Start Aktuelles Fukushima aktuell: Serie von Messwertrekorden reißt nicht ab

Fukushima aktuell: Serie von Messwertrekorden reißt nicht ab

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Artikelbild - Untersuchung von Cäsiumproben aus Erdreich (Foto: TEPCO)
Untersuchung von Cäsiumproben aus Erdreich (Foto: TEPCO)

TEPCO muss vom AKW Fukushima heute weitere Negativrekorde bei Grundwasserproben melden, so dass diese Woche für den Betreiber nicht positiv endet. Kleinere technische Probleme fallen da kaum ins Gewicht. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Anstieg der Betastrahler in Grundwasserproben dauert an
  • Ölleck an Raupenkran
  • Einwohner mit Vorbehalten gegen Neustart des AKW Sendai
  • Malware auf Bürocomputer von TEPCO-Tochter

Anstieg der Betastrahler in Grundwasserproben dauert an: Nach den Ergebnissen der letzten Tage, musste TEPCO mit den aktuell veröffentlichten Zahlen der Grundwasserbrunnen 1-6 weitere Anstiege melden. In den Grundwasserproben vom gestrigen Donnerstag wurden sowohl für Cäsium-134 und Cäsium-137, als auch für Mangan und Kobalt neue Rekordwerte nachgewiesen.

Der Wert von Cäsium-134 betrug 17.000 Becquerel pro Liter. Bei der letzten Kontrolle am 2. Oktober, lag er noch bei 10.000 Becquerel. Im Fall von Cäsium-137 erfolgte im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 30.000 auf 51.000 Becquerel pro Liter.

Bei Kobalt-60 stieg der Wert von zuvor 750 auf 2.100 Becquerel pro Liter. Mit 290 Becquerel pro Liter lag der Wert von Mangan-54 ebenfalls höher. Im Rahmen der letzten Probe waren dort 97 Becquerel nachgewiesen worden. Der Aufwärtstrend an den Grundwasserkontrollposten setzt sich damit fort.

TEPCO betonte jedoch, neben den Grundwasserwerten auch die Konzentration radioaktiven Materials im Meerwasser zu kontrollieren. Dort sei es zu keinem Anstieg gekommen. Auch in den jetzt gemeldeten Fällen werden schwere Regenfälle für den Anstieg der Werte verantwortlich gemacht, da das Wasser die im Boden gebundenen Substanzen herauslöse und diese somit am Kontrollposten nachzuweisen sind.

Das Unternehmen machte angesichts des nahenden Taifun Vongfong bislang keine Angaben zu möglichen Schutzmaßnahmen an der Kraftwerksanlage. Ersten Prognosen zufolge wird der Sturm nicht nur über das Wochenende anhalten, sondern auch den Montag – als „Tag des Sports“ (taiiku no hi) ein Feiertag – verregnen.

Ölleck an Raupenkran: Am heutigen Freitag entdeckte ein Angesteller eines Partnerunternehmens, dass an einem 300 Tonnen Raupenkran Öl austrat. Nach einer Meldung des Zwischenfalls konnte dann festgestellt werden, dass nach der Abschaltung des Motors auch der Ölfluss stoppte.

Die Flüssigkeit hatte sich auf einer 1×1 Meter ausgebreitet und wurde durch den Einsatz von Adsorptionsmitteln neutralisiert. Der Vorschrift folgend wurde die Feuerwehr Futaba über den Zwischenfall in Kenntnis gesetzt, so die Meldung des Kraftwerksbetreibers TEPCO.

Einwohner mit Vorbehalten gegen Neustart des AKW Sendai: Bei einem Treffen mit 1.000 Einwohnern von Satsumasendai, äußerten diese ihre Besorgnis über die Möglichkeit von Reaktorneustarts am AKW Sendai (Präf. Kagoshima). Bei der Veranstaltung handelt es sich um die erste von fünf geplanten Treffen zur Aufklärung und Diskussion mit Bürgern.

Vertreter der Atomaufsicht NRA erklärten ihr Vorgehen bei der Beurteilung der Sicherheitsmaßnahmen am Kernkraftwerk Sendai und weshalb die geprüften Vorkehrungen den Anforderungen offenbar entsprechen.

Besorgnis und Kritik der Bürger waren äußerst umfassend. So wurden Bedenken über die Sicherheit der Anlage bei Naturkatastrophen ebenso laut, wie der Vorwurf der Unterschätzung von Risiken und die Kritik, bevor die Stilllegung des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi nicht abgeschlossen sei, wären Neustarts von Reaktoren generell verfrüht.

Nachdem die Veranstaltung aufgrund zahlreicher Kommentare und Fragen um annähernd eine halbe Stunde verlängert worden war, beendeten die Verantwortlichen die Veranstaltung und zogen sich so das Missfallen der Bürger zu. Über die Kritik berichteten Kyodo, jiji und NHK.

Malware auf Bürocomputer von TEPCO-Tochter:  Zwischen dem 7. und 8. Oktober wurde auf dem Bürorechner eines Mitarbeiters von TEPCO SYSTEMS, einem IT-Tochterunternehmen des Elektrizitätskonzerns, Hinweise auf unerlaubte Zugriffe festgestellt und umgehend eine Untersuchung durch eine externe Organisation durchgeführt.

Heute wurde der Fund von Schadsoftware auf einem Rechner bestätigt. Die Verbindung zum internen Netzwerk, als auch die Internetverbindung wurden aus Sicherheitsgründen getrennt. Gegenwärtig wird untersucht, ob es zum Diebstahl oder Manipulation von Daten bei dem IT-Unternehmen kam.

2 KOMMENTARE

  1. bei den rasant ansteigenden Werten die pausenlos verharmlost werden, ist der Super-monster-Gau wohl auch nicht mehr weit.

  2. besten dank an spreadnews.de für die stets aktuellen informationen.
    leider haben die meisten medien-verantwortlichen nicht genug „arsch in der hose“, solche news dort zu plazieren, wo sie hingehören:
    auf die titelseiten und in die hauptnachrichten

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