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Fukushima aktuell: Stark radioaktive Sedimente in Flüssen nachgewiesen

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Artikelbild - Abukumagawa, Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Der Abukuma-Fluss (Symbolfoto: pd)

Radioaktive Ablagerungen in Flüssen beschäftigen die Präfekturverwaltung Fukushima heute – doch die Regierung in Tokyo sieht offenbar keinen Handlungsbedarf.

Keinen Handlungsbedarf sieht offenbar auch Taiwan im Bezug auf Lebensmittelregelungen nicht. Die Details der Fukushima News gibt es aus Japan aktuell im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. April 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Radioaktive Belastung in Fluss-Sedimenten nachgewiesen
  • Japan drängt Taiwan auf Lockerung der Importbeschränkungen

Radioaktive Belastung in Fluss-Sedimenten nachgewiesen: Bei einer im Januar durchgeführten Untersuchung von 72 Flüssen in 21 Gemeinden der Präfektur Fukushima, wurden in einigen Fällen vergleichsweise hohe radioaktive Belastung in Sedimenten nachgewiesen.

Die Wissenschaftler untersuchten Ablagerungen die sich am Boden und Ufern der Flüsse angesammelt hatten und untersuchten sie auf den Gehalt an radioaktivem Material. An insgesamt 87 Stellen wurde die Menge als „vergleichsweise hoch“ eingestuft.

So wurden im Maedagawa, der durch die Gemeinde Futaba fließt, im Ortsteil Shinzan, bis zu 54.500 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen.

Das ist der 6,8-fache Wert jener 18.000 Becquerel, die als Kriterium für die Einstufung als radioaktiver Abfall gelten und eine Sonderlagerung erforderlich machen würden.

Messungen an der Oberfläche des Flusses Matsuzaku im Ortsteil Matsuzaku ergaben einen Strahlungswert von 4,12 Mikrosievert pro Stunde. Auf dem Gebiet der Gemeinde Futaba liegt ein Teil der Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi. Beide Ortsteile gehören zum Sperrgebiet.

In der Stadt Fukushima, die Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur ist, wurden in Proben am Hirugawa bis zu 39.600 Becquerel pro Kilogramm Sedimente entdeckt.

Untersuchungen in vier weiteren Gemeinden hätten an fünf Standorten immerhin noch Belastungen über 10.000 Becquerel belegen können. Die Präfekturverwaltung erwägt, den Zugang zu Flüssen mit hoher Belastung im Flussbett zu sperren.

Der erwarteten Bitte an die Regierung, das radioaktive Material dort zu entfernen, müsste das Umweltministerium eigentlich nicht nachkommen, so lange die Umgebungsradioaktivität bewohnter Gebiete nicht dadurch steigt.

Tatsächlich erklärten die Verantwortlichen bereits, die Richtlinien sähen keine Dekontaminationsmaßnahmen außerhalb von Wohngebieten vor. Dennoch werde man die Situation prüfen und darüber beraten, wie mit den kontaminierten Ablagerungen verfahren werden soll.

An 17 Stellen besteht das Risiko, dass zwischen Mai und Juni dort Hochwasser auftreten könnte, so dass eine Abtragung des Materials dort sinnvoll erscheint.

An insgesamt drei der 17 Standorte lag die an der Oberfläche gemessene Belastung über 0,23 Mikrosievert pro Stunde. Damit liegt eine Überschreitung jenes Grenzwerts vor, der bei normalen Erdboden eine Dekontamination erforderlich machen würde.

Das Material an den 14 verbleibenden Standorten überschritt diesen Wert nicht und der dortige Sand könnte in öffentlichen Projekten, etwa dem Baugewerbe, verwendet werden.

Schwere Regenfälle hatten im vergangenen September bereits Säcke mit kontaminiertem Erdreich fortgespült. Allerdings hatte das Umweltministerium bereits im nächsten Monat versichert, es gehe kein Risiko durch Dekontaminationsabfälle in Flüssen aus.

Die Präfekturverwaltung will dagegen das Risiko, durch schwere Regenfälle könnten die Flüsse über die Ufer treten und radioaktives Material anschwemmen, auf jeden Fall verringern.

Daher erwägt die Präfektur sogar eine Entfernung der Sedimente auf eigene Kosten. Diese würden bei 50 bis 100 Millionen Yen liegen. Über die aktuellen Ergebnisse berichteten neben der NHK auch Präfekturmedien.

Japan drängt Taiwan auf Lockerung der Importbeschränkungen: Die diplomatische Vertretung Japans in Taiwan drängt die Regierung zur Lockerungen der Beschränkungen für Lebensmittelimport aus Japan, die im Zuge der Fukushima-Krise erlassen wurden.

Die Ereignisse lägen nun fünf Jahre zurück und man habe ausreichend wissenschaftliche Daten vorgelegt, die eine Unbedenklichkeit japanischer Produkte belegen würden.

Das taiwanesische Außenministerium erklärte am Dienstag, man befürworte zwar eine Aufhebung, verwies jedoch auf Gesetzgebung und Verbraucher, die zunächst von der Sicherheit der Lebensmittel überzeugt werden müssten.

Japan warf Taiwan bereits in der Vergangenheit vor, die seit dem 15. Mai 2015 verschärften Anforderungen entbehrten jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und müssten aufgehoben werden. Über den neusten Versuch berichtete die Kyodo.

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