Fukushima aktuell: Stark cäsiumhaltiges Wasser in Gebäude ausgetreten

Fukushima aktuell: Stark cäsiumhaltiges Wasser in Gebäude ausgetreten

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daiichi: Neue Verstöße gegen gesetzliche Regelungen (Symbolfoto: TEPCO)

Nach einigen Tagen ohne nennenswerte Zwischenfälle, meldet der Betreiber des AKW Fukushima heute ein radioaktives Wasserleck in einem Gebäude.

Gleichzeitig muss sich das Unternehmen sowohl rechtfertigen, als auch zeitliche Rückschläge bei Neustartplänen für andere Reaktoren hinnehmen. Die Details zu diesen, in Japan aktuell relevanten Fukushima News, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. März 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Radioaktives Wasserleck im Gebäude der Müllverbrennungsanlage
  • TEPCO entschuldigt sich für Kernschmelzenversäumnis

Radioaktives Wasserleck im Gebäude der Müllverbrennungsanlage: Am heutigen Mittwoch löste ein Leckdetektor im Gebäude der Hochtemperatur-Verbrennungsanlage gegen 11:52 Uhr einen Alarm aus.

Eine Untersuchung durch Angestellte ergab, dass Wasser aus einem losen Verbindungsteil einer Leitung austrat. Durch schließen des Ventils konnte der weitere Austritt von Wasser gestoppt werden.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO handelt es sich vermutlich um Wasser aus der Cäsiumfilteranlage. Die Flüssigkeit breitete sich auf einer Fläche von 35 x 5 Metern aus, gelangte jedoch nicht aus dem Gebäude.

Später aktualisierte TEPCO diese Angaben und ergänzte sie um die Analyseergebnisse der dort entnommenen Wasserproben. Diese wiesen eine hohe Belastung auf.

So lag die Konzentration von radioaktivem Cäsium-134 bei 63.000 Becquerel und bei Cäsium-137 sogar bei 320.000 Becquerel pro Liter. Die Gesamtkonzentration von Betastrahlern wie Strontium lag bei 480.000 Becquerel pro Liter.

Das Leck war vermutlich aufgetreten, nachdem die Cäsiumfilteranlage in Betrieb genommen wurde, während das Ventil oberhalb der wegen Arbeiten entkoppelten Leitung offen war. Hierdurch sei enthaltenes Wasser herausgedrückt worden.

Die genauen Ursachen und Hintergründe des Wasserlecks würden jedoch noch untersucht, erklärte das Unternehmen.

TEPCO entschuldigt sich für Kernschmelzenversäumnis: Am heutigen Mittwoch entschuldige sich Takafumi Anegawa im Namen von TEPCO bei einem Ausschuss der Präfekturverwaltung Niigata für Informationsmängel.

Mitglieder der Ausschusses fragten, weshalb das Krisenhandbuch mit der Definition einer Kernschmelze fünf Jahre lang unbeachtet blieb und erst zwei Monate nach der Fukushima-Krise die Kernschmelze eingeräumt wurde, obwohl die Kriterien bereits nach drei Tagen erfüllt waren.

Der Ausschusss kritisierte TEPCO für die Falschbehauptung, es habe keine internen Standards für die Definition einer Kernschmelze gegeben. Das Unternehmen sei als Betreiber von Kernkraftwerken unglaubwürdig.

Ziel des Ausschusses ist eigentlich die Bewertung der Sicherheit des Kernkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa, das sich innerhalb der Präfektur Niigata befindet und von TEPCO betrieben wird.

Man sieht jedoch die detaillierte  Aufklärung der Ereignisse am Kraftwerk Fukushima Daiichi als Grundvoraussetzung für Neustartpläne der Anlage in Kariwa.

Die Diskussionen sollen nach der Einreichung eines Berichts externer Experten, die im Auftrag von TEPCO die Ursache für die Schlampereien ermitteln sollen, fortgeführt werden.

Unterdessen hat die Atomaufsichtsbehörde NRA die weit fortgeschrittene Prüfung der Neustartbedingungen für das AKW Kashiwazaki-Kariwa an zwei Reaktoren ausgesetzt. TEPCO müsse mehr Daten zur Erdbebensicherheit der beiden Reaktoren liefern.

Die Beurteilung der Erdbebensicherheit des genutzten Gebäudetyps werde schätzungsweise sechs Monate in Anspruch nehmen. Das berichtete die NHK.

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