Start Aktuelles Fukushima aktuell: Sicherheitsverständnis der AKW-Betreiber kritisiert

Fukushima aktuell: Sicherheitsverständnis der AKW-Betreiber kritisiert

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Artikelbild: Fukushima Daini (Foto: TEPCO)
Stilllegung des AKW Fukushima Daini gefordert (Foto: TEPCO)

Die Krise am AKW Fukushima heute nicht ausreichend zu berücksichtigen – das ist ein Vorwurf, dem sich nun AKW-Betreiber ausgesetzt sehen. Unterdessen läuft am dortigen Kraftwerk eine Maßnahme, deren Erfolg bislang noch aussteht. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Juli 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • NRA-Vorsitzender stellt Sicherheitsbewusstsein von AKW-Betreibern in Frage
  • Achte Grundwasserverklappung durchgeführt
  • Fehldiagnose bei verletztem Fukushima-Arbeiter

NRA-Vorsitzender stellt Sicherheitsbewusstsein von AKW-Betreibern in Frage: Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsicht NRA, warf den Betreibern der Kernkraftwerke auf einer Pressekonferenz mangelnde Ernsthaftigkeit bei der Beurteilung der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi vor.

NRA-Vorsitzender Shunichi Tanaka (Foto: Nuclear Regulatory Commission, cc-by)
NRA-Vorsitzender Shunichi Tanaka kritisiert AKW-Betreiber (Foto: Nuclear Regulatory Commission, cc-by)

Die Unternehmen müssten Lektionen aus dem Unfall ziehen und mehr Anstrengungen für die Sicherheit unternehmen. Das mangelnde Engagement sei auch einer der Gründe für die Verzögerungen bei den Sicherheitsbeurteilungen für Reaktoren durch die NRA.

Die Hauptverantwortlichkeit für die Sicherheit von Kernkraftanlagen liege bei den Betreibern – er sei sich nicht sicher, ob sich dieser Umstand in der Unternehmenskultur der japanischen Betreiber bereits überhaupt etabliert habe, stellte Tanaka fest. Über die Zweifel am Verantwortungsbewusstsein berichtete die Kyodo.

Viele Betreiber, die eine Neustarterlaubnis erreichen wollen, haben bereits die hierfür erforderliche Sicherheitsprüfung durch die Atomaufsicht beantragt, jedoch in ihren Einschätzungen nicht alle Kriterien der NRA berücksichtigt, oder einen unvorteilhaften Zeitplan für die verlangte Nachbesserung bei Sicherheitsmaßnahmen.

Achte Grundwasserverklappung durchgeführt: Am heutigen Mittwoch wurde die bislang achte Einleitung von kontrolliertem Grundwasser in den Pazifik durchgeführt. Im Rahmen der um 10:09 Uhr eingeleiteten Maßnahmen wurden  1.858 Tonnen verklappt. Die Arbeiten wurden um 17:42 Uhr abgeschlossen. Betreiberangaben zufolge gab es keine Zwischenfälle.

Die Umleitung von Grundwasser aus den Bergen, sowie die anschließende kontrollierte Einleitung in den Pazifischen Ozean soll verhindern, dass dieses Wasser durch die radioaktiven Reaktorabwässer unter der Anlage kontaminiert wird und so Teil des Einlagerungsproblems werden.

TEPCO hatte jedoch bereits zuvor die  bisherige Ineffektivität der Grundwasserumleitung eingeräumt, da die Pegelstände der Grundwassermessposten bislang nicht merklich gesunken sind, sondern weiterhin Schwankungen unterliegen.

Fehldiagnose bei verletztem Fukushima-Arbeiter: Am 28. Juni verletzte sich der Angestellte eines Partnerunternehmens, als er gegen 11:00 Uhr beim Heruntersteigen von einem Leitergerüst an der Öffnung der Wassereinleitung von Reaktor 1 abrutschte. Bei einer ersten Untersuchung im Notfallzentrum wurde eine Verstauchung des rechten Fußes diagnostiziert.

Nachdem die Schmerzen trotz der Behandlung nicht nachließen, folgte am 30. Juni eine Untersuchung in einem Krankenhaus. Dort wurde die Fraktur eines Fußgelenks festgestellt. Nach Angabe von TEPCO wurde kein radioaktives Material am verunfallten Kraftwerksarbeiter festgestellt.

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