet befragt worden.

Somit lag die Präfektur Fukushima bei der Zahl der Facebook-Nutzer auf Platz eins (47,5 Prozent der Befragten), gefolgt von den Präfekturen Tottori (46,5 Prozent) und Saga (45,5 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei. Am wenigsten wird es in der Präfektur Gunma genutzt (19 Prozent).

Während also Fukushima bei der Facebook-Nutzung führt, erreicht man bei Instagram immerhin noch Platz drei (39 Prozent). Im Fall der Nutzerzahl des bekannten Mikroblogging-Anbieters Twitter erreichte die Präfektur nur Platz 16 (37,3 Prozent).

Die hohe Facebook-Nutzung wird von einem Experten mit den Tohoku-Katastrophen begründet. Insbesondere die Unterstützer des Wiederaufbaus durch Initiativen kooperierten über das Soziale Netzwerk miteinander.

Über diese Ergebnisse berichteten Präfekturmedien.

Zu den populären Anbietern auf dem japanischen Markt gehört beispielsweise Mixi, das im Jahr 2004 als erste Social Network Seite des Landes begann und lange Markführer blieb. Erst 2012 wurde es von Facebook überholt.