Start Aktuelles Fukushima aktuell: Start der Gesundheitsberatung für AKW-Arbeiter angekündigt

Fukushima aktuell: Start der Gesundheitsberatung für AKW-Arbeiter angekündigt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Das J-Village Medical Center im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Das J-Village Medical Center im Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Mit der Gesundheit der Kraftwerksarbeiter greift die Regierung in Japan aktuell ein Thema auf, das angesichts der hohen Temperaturen von besonderem Interesse ist und in der Tat wird vom AKW Fukushima heute ein entsprechender Zwischenfall gemeldet.

Diese und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Juli 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Gesundheitsberatung für Fukushima-Arbeiter
  • Verdacht auf Hitzschlag bei AKW-Arbeiter
  • Strahlungsmessposten schlägt Alarm
  • Kinderärzte fordern Änderungen bei Schilddrüsen-Tests
Gesundheitsberatung für Fukushima-Arbeiter:

Erstmals wird das Umweltministerium für die Beschäftigten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi eine Beratung in Gesundheitsfragen anbieten

Die Pläne zur Gesundheitsberatung für AKW-Arbeiter waren bereits im Mai bekannt gegeben worden. Nun soll die praktische Umsetzung folgen.

Es ist das erste Mal, dass das Ministerium eine solche Dienstleistung anbietet. Bislang war ausschließlich der Kraftwerksbetreiber TEPCO für die gesundheitlichen Belange der Angestellten verantwortlich.

Ende der Woche will das Ministerium damit beginnen, sowohl auf dem Kraftwerksgelände, als auch im so genannten J-Village, jeden Freitag Gesundheitsberatungen anzubieten. Dabei geht es neben Radioaktivität auch um Verbesserung der Lebensbedingungen.

Gerade während der Sommermonate kommt es aufgrund der Hitze immer wieder zu gesundheitlichen Problemen, etwa wenn Beschäftigte schwere körperliche Arbeit leisten müssen. In der Vergangenheit hatte es auch Todesfälle am AKW gegeben.

Über die Entscheidung zum Beginn der Maßnahme des Ministeriums berichtete die NHK.

Verdacht auf Hitzschlag bei AKW-Arbeiter:

Gegen 6:44 Uhr wurde ein Angestellter eines Partnerunternehmens, der mit Arbeiten im Lagertankbereich H2 betraut war, aufgrund seines schlechten Allgemeinzustands in das Notfallzentrum auf dem Kraftwerksgelände gebracht.

Eine erste Untersuchung legte einen Hitzschlag nahe, so dass der Transport in das Krankenhaus von Iwaki angeordnet wurde. Der Patient war bei Bewusstsein und wies keine radioaktive Kontamination auf. Über den Zwischenfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Strahlungsmessposten schlägt Alarm:

Am gestrigen Sonntag wurde gegen 7:00 Uhr der Alarm eines Messpostens ausgelöst, der die radioaktive Belastung der Umgebungsluft überwacht.

Nach Angaben von TEPCO fanden zu diesem Zeitpunkt keine Arbeiten statt, die eine erhöhte Konzentration von radioaktivem Material in der Luft verursachen könnten. Die übrigen Messposten in diesem Bereich wiesen dagegen keine Auffälligkeiten nach.

Auch eine Analyse des Filterpapiers aus dem Gerät blieb ergebnislos. TEPCO geht daher von einem Fehlalarm aus und will die Vorrichtung austauschen. Neben dem Unternehmen berichteten auch Präfekturmedien über den Zwischenfall.

Abtransport von Dekontaminationsabfällen:

Das Umweltministerium veranlasste am Wochenende den Transfer von Plastiksäcken mit kontaminiertem Erdreich vom Sportgelände einer Schule in Iwaki zum geplanten Zwischenlagerstandort in Okuma.

Vize-Umweltminister war bei der Verladung der ersten 28 Säcke anwesend und erklärte gegenüber Medienvertretern, die Maßnahme erfolge zur Sicherheit der Kinder und um Ängsten zu begegnen. Man wolle die Arbeiten so schnell wie möglich durchführen.

Diese Maßnahme soll auch an anderen Kindergärten und Schulen erfolgen. Dafür will man vor allem schulfreie Tage und Ferienzeit nutzen, um das Risiko während der Arbeiten weitgehend zu verringern.

Über den Abtransport des radioaktiv belasteten Erdreichs, das im Zuge von Dekontaminationsmaßnahmen angefallen war, berichteten Präfekturmedien.

Kinderärzte fordern Änderungen bei Schilddrüsen-Tests:

Kazuhiro Oga, Vorsitzender der Präfekturvereinigung der Kinderärzte, erklärte auf einer Veranstaltung in Koriyama, man plane die nochmalige Prüfung des Vorgehens bei Schilddrüsentests der Kinder in der Präfektur.

Es ist das erste Mal, dass eine Forderung nach einer Prüfung öffentlich gemacht wird. Die Kritik am bisherigen Vorgehen betrifft vor allem die mangelnde Berücksichtigung psychologischer Komponenten.

Die Früherkennung von Krebs erhöhe die Überlebenschancen und sei daher eigentlich eine Maßnahme, die beruhigend wirken solle. Doch bereits die Diagnose Krebs und schwer verständliche Erklärungen würden stattdessen oft zu Ängsten führen.

Ein eigener Ausschuss soll sich der Sachlage annehmen und unter anderem erarbeiten, wie man Testergebnisse und Erklärungen leicht verständlich vermitteln und die Einstellung der Betroffenen besser berücksichtigen kann.

Über diese Pläne berichteten Präfekturmedien.

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