Fukushima aktuell: Sicherheit von Stahlbehältern am AKW fraglich

Fukushima aktuell: Sicherheit von Stahlbehältern am AKW fraglich

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daiichi: Neue Verstöße gegen gesetzliche Regelungen (Symbolfoto: TEPCO)

Mögliche Sicherheitsprobleme bei der Aufbewahrung radioaktiven Materials, beschäftigen den Betreiber des AKW Fukushima heute ebenso, wie die Verantwortlichen der Atomaufsicht. Die angekündigte Erleichterung der Arbeitsbedingungen tritt dahinter fast zurück.

Weitere Fukushima News befassen sich mit einer elektrischen Störung, kontaminierten Abfällen und verwaltungstechnischen Problemen. Mehr zu diesen Themen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Dezember 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Sicherheit von Behältern am AKW Fukushima wird hinterfragt
  • Weitere Lockerung der Schutzkleidungsvorschriften an AKW angekündigt
  • Elektrische Störung am AKW Fukushima
  • Präfektur Fukushima stimmt Entsorgung kontaminierter Abfälle zu
  • Einführung des „My Number“ Systems in Fukushima schwierig

Sicherheit von Behältern am AKW Fukushima wird hinterfragt: Wie Japans Atomaufsichtsbehörde NRA heute bekannt gab, habe man die Untersuchung von Metallbehältern für abgebrannte Brennelemente am AKW Fukushima Daiichi eingeleitet.

Es bestehe die Möglichkeit, dass die Behälter des Herstellers Kobe Steel Ltd. nicht für langfristigen Gebrauch ausgelegt sind. Möglicherweise wäre selbst die Einhaltung des offiziellen Standards nicht ausreichend.

Da der gleiche Behältertyp auch am AKW Tokai (Präf. Ibaraki) Verwendung findet, das von Japan Atomic Power Corporation (JAPC) betrieben wird, habe man auch dort mit den Kontrollen begonnen. Über die Untersuchung berichteten Kyodo und Präfekturmedien.

Weitere Lockerung der Schutzkleidungsvorschriften an AKW angekündigt: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO gab bekannt, ab kommenden Dienstag die Bestimmungen für Schutzkleidung auf der Anlage des AKW Fukushima Daiichi weiter zu lockern.

Die Entfernung oberer Bodenschichten, die Trümmerräumung und das Versprühen von Bindemitteln, habe die Umgebungsradioaktivität auf weiteren Teilen der Anlage sinken lassen.

Das unternehmen hatte bereits im Mai 2015 eine erste Lockerung der Schutzkleidungsregeln durchgesetzt.

In Bereichen die Strahlungswerte unter fünf Mikrosievert pro Stunde aufweisen, kann auf das Tragen von Vollgesichts-Atemschutzmasken verzichtet werden, eine einfache Atemmaske gilt als ausreichend. Auch das Tragen normaler Arbeitskleidung und Baumwollhandschuhe ist dort möglich.

Ziel der Maßnahme sind das Gebiet um das erdbebensichere Verwaltungsgebäude, die Büros der Partnerunternehmen und der Bereich um eine Abfallentsorgungsanlage um Feststoffe auf dem Kraftwerksgelände.

Insgesamt sollen etwa 5,3 Prozent der Anlage ohne die vorher erforderlichen Schutzanzüge zugänglich werden. Das berichten Präfekturmedien.

Elektrische Störung am AKW Fukushima: Am heutigen Freitag kam es gegen 8:21 Uhr (Ortszeit) zu einem Alarm am AKW Fukushima Daiichi, der auf eine Überlastauslösung der Sicherung an einer Elektrizitätsversorgung hinwies.

Gegenwärtig untersuche man den Zustand der Elektrizitätsversorgung, doch weder an den sicherheitsrelevanten Vorrichtungen, noch an den Messposten habe es Auffälligkeiten gegeben. Wichtige Teile des Kraftwerks würden nicht über diese STATION versorgt.

Bereits gestern war offenbar versehentlich der Betrieb einer anderen Stromversorgungsleitung abgestellt worden. Über den Zwischenfall berichtete der Kraftwerksbetreiber.

Präfektur Fukushima stimmt Entsorgung kontaminierter Abfälle zu: Wie erwartet, stimmte Präfekturgouverneur Masao Uchibori der Entsorgung von radioaktiv belasteten Abfällen zu.

Die Präfekturleitung hatte bereits die Bereitschaft zur Lagerung kontaminierter Abfälle signalisiert. Trotz  einer Belastung der Abfälle von bis zu 100.000 Becquerel pro Kilogramm, sprechen die Medien nun von einem vergleichsweise geringem Kontaminationsgrad.

Zuvor hatten die Bürgermeister von Tomioka, dem künftigen Standort des Endlagers, und Naraha, durch das die Lieferroute verlaufen wird, dem Plan der Regierung zugestimmt unter der Voraussetzung einer Zusage, dass hierdurch der Wiederaufbau nicht gestört werde.

In der Anlage sollen etwa 650.000 Kubikmeter an kontaminierten Abfällen aus der Präfektur Fukushima verarbeitet und dauerhaft eingelagert werden. Somit ist Fukushima die erste von sechs Präfekturen, die der finalen Entsorgung zustimmt. Über die Einigung berichteten Kyodo und jiji.

Einführung des „My Number“ Systems in Fukushima schwierig: Die Einführung einer Identifikationsnummer für jeden japanischen Bürger im Zuge des „My number“ Projekts, stößt in der Präfektur Fukushima auf Schwierigkeiten. Aufgrund des Umstands, das einige Evakuierte, die aus dem jetzigen Sperrgebiet um das AKW Fukushima Daiichi flohen ihren Wohnsitzwechsel nicht meldeten, kam es bereits zu Rücksendungen aufgrund von Unzustellbarkeiten.

Die Anschrift der Empfänger zu ermitteln, etwa durch Telefongespräche, erhöht den Verwaltungsaufwand der Maßnahme.

Allein in der Ortschaft Okuma kam es bei 4800 eingesandten Dokumenten bislang zu 180 Retourierungen. Da ein Großteil der Einwohner nach Iwaki floh, dürfte diese Zahl noch steigen.

In Tomioka kam es bei 8.000 zugesandten Schreiben bislang zu 150 Rücksendungen. Allein in diesem Monat habe es an einem Tag bis zu 20 Unzustellbarkeiten gegeben. Zeitlich begrenzte Nachsendeanträge und Informationsdifferenzen zwischen Verwaltungen und der Post tragen zu dem Problem bei.

Andere evakuierte, oder teilevakuierte Gemeinden wie Namie, Futaba, Iitate und Katsurao, haben vergleichbare Probleme mit der Zustellung der Karten. Über die aktuellen Schwierigkeiten berichteten Präfekturmedien.

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