Fukushima aktuell: Sorge um Gefahrentransporte ins Zwischenlager

Fukushima aktuell: Sorge um Gefahrentransporte ins Zwischenlager

Transportsicherheit für kontaminierte Abfälle wird diskutiert

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Nationalstraße 114 durch Namie (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Sorgen um den Transport kontaminierter Abfälle (Symbolfoto: pd)

Während einige Regionen der Präfektur gestern den bislang heißesten Tag des Jahres meldeten, gibt es aus Fukushima heute gänzlich andere Neuigkeiten. Dabei dürften einige der Fukushima News über Dekontaminationsabfälle jedoch nicht weniger heiß sein.

Einzelheiten und weitere Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. April 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Sorge um Sicherheit bei Zwischenlager-Transporten
  • Fortschritte beim Transfer von Dekontaminationsabfällen
  • TEPCO-Restaurant in Sperrgebietsgemeinde für Allgemeinheit zugänglich
  • Rasenflächen im J-Village werden in Angriff genommen.
Sorge um Sicherheit bei Zwischenlager-Transporten

Während der Bau des eigentlichen Zwischenlagers für radioaktiv kontaminierte Abfälle offenbar problemlos verläuft, werden beim Umweltministerium nun Rufe nach weiteren Maßnahmen zur Gewährleistung der Transportsicherheit an dessen Standort laut.

Denn nicht allein, dass für das geplante Pensum dieses Fiskaljahrs ein täglicher Fahrzeugverkehr von 350 Fahrten erforderlich ist – in der Vergangenheit war es bereits zu Zwischenfällen bei Zwischenlagertransporten gekommen.

So wurden seit Juni vergangenen Jahres bislang zwei Unfälle gemeldet, bei denen LKW mit kontaminierten Abfällen beteiligt waren. In einem Fall kam es zum Zusammenstoß mit einem anderen Fahrzeug, während beim zweiten ein Aufprall mit einem Strommasten vorlag.

Auch das Verfahren und damit die versehentliche Benutzung unsicherer Strecken könnte ein Problem werden. Seit September 2016 gab es bislang 12 Fehlfahrten, bei denen die LKW-Fahrer von der Route abgekommen waren.

Um die Risiken zu verringern, will man die Straßendecken stark befahrenen Strecken für die LKW strukturell verstärken. Zudem plant das Umweltministerium eine Beurteilung besonders unfallgefährdeter Streckenabschnitte.

Eine entsprechende Schulung der Transportbetriebe und die Anbringung einer deutlicheren Beschilderung sollen die Gefahr von Zwischenfällen so weit wie möglich reduzieren. Über diese Sorgen und Maßnahmen berichteten Präfekturmedien.

Fortschritte beim Transfer von Dekontaminationsabfällen

Der Transfer von Abfällen, wie etwa Laub und Erdreich, die sich bei den Arbeiten zur Dekontamination von Gemeinden ansammeln, in das Zwischenlager auf dem Gebiet der Ortschaften Futaba und Okuma, macht Fortschritte.

Wie des Umweltministerium die aktuellen Entwicklungen zusammenfasst, konnten im Fiskaljahr 2016 insgesamt 19 der insgesamt 52 Gemeinden den erfolgreichen Abtransport melden. Die Region Aizu ist sogar offenbar vollständig geräumt.

Bei den durchgeführten Arbeiten habe man teilweise sogar die Menge an abtransportiertem Material über den geplanten Zielwert hinaus steigern können

Für dieses Fiskaljahr hat das Ministerium ehrgeizige Pläne. So sollen in diesem Zeitraum aus den 33 verbleibenden Ortschaften etwa 500.000 Kubikmeter an Abfällen fortgeschafft werden. Dies entspricht der dreifachen Leistung des Vorjahrs.

Besondere Priorität haben dabei Schulgelände und die Behörde plant bis Ende des Fiskaljahrs eine Halbierung der dort gelagerten Menge.

Da das Zwischenlager immer weiter ausgebaut wird, ist die Regierung darum bemüht, von den Eigentümern der angrenzenden Grundstücke jeweils Nutzungserlaubnisse zu erhalten.

Mit Stand von Ende März sind 376 Hektar Land für die Anlage gesichert. Dies ist jedoch nur ein Bruchteil der angestrebten Gesamtfläche von 1.600 Hektar. Da jedoch die Verhandlungen gut laufen, hofft man auf einen reibunslosen Verlauf der Arbeiten.

TEPCO-Restaurant in Sperrgebietsgemeinde für Allgemeinheit zugänglich

Am gestrigen Montag öffnete das „Okuma Shokudo“, ein Restaurant das bislang nur Angestellte von TEPCO nutzen konnten, seine Türen auch für die Rückkehrer und einstigen Einwohner von Okuma, wenn sie für Kurzbesuche an ihren einstigen Wohnort zurückkehren.

Die Ankündigung der Restauranteröffnung in Okuma erfolgte bereits in der vergangenen Woche. Seit heute können sich die Besucher über 240 Sitzplätze und eine Speisekarte mit 21 Gerichten, darunter japanisches Curry und Nudelzubereitungen freuen.

Der Betreiber des Restaurants für TEPCO-Beschäftigte und Besucher der Gemeinde verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, zumindest etwas zum Wiederaufbau der Region beitragen zu können. Über die Eröffnung berichteten die jiji und Präfekturmedien.

Auf dem Gebiet der Gemeinden Okuma und Futaba liegt das AKW Fukushima Daiichi. Der Fünf-Jahres-Plan zur Freigabe von Sperrgebieten hatte im vergangenen Jahr für Diskussionen über das  freigeben „unbewohnbarer Gebiete“ gesorgt.

Rasenflächen im J-Village werden in Angriff genommen

Die Fußballanlage des J-Village in Naraha und Hirono, diente über mehrere Jahre als Stützpunkt für die Arbeiter am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Doch die Sportstätte soll wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden.

Aus diesem Grund begann man am gestrigen Montag mit der Verlegung des Naturrasens auf der Haupttrainingsanlage.

Das Fußballfeld misst etwa 9.000 Quadratmeter, so dass die Arbeiter ein bis zwei Wochen benötigen werden. Der Boden des J-Village war nach der AKW-Krise asphaltiert und geschottert worden, um Transportwege und Wohngebäude schaffen zu können.

Neben der Wiederherstellung des Naturrasens stehen auch der Neubau einer Allwetter-Trainingsanlage und eines weiteren Gebäudes im Mittelpunkt. Eine Fertigstellung ist für den April 2019 vorgesehen. Das berichten Präfekturmedien.

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