Fukushima aktuell: Stark radioaktives Wasserleck an SARRY

Fukushima aktuell: Stark radioaktives Wasserleck an SARRY

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Artikelbild - AKW Fukushima: Alte SARRY-Filteranlage nach Umbau am 9. August 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Alte SARRY-Filteranlage nach Umbau am 9. August 2012 (Foto: TEPCO)

TEPCO ist am AKW Fukushima heute zwar bereits mit einem anderen Leck beschäftigt, ein Wasseraustritt der sich gestern ereignete, dürfte das Unternehmen aber besonders behindert haben.

Weitere Fukushima News befassen sich unter anderem mit der Strahlungsbelastung der AKW-Arbeiter, Stress und Lebensmitteln. Die Details der aus Japan aktuell gebrachten Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Stark radioaktives Wasserleck an SARRY
  • Bolzenleck am Damm in Lagertankbereich H1
  • 117 Einwohner von Namie reichen Klage ein
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Stress-Studie zu Fukushima-Kindern
  • Reis aus Hirono soll Spendern zukommen

Stark radioaktives Wasserleck an SARRY: An der SARRY genannten Anlage zur Filterung von Cäsium aus kontaminiertem Wasser, kam es gestern offenbar zum Austritt von stark radioaktivem Abwasser.

Bei einem Kontrollgang entdeckten Angestellte gegen 5:30 Uhr das Wasserleck. Die Gesamtmenge soll sich auf etwa 210 Liter belaufen.

Eine erste Analyse des kontaminierten Wassers ergab eine Gesamtcäsiumkonzentration von 1,48 Millionen, während die Konzentration von Betastrahlern bei 3,3 Millionen Becquerel lag.

Der Wasseraustritt am SARRY-System sei durch schließen eines Leitungsventils erfolgreich gestoppt worden. Das Wasser habe man durch Adsorptionsmaterial sichern können und sei nicht in die Umwelt gelangt.

Dem Zwischenfall war eine Leistungsprüfung der Anlage vorausgegangen und ein Zusammenhang mit dabei eingesetztem Gerät wird untersucht. Das berichteten Präfekturmedien.

Bolzenleck am Damm in Lagertankbereich H1: Gegen 7:48 Uhr entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens den tropfenweisen Austritt von Wasser am Damm des Lagertankbereichs H1.

Eine Untersuchung ergab, dass Wasser im Bereich der Bolzen der Stahlbarriere austrat, jedoch nicht die Seiten des Betondamms, oder den Boden erreicht hatte.

Als Sicherungsmaßnahme wurde die Abdichtung mit wasserdichtem Zement durchgeführt. Diese Arbeiten waren um 9:35 Uhr abgeschlossen. Die Entfernung der Wasserspuren erfolgt durch aufwischen.

Da sich das Ventil für die Wasserableitung an der Barriere in geschlossenem Zustand befand, geht TEPCO nicht davon aus, dass es einen Einfluss auf die Umwelt gebe.

117 Einwohner von Namie reichen Klage ein: Insgesamt 117 Einwohner des Bezirks Tsushima der Ortschaft Namie, reichten gestern vor einem Gericht in Koriyama formell Klage gegen die Regierung und den AKW-Betreiber TEPCO ein.

Sie fordern eine Reduzierung der jährlichen Strahlungsbelastung auf 1 Millisievert bis März 2020 und damit die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands ihrer Gemeinde.

Namie liegt im Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi und wird im Rahmen des Drei-Zonen-Modells aufgrund von jährlichen Strahlungswerten von mehr als 50 Millisievert als Gebiet mit langfristiger Unbewohnbarkeit eingestuft.

Zusätzlich werden Entschädigungszahlungen für die Gesundheitsgefährdung aufgrund der Evakuierung durch verstrahlte Gebiete und weitere Zahlungen bei Nichteinhaltung des Zeitrahmens verlangt.

Es wird damit gerechnet, dass sich weitere 480 Einwohner des Bezirks der Klage anschließen. Über diese Forderungen berichteten die Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Mittwoch übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO, wie immer am Monatsende, die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den August 2015.

Nach Angaben von TEPCO, waren im August 2015 insgesamt 314 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden. Die maximale externe Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 10,65 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt. Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von September 2015 befassen wird, soll gegen Ende Oktober eingereicht werden.

Stress-Studie zu Fukushima-Kindern: Eine von der Universität Fukushima heute veröffentlichte Studie zur Stressbelastung von Kindern nach der AKW-Katastrophe, zeigt zwar einen jährlich zurückgehenden Trend, der Rückgang erfolge jedoch langsamer.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler könnte eine Verbesserung der Lebensumstände erforderlich sein, wenn der Stresspegel bei Eltern und Kindern sich von selbst nicht weiter reduziert.

Entsprechende Untersuchungen gibt es seit Juni 2011. Es handelt sich mittlerweile um die fünfte dieser Art. Befragt wurden Eltern in den Städten Fukushima und Iwaki.  An der jüngsten Studie nahmen 4.700 Personen mit Kindern im Grundschulalter teil.

Über diese Zusammenfassung der Studie berichteten Präfekturmedien.

Reis aus Hirono soll Spendern zukommen: Die Gemeinde Hirono greift auf Steuerregelungen zurück, um den dort produzierten Reis auch überregional an den Mann zu bringen.

Seit der Krise am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi brachen die Verkaufszahlen von Produkten aus der Region ein, zumal die Gemeinde sich im 30-Kilometer-Radius um die Anlage befindet.

Unter Ausnutzung einer Regelung, die Bürgern im Gegenzug für Gemeindespenden die Gewährung von steuerlichen Abzügen ermöglicht, senden die Verwaltungen den Spendern außerhalb der Präfektur oft lokal produzierte Produkte als Dankeschön zu.

Nun plant die Gemeindeverwaltung jenen Personen, die mehr als einen bestimmten Betrag spendeten, 60 Kilogramm Reis der beliebten Sorte „Koshihikari“  zu schicken.

Der Reis wird aus der aktuellen Ernte stammen und vor der Auslieferung auf radioaktive Belastung geprüft. Der weitgehende Verzicht auf chemische Düngemittel und andere Substanzen soll das landwirtschaftliche Produkt besonders attraktiv machen.

Die Gemeinde zeigt sich zufrieden und erklärt,  man habe das geplante Spendenziel bereits erreicht. Die Auslieferung könnte Ende Oktober erfolgen. Das berichtete die NHK.

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