Fukushima aktuell: Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 untersucht

Fukushima aktuell: Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 untersucht

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Aunfahmen der Endoskopie vom 20. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme der Endoskopie vom 20. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)

Mit einer weiteren Reaktoruntersuchung machte sich der Betreiber des AKW Fukushima heute unter anderem auch auf die Suche nach geschmolzenen Brennelementen.

Andere Arbeiten laufen natürlich weiter und so sieht sich das Unternehmen auch weiteren Hindernissen gegenüber. Die Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Oktober 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Kameraeinsatz in Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 3
  • Erster Fukushima-Arbeiter erhält Krebsentschädigung
  • TEPCO wappnet sich gegen Verschlammung

Kameraeinsatz in Sicherheitsbehälter von Fukushima-Reaktor 3: Am heutigen Dienstag warf TEPCO erstmals einen Blick in das Innere des Sicherheitsbehälters von Reaktor 3.

Neben den visuellen Aufnahmen durch das Endoskop wurden auch Strahlungswerte und Temperaturen im Inneren erfasst.

Zunächst sollen nur die Werte oberhalb der Wasseroberfläche ermittelt werden. Eine Ermittlung der Werte innerhalb des Wassers ist für einen zweiten Durchgang vorgesehen.

Die Strahlungswerte im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 beliefen sich bis zu einem Sievert pro Stunde und erwiesen sich damit im Vergleich zu Reaktor 1 als niedriger.

Der Wasserstand im Inneren beträgt etwa 6,4 Meter und ist durch feine Partikel getrübt, so dass auf den Bildern der Kamera der Boden des Behälters nicht einsehbar ist. Dort vermutet TEPCO die Reste der zusammengeschmolzenen Brennelemente.

An den sichtbaren Strukturen finden sich nach Angaben des Betreibers bislang keine Hinweise auf schwere Schäden.

Ein zweiter Untersuchungsdurchgang ist für Donnerstag geplant. Neben den visuellen Inspektionen und Messungen sollen später auch Wasserproben entnommen werden, um radioaktives Material nachzuweisen und Chloridkonzentrationen zu ermitteln.

Im April waren bereits vergleichbare Untersuchungen in Reaktor 1 durchgeführt worden. Dabei kam es jedoch zu Problemen, so dass der Roboter im Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 zurückgelassen werden musste.

Abhängig von den Ergebnissen werden weitere Maßnahmen, wie etwa der Einsatz von Robotern ausgearbeitet. Über die heutige Maßnahme berichteten neben TEPCO auch Kyodo und NHK.

Erster Fukushima-Arbeiter erhält Krebsentschädigung: Erstmals erhält ein ehemaliger Beschäftigter am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi eine finanzielle Entschädigung für seine Krebserkrankung aufgrund seiner Tätigkeit.

Das Arbeitsministerium kündigte an, dem einstigen AKW-Arbeiter jene Summe zu zahlen, die Beschäftigten zusteht, wenn sie einer Jahresbelastung von fünf Millisievert ausgesetzt waren und mehr als ein Jahr danach eine Krebserkrankung zeigen.

Der Mann war zwischen November 2011 und Dezember 2013 an mehreren Kernkraftwerken tätig. Darunter befindet sich auch die Anlage in Fukushima.

Dort war er im Zeitraum von Oktober 2012 bis Dezember 2013 bei der Anbringung der Schutzmäntel um die Reaktorgebäude beschäftigt. Im Januar 2014 wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert.

Von seiner Gesamtbelastung in Höhe von 19,8 Millisievert entfallen 15,7 Millisievert auf seine Zeit am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Seit der Kraftwerkskatastrophe waren dort etwa 45.000 Menschen beschäftigt und mehr als 21.000 waren Jahresbelastungen von fünf Millisievert ausgesetzt. Über den ersten Krebsentschädigungsfall mit Bezug zu dieser Kraftwerksanlage berichteten unter anderem Kyodo und NHK.

TEPCO wappnet sich gegen Verschlammung: Durch das stürmische Wetter wurde eine größere Menge an Sedimenten aus dem offenen Ozean an die küstenseitigen Verklappungsleitungen gespült.

Da die Möglichkeit besteht, dass dies die Verklappung beeinträchtigen könnte, wird eine Umleitung des Wassers und eine Umverlegung von Leitungen erwogen.

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