Fukushima aktuell: Seltenes Mineral soll Felder dekontaminieren

Fukushima aktuell: Seltenes Mineral soll Felder dekontaminieren

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Artikelbild - Trocknender Reis nach Ernte in Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Reisernte aus Sperrgebiet könnte handelstauglich sein (Symbolfoto: pd)

Während die Dekontamination von landwirtschaftlichen Nutzflächen das Thema wissenschaftlicher Untersuchungen ist, beschäftigt die Präfektur Fukushima heute vor allem der Neustart eines japanischen AKW. Die detaillierten Fukushima News finden sich im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. August 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Seltenes Mineral soll Felder dekontaminieren
  • Fukushima-Gouverneur mahnt zu AKW-Sicherheit
  • Fischereidachverband akzeptiert zunächst Verklappung
  • Weniger Fukushima-Arbeiter durch Obon
  • Suchaktion nach Tohoku-Vermissten

Seltenes Mineral soll Felder dekontaminieren: Ein seltenes Mineral könnte die Dekontamination von Feldern, die durch den radioaktiven Fallout der Fukushima-Katastrophe belastet wurden, deutlich effektiver machen.

Wie ein wissenschaftliches Team von der Universität Okayama feststellte, kann durch die Beimischung des seltenen Minerals Schwertmannit die Menge an radioaktivem Cäsium, das vom Getreide aus dem Boden aufgenommen wird, halbiert werden.

Bislang kommt das Material bei der Aufbereitung saurer Grubenwässer aus alten Bergbauanlagen zum Einsatz. Über die mögliche Nutzung auf den Feldern berichteten Präfekturmedien.

Fukushima-Gouverneur mahnt zu AKW-Sicherheit: Anlässlich des Reaktor-Neustarts am AKW Sendai (Präf. Kagoshima), rief der Gouverneur der Präfektur Fukushima dazu auf, in der Atompolitik des Landes müsse Sicherheit die oberste Priorität darstellen.

Die Regierung habe die Verantwortung, die Lehren aus der Fukushima-Katastrophe in ihre Entscheidungen einfließen zu lassen.

Es sei von besonderer Wichtigkeit, für Sicherheit zu sorgen und den Bürgern das Gefühl der Sicherheit wiederzugeben.

Für seine eigene Präfektur fordert Gouverneur Masao Uchibori von der Regierung und TEPCO weiterhin die Stilllegung aller Kernkraftwerke des Unternehmens.

Man werde zudem alle Anstrengungen unternehmen, um beim Wiederaufbau dem Prinzip einer Gesellschaft ohne Abhängigkeit von der Atomenergie treu zu bleiben. Das berichtete die NHK.

Kritiker des Sendai-Neustarts bemängeln, dass trotz Beweisen für vulkanische Aktivität in der Vergangenheit dort kein Ausweichlager für Brennelemente im Fall eines Vulkanausbruchs geschaffen wurde.

Fischereidachverband akzeptiert zunächst Verklappung: Der Dachverband der Fischereikooperativen der Präfektur Fukushima, erklärte heute nach einer außerordentlichen Sitzung in Iwaki, man akzeptiere die Absicht von TEPCO, radioaktiv kontaminiertes Grundwasser ins Meer zu leiten, mit Vorbehalten.

Im Gegenzug für die grundsätzliche Bereitschaft und eine erste vorübergehende Genehmigung stellt der Verband jedoch Forderungen.

So müssten der Kraftwerksbetreiber TEPCO und die Regierung nicht nur das größtmögliche Maß an Sicherheit gewährleisten, sondern zudem Öffentlichkeitsarbeit gegen das Aufkommen negativer Gerüchte leisten.

Eine Überwachung der Verklappungsmaßnahmen durch eine unabhängige Instanz, sowie Schadensersatzzahlungen im Fall von wirtschaftlichen Einbußen durch Gerüchte, gehören ebenfalls zum Katalog der Forderungen.

Vertreter des Präfekturverbands versicherten, die Bereitschaft zu den Verklappungen sei nicht leicht gefallen, allerdings sei unstrittig, dass die täglich anfallenden Mengen von kontaminiertem Grundwasser bewältigt werden müssen.

Elektrizitätskonzern TEPCO will sich Ende des Monats schriftlich zu den gestellten Bedingungen äußern. Abhängig von der Antwort könnte der Dachverband dann die Verklappung durch unterirdische Leitungen genehmigen.

Einzelheiten, etwa zum Beginn der Verklappungsmaßnahme und die jeweils einzuleitende Menge stehen noch nicht fest. Über die erste vorsichtige Genehmigung berichteten Asahi Shimbun, jiji und NHK.

Nicht zuletzt aufgrund der verspäteten Bekanntgabe über die radioaktive Meereskontamination nach schweren Regenfällen, ist das Vertrauen der Fischer in das Unternehmen gestört. Daher sind einige Fischer nach wie vor gegen die Pläne.

Zunächst hatte ein Ortsverband den Plänen des AKW-Betreibers grundsätzlich zugestimmt. Im Anschluß an diese erste Meldung war dann weitergehende Bereitschaft signalisiert und die außerordentliche Sitzung des Dachverbands angekündigt worden.

Weniger Fukushima-Arbeiter durch Obon: Die Belegschaft am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ist saisonbedingt gesunken. Anlässlich des buddhistischen Totenfestes Obon, haben viele Angestellte Urlaub genommen.

Dennoch können grundlegende Aufgaben, wie etwa Kontrollgänge, Reaktorkühlung und Wasserfilterung weiter fortgesetzt werden.

Aufgrund des jüngsten Todesfalls waren alle sonstigen komplexen Arbeiten zugunsten von Sicherheitskontrollen ohnehin ausgesetzt worden. Im Regelfall sind täglich etwa 7.000 Personen auf dem Kraftwerksgelände beschäftigt.

Über den Urlaub anlässlich des Obon berichteten Präfekturmedien.

Suchaktion nach Tohoku-Vermissten: Am heutigen Dienstag führten die Beamte mehrerer Polizeiwachen der Präfektur Fukushima eine Suchaktion durch.

Die Teilnehmer der Aktion in der Region Hamadori suchten nach Hinweisen auf jene Menschen, die seit dem Tohoku-Großeben und dem damit verbundenen Tsunami offiziell noch als vermisst gelten.

Derartige Suchen finden häufig am elften eines Monats statt, da sich die Naturkatastrophen am 11. März 2011 ereigneten. Über die polizeiliche Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

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