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Fukushima aktuell: Strahlungsanstieg in Grundwasser soll Erfolge belegen

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Artikelbild: Arbeiter bei der chemischen Bodenaushärtung am 17. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter bei der chemischen Bodenaushärtung am 17. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Wenn im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima heute erklärt wird, die stufenweise steigenden Strahlungswerte an einem Grundwassermessposten seien auf Fortschritte bei der Kontrolle des Grundwasserproblems zurückzuführen, klingt dies zunächst befremdlich, wird jedoch auch begründet.

Daneben gibt es jedoch weitere Fukushima News, wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Dezember 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Strahlungsanstieg in Grundwasser ist positives Signal
  • Regierung erwägt Verklappungspläne für radioaktives Wasser
  • Weitere Daten zu Verwerfungen am AKW Mihama gefordert

Strahlungsanstieg in Grundwasser ist positives Signal: Einer offiziellen Erklärung von TEPCO zufolge ist der stufenweise Anstieg der Strahlungswerte an einem Grundwasserkontrollpunkt das Ergebnis erfolgreicher Bemühungen im Rahmen der Pumparbeiten und der Verhinderung des unkontrollierten Eintritts radioaktiven Grundwassers ins Meer.

Die Gesamtwerte aller Betanuklide habe zunächst zwischen 40.000 und 80.000 Becquerel gelegen. Nachdem am 8. Juli damit begonnen worden war, Grundwasser aus dem Bereich heraufzupumpen, hatte im Oktober ein deutlicher Aufwärtstrend eingesetzt, der gegenwärtig andauert und bei der Analyse von Grundwasserproben zu immer neuen Strahlungsrekorden führt.

Zuletzt war in Wasserproben vom 28. November, die am Kontrollposten 1-16 entnommen wurden, ein Wert von 1,1 Millionen Becquerel pro Liter nachgewiesen worden. Werte vom 2. Dezember ergaben einen erneuten Anstieg auf 1,3 Millionen Liter. Da die Analysen einige Zeit brauchen, werden Ergebnisse meist mit einigen Tagen Verzögerung gemeldet.

AKW Fukushima: Grundwasseraustritt an Messposten am 27, August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasseraustritt an Messposten am 27, August 2013 (Foto: TEPCO)

Dieser neuste Anstieg wird von den Technikern bei TEPCO mit dem stark kontaminierten Wasser in Verbindung gebracht, das seit April 2011 aus Reaktor 2 dringt. Nach Angabe des Betreiber kontrolliere man die Werte an den Messposten genau. Bislang bestehe kein steigendes Risiko für Mensch und Umwelt, Ergebnisse werde man weiterhin umgehend veröffentlichen.

Tatsächlich erkennt man an anderer Stelle sogar ein positives Signal in dieser Entwicklung, wie aus der Erklärung des Kraftwerksbetreibers hervorgeht.

Dennoch sieht Lake H. Barrett, früherer Verantwortlicher der US-Energiebehörde und jetziger Berater des Kraftwerksbetreibers TEPCO, hierin ein Zeichen für einen gewissen Fortschritt – zeige es doch, dass die Maßnahmen zur Verhinderung einer Meereskontamination durch Grundwasser funktionieren, da dieses zurückgehalten werde.

Derzeit blockiert TEPCO den Fluss des Grundwassers zum Meer an einigen Stellen durch chemisch ausgehärtete Bodenschichten, was zum Anstieg von Wasserstand und Strahlungswerten an den Grundwasserkontrollposten führt.

Ebenso wie TEPCO erklärte Barrett, eine sorgfältige Beobachtung des Strahlungsanstiegs sei dringend erforderlich, es bestehe jedoch kein gestiegenes Risiko für Kraftwerksarbeiter, Umwelt, oder die Allgemeinheit.

Damit widerspricht er der Besorgnis einiger Personen –  durch einen allgemeinen Anstieg des stark radioaktiven Grundwassers könnte auch das allgemeine Strahlungsniveau auf dem Gelände steigen. Über die aktuelle Einschätzung der Vorgänge berichtete die Kyodo.

Regierung erwägt Verklappungspläne für radioaktives Wasser: Japans Regierung hat heute auf den Vorschlag eines IAEA-Experten reagiert und so erklärte Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga auf einer Pressekonferenz, man werde den Ratschlag prüfen und in Erwägung ziehen. Voraussetzung dafür seien ausführliche Gespräche mit anderen Instanzen.

Zuvor hatte die IAEA angeregt, Japan könne durch eine kontrollierte Verklappung gering radioaktiver Abwässer einen Teil seines Grundwasserproblems dämpfen (Spreadnews berichtete am gestrigen Mittwoch). Gegenwärtig wird das Grundwasser an Kontrollposten heraufgepumpt und in Lagerbehälter geleitet.

Ein wichtiges Ziel für Kraftwerksbetreiber TEPCO ist das Erreichen eines Regelbetriebs des Multinuklid-Filtersystems ALPS. Hierdurch liesse sich die Zahl radioaktiver Nuklide im Wasser deutlich verringern, ausgenommen davon ist Tritium. Das Unternehmen hofft, in Folge mehr Sympathien für Verklappungspläne gewinnen zu können. Mehrere japanische Medien berichteten unter Bezug auf die Kyodo.

Weitere Daten zu Verwerfungen am AKW Mihama gefordert: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA, hat auf einem heutigen Treffen den Betreiber Kansai Electric dazu aufgefordert, weitere Daten zu einer aktiven geologischen Verwerfung zu liefern, die in der Nähe des AKW Mihama (Präf. Fukui) verläuft.

Atomsymbol
NRA fordert Daten zur Erdbebensicherheit des AKW Mihama (Grafik: pd)

Die fragliche Verwerfung verläuft etwa einen Kilometer östlich der Kernkraftanlage. Experten gehen davon aus, dass im Fall einer Bewegung im Rahmen eines Erdbebens, auch neun weitere Verwerfungen in Bewegung geraten könnten. Die betroffenen Verwerfungen verlaufen unter dem Kraftwerksgelände, eine davon unter einem Reaktor.

Auch wenn Vertreter des Betreibers erklärten, es bestünden keine Hinweise darauf, dass es in den letzten 120.000 Jahren eine seismische Aktivität dieser Struktur gegeben habe. Dennoch will die NRA nun genaue Daten haben, wann sich die letzte Bewegung dort ereignet habe und in welcher Beziehung sie zur nachweislich aktiven Verwerfung stehen.

Doch auch auf die Aufsichtsbehörde wartet Arbeit. Neben einer Besichtigung der Anlage Mihama am Samstag, müssen auch an fünf anderen Kraftwerken nun Untersuchungen im Bezug auf den Status von Verwerfungen durchgeführt werden. Diese Kontrollen sind Voraussetzung für eine Erlaubnis zum Neustart. Über die aktuellen Entwicklungen berichtete die NHK.

1 KOMMENTAR

  1. wie schön da alles so positiv dargestellt wird. nur mir fehlt der Glaube weil es seit beginn an nur Lügen gab, die nun plötzlich aufhören???

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