Start Aktuelles Fukushima aktuell: Steigende Strahlung bei Brennelementebergung gefährdet Arbeiter

Fukushima aktuell: Steigende Strahlung bei Brennelementebergung gefährdet Arbeiter

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4 vor der Brennelemente-Bergung am 27. November 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Künftige Bergung geschmolzener Brennelemente bereitet Kopfschmerzen (Symbolfoto: TEPCO)

Nach der gestrigen Meldung ist die Gesundheit der Arbeiter am AKW Fukushima heute erneut ein Thema, scheinen die Arbeiten bei der Bergung der Brennelemente nun größere Risiken durch Radioaktivität zu entwickeln. Auch die übrigen Fukushima News zeigen, dass an der Anlage in Japan aktuell wieder Probleme das Geschehen dominieren.

Alle Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Februar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Steigendes Strahlungsniveau bei Brennelementebergung
  • Feueralarm auf Anlage des AKW Fukushima
  • Leck an Leitung gesichert
  • Leck an Druckanzeiger für Wassereinspeisung

Steigendes Strahlungsniveau bei Brennelementebergung: In einer gestrigen Pressekonferenz berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO über Probleme, die offenbar im Zusammenhang mit der Bergung von Brennelementen aus dem Abklingbecken in Reaktor 4 entstehen.

Das Unternehmen hatte mit der Maßnahme im November 2013 begonnen (Spreadnews berichtete am 18. November 2013)

Die Atomaufsichtsbehörde NRA erklärte gegenüber dem Betreiber, die Strahlung die während der Bergungsmaßnahmen in die Umgebung freigesetzt werde, sei zu hoch. Zu Beginn der Bergung hatte TEPCO versichert, das Wasser im Abklingbecken biete den Arbeitern vor Ort ausreichend Schutz.

Da dies offenbar nicht mehr ausreichend ist, forderte die Atomaufsichtsbehörde den Betreiber zum Handeln auf.

Artikelbild: Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Transfer im Becken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Brennelemente-Transfer im Becken am 18. November 2013 (Foto: TEPCO)

Der reagierte auf den Hinweis und deckt den Bodenbereich des Krans, von dem aus die Messungen der Strahlungswerte im Wasser erfolgen, mit einer Bleiplatte ab.

Dies reduzierte nach Angaben der NRA die dortige Strahlung auf ein Drittel.

Als Grund für die nachlassende Abschirmung für das Wasser wird die zunehmende Belastung der Flüssigkeit durch die Brennelemente genannt.

Die Atomaufsicht hatte seit Dezember das Strahlungsniveau im fünften Stock des Reaktorgebäudes überwacht und dabei hohe Werte gemessen, die auf Cobalt-60 zurückzuführen waren. Das Cobalt befand sich offenbar im Abrieb, der bei den Arbeiten im Becken entstanden war.

Über die Maßnahmen berichtete neben dem Betreiber TEPCO auch die Asahi Shimbun.

Welche langfristigen Auswirkungen die Arbeiten auf die Beschäftigten vor Ort haben wird, kann künftig lediglich spekuliert werden, da das Unternehmen erklärte, man werde die vollständigen Strahlungsdaten der beteiligten Arbeiter nicht veröffentlichen.

Mit Stand vom 3. Februar sind bislang 264 der 1.533 Brennelemente geborgen.

Feueralarm auf Anlage des AKW Fukushima: Am heutigen Donnerstag ertönte um 8:50 Uhr ein Feueralarm im Kontrollbereich des Kraftwerkgeländes. Bei einer Prüfung entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens eine Rauchentwicklung im zweiten Stock. Gegen 9:10 Uhr wurde die Feuerwehr informiert.

Eine Änderung der Werte an den Messposten gab es keine. Niemand wurde verletzt. Eine Kontrolle vor Ort wies dann in einem Maschinenraum einen Schaden an der Heizspirale der Klimaanlage für die Registrierstelle nach. Dort trat heisses Wasser aus, so dass Dampf entstand.

Eine Schließung des entsprechenden Ventils führte dazu, dass um 10:14 Uhr der Wasseraustritt endete. Messungen der Umgebungsluft des Maschinenraums lag bei 3,0 Mikrosievert pro Stunde, eine Kontamination konnte nicht festgestellt werden.  Die Feuerwehr stellte fest, dass keine weitere Gefahr von der Anlage ausgehe.

Für den morgigen Freitag ist eine gründliche Prüfung des Motors geplant.

Leck an Leitung gesichert: Gegen 10:50 Uhr  wurde an Leitungen im Bereich 1F nördlich der Reaktoren 5 und 6 ein Leck entdeckt. An einem Flanschabschnitt des Prüfungsventils einer Leitung trat Wasser aus und erreichte dabei die Breite eines Bleistifts. Das Wasser blieb innerhalb der Barriere und die Stelle wurde gesichert An den Messposten gab es nach Angaben von TEPCO keine nennenswerten Veränderungen.

Die Verbindungsleitung zwischen den Behältern A und B wurde am Druckstutzen/Austrittsflansch unterbrochen und am Abend endete auch der Wasseraustritt am Flanschabschnitt.

Leck an Druckanzeiger für Wassereinspeisung: Gegen 11:05 Uhr entdeckten Arbeiter an einem Druckanzeiger in der Mitte einer Transportleitung von Puffertank und Kondensatspeichertanks zum Tank zur Einspeisung von Frischwasser für die Entsalzungsanlage, den Austritt von Wasser.

AKW Fukushima: Ansicht der Wasserpumpen-Leckstelle am 6. Februar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ansicht der Wasserpumpen-Leckstelle am 6. Februar 2014 (Foto: TEPCO)

Durch Schließung des Hauptventils des Differenzdruckmessgeräts konnte der Austritt um 11:07 Uhr beendet werden.

Die Wasserversorgung für die Einheiten der Reaktoranlage wie Wassereinspeisung und Entsalzung wurden nicht beeinträchtigt.

Als unmittelbare Sicherheitsmaßnahme erfolgte ein Erdaushub, da sich die Anlage auf einem Hügel befindet.

Messungen ergaben eine kombinierte Belastung von Gamma- und Betastrahlern in Höhe von zunächst 0,24 Millisievert pro Stunde.

Dieser Wert konnte durch die Sicherungsmaßnahme auf auf 0,018 Millisievert pro Stunde gesenkt werden. Eine Gefährdung für die Umwelt bestehe nicht.

9 KOMMENTARE

  1. Hallo, Spreadnews Redaktion und andere Gäste der Seite.
    Ich habe eine Frage bezueglich Fisch aus dem Pazifik.
    Ich weiß nicht , ob ich meinen Kaviar den meine Mutter zur Schule mitgegeben hat essen soll.
    Fukushima hat ja schon den ganzen Pazifik verstrahlt, also auch Alaska die Westküste der USA usw.
    Ich habe wirklich Hunger aber mir bleibt das ungute Gefühl, dass ich wegen dem Kaviar sterben werde

    • Hallo Marcoa123,

      die internationale Berichterstattung zur Belastung des Pazifischen Ozeans geht teilweise von sehr gravierenden Ausmaßen der Kontamination aus und zeichnet dabei auch ein recht düsteres Bild.

      Wie aber bereits Falschmeldungen und Hoaxes gezeigt haben, die beispielsweise Effekte einer Viruserkrankung bei Tieren auf die Radioaktivität zurückführten, wird dabei auch oft mangelhaft informiert.

      Nicht zuletzt deshalb konzentriert sich unsere Berichterstattung auf andere Schwerpunkte.

      Nun zur eigentlichen Frage.

      Trotz der radioaktiven Belastung die in den vergangenen Jahren bei mehreren Lebensmitteln und Tieren in Japan nachgewiesen wurden, ist uns kein einziger Fall bekannt, bei dem der Konsum von Lebensmitteln aus dem Pazifik tödliche Folgen gehabt hätte.

      Eine Skepsis gegenüber Produkten aus dem Pazifik bleibt jedem Verbraucher unbenommen – eine tödliche Gefahr durch den Konsum von wenigen Gramm Meeresprodukten wie Kaviar, die zudem der Lebensmittelkontrolle unterliegen, sehen wir nicht gegeben.

      Diese Aussagen stellen aber natürlich keine medizinische Beratung dar, sondern geben lediglich unsere Einschätzung des geschilderten Sachverhalts und der aktuellen Situation dar.

      Wir hoffen, die Frage ausreichend beantwortet zu haben.

      Das Redaktionsteam

    • Hallo Marcoa123

      ich würde mir da keinen großen Kopf machen. Es essen immer noch Millionen von Menschen irgendwelche Pazifikprodukte. Von Massensterben in Korea, Polynesien oder sonst wo habe ich noch nie etwas gehört.

      Es ist noch keiner tot umgefallen, weil er pazifischen Fisch gegessen hat. Es sei denn, es ist Kugelfisch.

      Also esse du mal ruhig deinen Kaviar.

      Guten Appetit. 🙂

  2. “Die Atomaufsichtsbehörde NRA erklärte gegenüber dem Betreiber, die Strahlung die während der Bergungsmaßnahmen in die Umgebung freigesetzt werde, sei zu hoch. Zu Beginn der Bergung hatte TEPCO versichert, das Wasser im Abklingbecken biete den Arbeitern vor Ort ausreichend Schutz.“
    jaja, weil Tepco an seinen arbeitern interessiert wäre???!!!! ganz bestimmt nicht. das ist ein unding , wie fahrlässig die an die sache rangehen.
    was haben die denn erwartet??? ein paar jahre warten und die welt wird nicht mehr nachfragen??? den ist alles egal, hauptsache die kohle stimmt.
    der reaktor 4 hat es in sich. wenn es stimmen sollte, dass das gebäude sich um, ca 1,67 m abgesenkt hat, das der reaktor + aklingbecken durch die explosion freigelegt wurden, dann ‚gute nacht marie‘. die brennstäbe lassen sich nur ‚vertikal‘ entnehmen/umsetzen aber doch nicht unter diesen voraussetzungen. warum zeigen die uns den keine aktuellen bilder von der ganzen anlage? angst vor terrorangriffen? das sind doch witzbolde, mal ganz gelinde gesagt. wer ist den hier der terrorist???? na die sind es doch selber. die rechnung geht diesmal aber nicht auf, 1000%!!!!!!!!
    die wissen doch genau, 1 erdbeben mit der stärke 7-8 hat zur folge, dass das abkingbecken in block 4 komplett zusammenbrechen wird. wenn nicht das erste , dann eben das zweite. was ist mit den taifunen????? dort stehen über 100 behälter mit ( mitlerweile sind es bestimmt noch mehr ) hochkontaminierten mist rum, sollte nur ‚einer‘ davon zerstört werden, wars das. das gelände kann danach nicht mehr betreten werden. und dann? aus die maus!!! von wegen friedliche atomengie!!! aber japan baut mit mit seinem doch so sicheren plan, die akws weiter, nur diesmal in GB und die amis, wie der rest, liefern das zubehör und know how? haben wir ja gesehen, wie es bis jetzt lief und weiterlaufen wird. die welt ist für die eine billige müllhalde.

  3. und wieder sehen wir ein wunderbares, unversehrtes, nicht kaputtes, zerstörtes, neuwertiges AKW, wo geabreitet wird. und wieder gehen keine gefahren von da aus, obwohl die belastung ansteigt? es sind auch keine 1500 brennstäbe verdampft, gell? warum regen wir uns überhaupt auf, wenn man das urlaub machen kann.

    • Ach da isser ja wieder, der Herr Tiroch.

      Dachte schon, er wäre uns mit seinem Verschwörungsunsinn und ständigen Wiederholungen abhanden gekommen. Kann aber nicht gerade behaupten, dass ich ihn vermisst habe.

      So, jetzat:

      Das „wunderbare, unversehrte etc“ Reaktorgebäude 4 sieht schon seit mehreren Monaten so aus.

      Ich hab schon damals gesagt: TEPCO ist nicht zu blöd um Trümmer wegzuräumen und auch der Kran ist ziemlich neu.

      Tut mir leid, wenn das nicht in die Verschwörungstheorie passt, das wären alles nur saubere Filmkulissen für die doofen Medien. So wie bei der Mondlandung, da war ja auch nur ein Fake, richtig?

      Schauen Sie sich mal die Meldung vom 30. Januar an. Da gibts ein schönes „Vorher-Nachher-Bild“. Das zeigt, welche Wirkung so ein paar Räumarbeiten haben können. Verblüffend, oder?

      In der Präfektur Fukushima kann man übrigens wirklich Urlaub machen – das ist nämlich keine Todeszone.

  4. das veräppeln der menschen geht doch schon damit los, dass wieder Bilder aus einem unzerstörtem, unversehrten, schönen sauberen AKW gezeigt werden, um zu suggerieren dass alles halb so wild ist?

    • Heillige Schei…manche Leute sind echt merkbefreit

      Ich sags nochmal kurz für Sie, vielleicht verstehen sie es besser:

      Böse Explosion – Reaktor kaputt – TEPCO aufräumen – Gebäude sauber – Kran neu – gutes Aussehen

      Schwer zu verstehen?

      Aber Sie glauben lieber weiter an ihre Verschwörungstheorie von der bösen TEPCO-Lobby die Pappmaché-Kulissen nutzt um die Welt zu verar,… richtig?

      Ich weiss, Verschwörungstheorien geben das tolle Gefühl den Durchblick zu haben. Mehr zu wissen als der Rest. Toll für gelangweilte Rentner und gefrustete Teenies.

      Aber dann erzählen Sie ihren Quatsch doch bitte Leuten die das hören wollen in irgendwelchen Foren oder drittklassigen Verschwörungsklatschblättern mit Horror-Schlagzeilen.

      Da haben Sie echte Zuhörer und können sich wichtig vorkommen.

      PS: Haben Sie eigentlich noch ne andere Platte auf Lager?

  5. hallo Anna lena,
    gutes Aussehen und saubere Gebäude nur durch aufräumen? in den Gebäuden die völlig zerstört sind?
    die andere Platte ist, dass sich bis heute nicht viel geändert hat, die Strahlenwerte enorm hoch sind, alles runtergspielt wird, hunderte Behälter verdampft sind, täglich neue Wassereinbrüche gefunden werden usw. das sind Tatsachen die man nicht wegwischen kann, gell?

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