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Fukushima aktuell: Standpauke für neue TEPCO-Führung

Vorwürfe wegen schlechten Krisenmanagements

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Artikelbild - TEPCO-Vorsitzender Takashi Kawamura und Unternehmenspräsident Tomoaki Kobayakawa (Foto: Copyright by TEPCO)
TEPCO-Vorsitzender Takashi Kawamura und Unternehmenspräsident Tomoaki Kobayakawa (Foto: Copyright by TEPCO)

Was sich der Betreiber des AKW Fukushima heute anhören musste, war für die neue Fühungsspitze die erst seit einem Monat im Amt ist, sicher nicht der Wochenstart den man sich erhofft hatte.

Andere Fukushima News melden dagegen auch erfreuliche Neuigkeiten. Die Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Standpauke für neue TEPCO-Führung
  • Arakawa als landesweit sauberster Fluss ausgezeichnet
  • NRA-Vorsitzender wegen Raketen-Kommentar in der Kritik
Standpauke für neue TEPCO-Führung

Japans Atomaufsichtsbehörde NRA nahm heute die neue TEPCO-Spitze – den Vorsitzenden Takashi Kawamura und Unternehmenspräsident Tomoaki Kobayakawa – hart ins Gebet und kritisierte das Unternehmen für seine Sicherheitspolitik.

Es gilt als sehr ungewöhnlich, dass eine außerordentliche Anhörung aufgrund der Sicherheitskultur eines Unternehmens erfolgt. Beide TEPCO-Manager waren im Juni in ihr Amt berufen worden.

Bei dem Treffen geht es vor allem um die notwendigen Fortschritte im Sicherheits-Management von TEPCO, zumal das Unternehmen den Neustart von zwei Reaktoren am AKW Kashiwazaki-Kariwa plant.

Doch trotz der Beteuerungen, man nehme die Verantwortung für die Fukushima-Katastrophe sehr ernst, brachte die NRA ihre Sorge zum Ausdruck, dass man dort wenig Initiative bei der Bewältigung noch bestehender Probleme zeige.

Außer der vagen Hoffnung, die radioaktiven Abwässer bewältigen zu können, bevor in zwei Jahren die Kapazität in den Lagertanks auf dem Gelände erschöpft ist, konnte die TEPCO-Führung dieser Kritik nichts entgegen setzen.

NRA-Vorsitzender Shunichi Tanaka erklärte, er ist nicht der Ansicht, dass die Maßnahmen ausreichend sind. Tatsächlich sei TEPCO bei derartigen Fragen immer noch auf die Entscheidungsführung durch die Regierung angewiesen.

Tanaka forderte nun die Übermittlung genauer Pläne, wie das Unternehmen die Stilllegung der Reaktoren konkret angehen will. Das berichtete die NHK, sowie Präfekturmedien.

Arakawa als landesweit sauberster Fluss ausgezeichnet

Zu Beginn des Wochenendes gab des Ministerium für Land, Inftrastruktur und Transport (MLIT) die Ergebnisse der Wasserqualitätsuntersuchung für das Jahr 2016 bekannt. Dabei waren 163 Flüsse im ganzen Land getestet wurden.

Der Arakawa, der durch die Stadt Fukushima fließt, wurde dabei im landesweiten Vergleich für seine besondere Wasserqualität ausgezeichnet. Es ist das siebte Jahr in Folge, dass der Fluss diesen Titel erhält.

Das Wasser entspreche im Bezug auf die jährlichen Sauerstoffwerte und die Verschmutzung praktisch einem von Menschen unberührten Fluss. Das berichten Präfekturmedien.

NRA-Vorsitzender wegen Raketen-Kommentar in der Kritik

Ende vergangener Woche sorgte Shunnichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde NRA für einen Eklat, als er sich zum jüngsten Raketentest durch Nordkorea äußerte.

Bei einem Treffen in Takahama (Präf. Fukui) wo sich das gleichnamige AKW befindet, erklärte er auf eine Frage nach einem möglichen Angriff Nordkoreas, es wäre „besser“, wenn die Rakete in der Hauptstadt Tokyo einschlage, als in einem Reaktorgebäude.

Damit wollte er eigentlich die hohe Sicherheit der Reaktoren des Landes im Vergleich zu zivilen Zielen betonen – traf damit jedoch offenbar einen Nerv.

Obwohl er unmittelbar danach versicherte, es habe sich um einen Scherz gehandelt und sich im Anschluss auch offiziell entschuldigte, griffen zahlreiche Medien diesen verbalen Ausrutscher auf.

Tanaka wurde kritisiert, gibt seinen Posten als Vorsitzender der NRA aber ohnehin noch in diesem Jahr ab. Über die Äußerung berichteten unter anderem die Kyodo und die Mainichi Shimbun.

 

2 KOMMENTARE

  1. Ich verstehe den Witz von Shunnichi Tanaka nicht ganz:

    […] es wäre „besser“, wenn die Rakete in der Hauptstadt Tokyo einschlage, als in einem Reaktorgebäude.

    Damit wollte er eigentlich die hohe Sicherheit der Reaktoren des Landes im Vergleich zu zivilen Zielen betonen – traf damit jedoch offenbar einen Nerv. […]

    Müsste es dann nicht andersherum sein? Die Rakete solle in ein Reaktorgebäude einschlagen und nicht eine japanische Stadt treffen?

    • Da ist uns bei der Übersetzung aus dem Japanischen tatsächlich eine kleine sprachliche Ungenauigkeit entgangen, was Besonderheiten der japanischen Sprache geschuldet sein dürfte.

      Positiv gedeutet könnte man es so erklären „Wäre ich ein Diktator, wäre es aus meiner Sicht besser (effektiver) eine Rakete auf Tokyo abzufeuern, statt auf einen Reaktor (da diese so sicher sind)“.

      Negativ gedeutet könnte man natürlich auch zu dem Schluss kommen, er habe den Kommentar so gemeint; „Da Reaktoren so ein gefährliches Terrain sind, wäre es mir lieber, wenn zivile Ziele wie Tokyo getroffen würden“

      Dadurch ergab sich der Eklat.

      Wir entschuldigen uns für diese Ungenauigkeit und freuen uns, einen solch aufmerksamen Leser gefunden zu haben.

      Die Redaktion.

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