Start Aktuelles Fukushima aktuell: Steigende Kriminalität bei Dekontaminationsarbeitern

Fukushima aktuell: Steigende Kriminalität bei Dekontaminationsarbeitern

1963
0
TEILEN
Artikelbild - Japanischer Polizweiwagen (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Serie von Straftaten in Sperrgebietsgemeinde (Symbolfoto: pd)

Neben der Ausbeutung von AKW-Arbeiten und der unsachgemäßen Entsorgung radioaktiver Abfälle, ist aus der Präfektur Fukushima heute ein weiteres Kriminalitätsproblem gemeldet worden, das größer zu werden scheint.

Ein Erdbeben und die Eröffnung eines Forschungszentrums scheinen da als Fukushima News deutlich weniger von Bedeutung zu sein. Diese und weitere Meldungen aus Japan aktuell im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Oktober 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Zahl der Straftaten durch Dekontaminationsarbeiter gestiegen
  • Erdbeben erschüttert Präfektur Fukushima
  • Forschungseinrichtung für AKW-Stilllegung eingeweiht
  • Fortschritte bei Testdekontamination an Bahnstrecke

Zahl der Straftaten durch Dekontaminationsarbeiter gestiegen: Wie aus Zahlen der Polizeibehörde hervorgeht, ist die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Dekontaminationsarbeiten gestiegen.

Zwischen Januar und September wurden 167 Personen festgenommen. Ihnen werden vor allem Eigentumsdelikte, Körperverletzung und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zur Last gelegt.

Im Zeitraum des Vorjahres wurden 39 Personen, die mit Dekontaminationsarbeiten in Verbindung standen, wegen Straftaten festgenommen.

Die Gesamtzahl der Personen, zwischen dem Ausbruch der Fukushima-Krise im März 2011 bis September 2015, liegt bei 520 Fällen.

Die Dekontaminationsarbeiter würden unter anderem in betrunkenem Zustand in Lokalen randalieren, die zu Ruhestörung führen und Einbrüche in evakuierte Gebäude begehen.

Vor  allem durch die Strukturen mit zahlreichen Subunternehmen sei eine Kontrolle durch Arbeitgeber jedoch schwierig und die Aufrechterhaltung einer hohen Motivation und Arbeitsmoral daher wichtig.

Waren zuvor die Dekontaminationsarbeiter als Opfer skrupelloser Arbeitgeber angesehen worden, steigt in der Bevölkerung nun das Misstrauen.

Die Stadt Koriyama führte nächtliche Kontrollgänge ein. Nach der ersten Aktion am vergangenen Samstag soll diese Maßnahme nun regelmäßig stattfinden. Über die Probleme berichteten Präfekturmedien.

Erdbeben erschüttert Präfektur Fukushima: Am heutigen Dienstag erschütterte gegen 15:04 Uhr Ortszeit, ein Erdbeben mit einer Magnitude von 5,5 die Präfektur Fukushima.

Kraftwerksbetreiber TEPCO gab zeitnah eine Meldung über den Zustand der Kernkraftwerke Fukushima Daiichi (1F) und Fukushima Daini (2F) heraus.

Der Auflistung zufolge gab es an keiner der wichtigen Strukturen irgendwelche Auffälligkeiten. Ein Einfluss auf die Stromversorgung, Kühlung, Filteranlagen oder den Wassertransfer sei ebenfalls nicht festgestellt worden.

Dennoch führe man einen weiteren Kontrollgang durch, um ganz sicher zu gehen und die Sicherheit zu gewährleisten.

Das Erdbeben wies auf der siebenstufigen japanischen Skala in der Ortschaft Naraha, eine Stärke von vier, sowie in Okuma und Tomioka eine seismische Intensität von drei auf.

Forschungseinrichtung für AKW-Stilllegung eingeweiht: Bereits am Wochenende eröffneten Vertreter der japanischen Atomenergiebehörde JAEA eine Anlage zur Entwicklung von Technologien zur Reaktorstilllegung.

Das „Naraha Remote Technology Development Center“ wird sich mit Entwurf und Bau von ferngesteuertem Gerät befassen, da das Strahlungsniveau in den Reaktoren zu hoch für menschliche Arbeiter ist.

Anlässlich der Eröffnung konnten sich die etwa 105 Gäste einen Eindruck von der Virtual Reality Technologie machen, die anhand echter Daten ein dreidimensionales Bild des Reaktorinneren simuliert.

In einem weiteren Testgebäude wird an einem lebensgroßen Modell der Kondensationskammer gearbeitet. Die Konstruktion soll im März kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Die Gesamtkosten für die Forschungseinrichtung, zu der auch eine Anlage in Okuma gehören wird, belaufen sich auf etwa 85 Milliarden Yen.

An der Einweihungsfeier nahm auch Premierminister Shinzo Abe, sowie der Minister für Technologie, Hiroshi Hase, teil. Über das Ereignis berichtete die Asahi Shimbun sowie lokale Medien.

Fortschritte bei Testdekontamination an Bahnstrecke: Die Dekontaminationsarbeiten entlang der Joban-Zuglinie zeigen nach Angaben des verantwortlichen Unternehmens bereits Erfolge und so wurden gestern Pressevertreter zu einer Besichtigung eingeladen.

So sei durch die Maßnahmen, wie etwa die Abtragung von oberen Erdschichten die Umgebungsradioaktivität an zwei Stellen von zuvor 28 bzw. 18 auf zehn und vier Mikrosievert pro Stunde gesenkt worden.

Zu den Arbeiten gehört auch der Einsatz von schwerem Gerät um Gleise und Schotter entfernen zu können.

Die testweise durchgeführte Dekontamination auf der Strecke zwischen Okuma (Bezirk Ottozawa) und dem Bahnhof Futaba, soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Langfristig ist eine komplette Dekontamination der Strecke geplant, da einige Bahnhöfe, wie etwa Ono, Tomioka und Namie weiterhin Teil des Sperrgebiets sind, oder wegen Evakuierung nicht betrieben werden.

Über die Arbeiten an der Bahnstrecke berichteten Präfekturmedien.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here