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Fukushima aktuell: Stark radioaktive Abfälle auf Schulgelände gelagert

Entsorgungspflichtige Dekontaminationsabfälle wurden nicht beseitigt

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Präf. Fukushima: Abtransport radioaktiver Abfälle ab November möglich (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Die aus Fukushima heute gemeldeten Probleme bei der Entsorgung kontaminierter Abfälle, dürften bei Vielen für Kopfschütteln sorgen. Die übrigen Fukushima News zeichnen dagegen das Bemühen um Normalität.

Die Details gibt es wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Juni 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Stark radioaktive Abfälle auf Schulgelände
  • TEPCO beteiligt sich an Rückkehrvorbereitung
  • Polizeistreifen in Kawauchi

Stark radioaktive Abfälle auf Schulgelände: Aufgrund von fehlenden Lagerstätten wird auf dem Gelände einer Schule in der Stadt Fukushima offenbar hochgradig radioaktiver Dekontaminationsabfall gelagert.

Durch einen Lehrer veranlasste unabhängige Untersuchungen von zwei Nonprofit-Organisationen aus Tokyo und Fukushima ergaben Cäsiumwerte zwischen 27.000 und 33.000 Becquerel pro Kilogramm.

Obwohl ab einem Wert von 8.000 Becquerel die Regierung in Tokyo zur Entsorgung verpflichtet ist, blieben die etwa 20 Kubikmeter Erdreich und Laub in Säcken verpackt nahe einem Fahrradstellplatz für die Schüler der Fukushima North High School im Bezirk Iizaka.

Grund hierfür ist, dass die Arbeiten am geplanten Zwischenlager wegen Verwaltungsproblemen immer wieder zum erliegen kommen und die Abfälle nicht wie geplant abtransportiert werden können.

Trotz der Forderung des Lehrers, die Schüler auf die Gefahren aufmerksam zu machen und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, sieht der Schulleiter keinen Anlass für derartige Maßnahmen – und beruft sich dabei auf fehlende bürokratische Vorgaben.

Der Bildungsausschuss der Präfektur habe keine Kriterien vorgegeben, ab wann eine Schule die Strahlungswerte als gesundheitsgefährdend einzustufen habe. Daher gibt es von offizieller Seite keine Maßnahmen.

Die Schule war erstmals im März auf die erhöhte radioaktive Belastung aufmerksam geworden, als am Fahrradstellplatz 1,6 Mikrosievert pro Stunde nachgewiesen werden konnten.

Erste Dekontaminationsmaßnahmen des Schulhofs hatte im August 2011 stattgefunden. Dort befinden sich noch weitere Plastiksäcke, deren Inhalt noch stärker belastet sein soll, als dies beim jetzigen Fund der Fall ist.

Nun will man die Plastiksäcke zumindest auf dem Schulgelände vergraben, um den Platz freizugeben, doch die endgültige Entfernung ist dadurch noch nicht gelöst. Ziel ist eine Reduzierung der Strahlung auf 0,23 Mikrosievert pro Stunde.

Bei der Reinigung des übrigen Schulgeländes und angrenzender Grundstücke ging man nach dem Standardplan vor. Der Bildungsausschuss sieht keinen Grund für  eine Sonderbehandlung im Fall dieser Schule. Darüber berichtet die Asahi Shimbun.

TEPCO beteiligt sich an Rückkehrvorbereitung: Nach der jüngsten Aufhebung der Evakuierungsanordnung für Katsurao und der Aussicht auf Rückkehr in die Gebiete, präsentiert sich TEPCO als Unterstützer für die Wiederbelebung der Region

In seinem Pressematerial teilt das Unternehmen mit, sowohl in Katsurao, als auch in Kawauchi, sei man auf Bitten von Regierung bzw. Ortsverwaltung dazu übergegangen, durch den Einsatz von Mitarbeitern und technischem Material die Rückkehrbedingungen zu verbessern.

Dem Betreiber des AKW Fukushima Daiichi sind nach eigenen Angaben die Probleme der evakuierten Menschen bewusst und so versprach das Unternehmen, auch in Zukunft weiterhin Unterstützung für die Wiederansiedlung der Einwohner zu leisten.

Polizeistreifen in Kawauchi: Die Präfektur Fukushima verstärkte gestern die Polizeipräsenz in den Vierteln Ogi und Kainozaka von Kawauchi, nachdem die Aussicht auf Rückkehrer steigt. Kawauchi war im Oktober 2014 teilweise freigegeben worden.

Allein durch die Aufmerksamkeit der Bürger ließen sich Verbrechen nicht verhindern, insbesondere wenn die einstigen Katastrophengebiete künftig wieder bewohnt würden. Dennoch sei man immer auf die Zusammenarbeit angewiesen.

Neben der Durchführung von Streifen wurden auch Flugblätter verteilt, die über Betrugsversuche anhand bereits genutzter Tricks wie der vorgeblichen Spendensammlung für den Wiederaufbau, den „Enkeltrick“ und anderer Betrugsstrategien informieren.

Über die polizeilichen Aktionen berichteten Präfekturmedien.

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