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Fukushima aktuell: Strahlenschutzarbeiten an Reaktor 3 begonnen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Vorbereitung der Abschirmarbeiten am 12. April 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Vorbereitung der Abschirmarbeiten am 12. April 2016 (Foto: TEPCO)

„Wichtige Arbeitsschritte und wiederkehrende Probleme“, so könnte man die Meldungen vom AKW Fukushima heute zusammenfassen. Tatsächlich zeigen die aus Japan aktuell berichteten Fukushima News fast die ganze Bandbreite an Ereignissen auf dem Kraftwerksgelände.

Die Einzelheiten finden sich wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. April 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Strahlenschutzarbeiten an Reaktor 3 begonnen
  • Erneut Wasserleck im Gebäude der Müllverbrennungsanlage
  • Ölleck an Fahrzeuganhänger auf AKW-Straße
  • Aufwärtstrend an unterirdischem Lagertank hält an

Strahlenschutzarbeiten an Reaktor 3 begonnen: Als Vorbereitung auf die künftige Bergung von Brennelementen begann TEPCO gestern  mit einer Maßnahme, die eine Reduzierung der Strahlungsbelastung von Kraftwerksarbeitern an Reaktor 3 erreichen soll.

Das Unternehmen will hierzu eine Abschirmung aus Stahl auf dem Dach des Reaktorgebäudes anbringen. Als erster Schritt transportierte ein Kran einen Stahlrahmen auf das Dach. Dieser soll dann als Grundlage für die übrige Abschirmung dienen.

Diese Strahlenschutzarbeiten sind erforderlich, da die eigentliche Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken zwar über einen ferngesteuerten Kran erfolgt, jedoch zuvor technisches Gerät von menschlichen Arbeitern angebracht werden muss.

Um bei diesen Arbeiten die radioaktive Belastung für die Beschäftigten so  niedrig wie möglich zu halten, wird nun diese Abschirmung angebracht.

Für das Fiskaljahr 2017 sind zwar die Entfernung von Trümmern und Dekontaminationsmaßnahmen geplant – mit Werten von bis zu 220 Millisievert pro Stunde ist die Radioaktivität im oberen Gebäudebereich jedoch weiterhin hoch.

Über die Maßnahme berichteten neben dem Kraftwerksbetreiber TEPCO auch Präfekturmedien.

Erneut Wasserleck im Gebäude der Müllverbrennungsanlage: Gestern entdeckten Angestellte gegen 17:30 Uhr bei einer Kontrolle im Gebäude der Müllverbrennungseinlage eine Wasserlache von 10 x 10 Metern und einer Tiefe von einem Zentimeter.

Eine Analyse der Wasserproben wies Cäsium-134 in einer Konzentration von 120 Becquerel und Cäsium-137 in Höhe von 540 Becquerel pro Liter nach. Die stärkste Konzentration lag bei Betastrahlern vor und betrug 800 Becquerel pro Liter.

In dem Bereich verlaufen Rohre, die aufbereitetes Wasser an die Cäsiumfilteranlage leiten. Ein Vergleich mit Wasser der Anlage ergab abweichende Werte.

Dort lag die Konzentration von Cäsium-134 unter dem Nachweiswert und im Fall von Cäsium-137 bei 230 Becquerel. Die Cäsiumbelastung ist dort somit niedriger als das Wasser der Lache. Strontium wurde dagegen in einer Höhe von 7.200 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

TEPCO kündigte an, den Ursachen für den Wasserfund auf den Grund gehen zu wollen. In der jüngeren Vergangenheit hatte es bereits Wasserlecks an der Cäsiumfilteranlage im Abfallentsorgungsgebäude gegeben.

Ölleck an Fahrzeuganhänger auf AKW-Straße: Gestern wurde gegen 17:27 Uhr auf  der Weststraße zur Schaltanlage der Reaktoren 5 bis 6 Ölspuren im Bereich der hinteren Räder eines Anhängers festgestellt.

Der Anhänger war bei Bauarbeiten an Reaktor 3 zum Einsatz gekommen. Eine Untersuchung durch Angestellte ergab, dass es sich um Öl aus  dem Hydraulikzylinder handelte. Der Austritt konnte gestoppt werden.

Die Flüssigkeit, die sich auf einer Fläche von 4 Metern x 3,5 Metern ausgebreitet hatte, wurde bereits gesichert. Die Öltropfen auf der Straße gelangten nicht in die Abwasserkanäle, so dass kein Einfluss auf die Umwelt besteht.

Nach Beurteilung der Feuerwehr Futaba liegt daher auch kein Austritt eines Gefahrenstoffs vor. Über das Ölleck berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Aufwärtstrend an unterirdischem Lagertank hält an: Während eine gestern entnommene Wasserprobe am Kontrollposten auf der Südwestseite keine Auffälligkeiten zeigte, wurde nun auf der Nordostseite ein Anstieg nachgewiesen.

Dort stieg  der Wert von zuvor 190.000 Becquerel pro Liter (Stand vom 6. April) auf nunmehr 240.000 Becquerel. Dies stellt nach Darstellung von TEPCO zwar einen Aufwärtstrend, jedoch keine besondere Veränderung dar.

Die Tritiumwerte hätten sich seit der letzten Messung vom 7. April nicht signifikant verändert. Das Unternehmen will die Entwicklungen dort weiterhin verfolgen.

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