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Fukushima aktuell: Strahlungsmessung an Reaktor-Abluftkamin durchgeführt

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Artikelbild: Kraneinsatz zur Strahlungsmessung an Kamin am 16. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kraneinsatz zur Strahlungsmessung an Abluftkamin am 16. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Mit den Aufnahmen von Arbeiten an einem Abluftkamin zeigt der Betreiber des AKW Fukushima heute, dass trotz der anhaltenden Problematik um radioaktives Wasser, auch an anderer Stelle weiterhin gearbeitet wird. Darüber hinaus stellte der Kraftwerksbetreiber heute auch ein neues Tochterunternehmen vor, dass sich der Schwierigkeiten bei der Stilllegung widmen soll.

Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Dezember 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Strahlungsmessung an Reaktor-Abluftkamin
  • TEPCO bildet neues Unternehmen für Fukushima-Management
  • Großteil von Risikogemeinden haben keinen Nuklearkatastrophenplan
  • Genehmigung für Neustart-Sicherheitsprüfungen angestrebt

Strahlungsmessung an Reaktor-Abluftkamin: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Freitag mitteilte, führte das Unternehmen vor einiger Zeit eine Strahlungsmessung am beschädigten Abluftkamin der Reaktoren 1 und 2 durch.

Vorangegangene visuelle Inspektionen durch eine ferngesteuerte Kamera hatten bereits leichte bauliche Schäden nachgewiesen (Spreadnews berichtete im September und Oktober 2013). Eine direkte Kontrolle im unteren Bereich war aufgrund der hohen Radioaktivität nicht möglich. Die nun durchgeführte Messung sollte Aufschluss über das Niveau der Strahlung im oberen Bereich das Kamins geben.

Die Durchführung der Messung erfolgte am 16. und 17. Dezember 2013, durch einen 60-Tonnen-Kran. Die Umgebungsstrahlung wurde an fünf Stellen in unterschiedlicher Höhe und unterschiedlichem Abstand zum Abgaskamin gemessen.

AKW-Fukushima: Dosimeter-Einsatz an Reaktor-Abluftkamin am 16. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
AKW-Fukushima: Dosimeter-Einsatz an Reaktor-Abluftkamin am 16. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Die höchste Strahlung betrug 3,6 Millisievert pro Stunde und wurde an Messpunkt 5 in zehn Metern Höhe und einem Abstand von 12 Metern gemessen. Der mit 1.7 Millisievert pro Stunde niedrigste Wert stammt vom Messpunkt 3 in 30 Metern Höhe und einem Abstand von neun Metern.

Neben den zusätzlichen Daten sieht das Unternehmen weitere Erkenntnisse zum Einsatz von Arbeitsgerät an der Struktur. Diese können künftig in weitere Maßnahmen, wie etwa die Stabilisierung der Struktur und schließlich deren Abriss genutzt werden.

TEPCO bildet neues Unternehmen für Fukushima-Management: Der Elektrizitätskonzern TEPCO kündigte heute die offizielle Gründung eines Unternehmens an, deren Mitarbeiter sich ausschließlich mit der Stilllegung des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi befassen werden.

TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO will Fukushima-Probleme effektiver angehen (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Die Neugründung, die in den kommenden Monaten zunächst unter dem provisorischen Namen „Stilllegungsunternehmen“ arbeiten wird, ist eine Reaktion auf die Empfehlung einer Gruppe von internationalen Beratern. Nach eigenen Angabe begrüßte das Unternehmen diesen Ratschlag, so dass die neue Einrichtung gegründet wurde.

Präsident des neuen Unternehmens und Hauptverantwortlicher für Stilllegung, wird Naohiro Masuda, der eine entscheidende Rolle beim sicheren Herunterfahren des Kernkraftwerks Fukushima Daini (Fukushima 2) gespielt hatte. Er wird künftige Berichte direkt an Naomi Hirose, den Präsidenten des Mutterkonzerns TEPCO leiten.

Großteil von Risikogemeinden haben keinen Nuklearkatastrophenplan: Wie bei einem Treffen des Regierungsausschusses zur Katastrophenvorsorge heute bekannt wurde, verfügen 60 Prozent der Gemeinden, die sich innerhalb eines 30-Kilometer-Radius um ein AKW befinden, immer noch nicht über einen Evakuierungsplan.

Mit Stand vom zweiten Dezember sind bei 82 von 135 potentiell gefährdeten Gemeinden die Katastrophenpläne nicht vollständig zusammengestellt. Die größten Probleme sind dabei die Evakuierung von Senioren aus Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, sowie die Schwierigkeit, Auffangeinrichtungen außerhalb ihrer Gemeindegrenzen zu finden.

Da die Fukushima-Katastrophe 2011 die Regierung in Tokyo dazu veranlasste, diesen Gemeinden die Erstellung von Evakuierungsplänen nahe zu legen, plant man nun, durch beratende Instanzen, in denen Vertreter von Regierungseinrichtungen mit Katastrophenschutzaufgaben tätig sind, entsprechende Hilfestellungen zu leisten. Das berichtet die NHK.

Genehmigung für Neustart-Sicherheitsprüfungen angestrebt: Während Japan Atomic Power, den Abschluss der Stilllegungsarbeiten für den landesweit ältesten Reaktor am AKW Tokai aufgrund von Problemen mit der Entsorgung von Atomabfällen um fünf Jahre auf 2015 verschieben muss, wollen andere Unternehmen stattdessen Neustarts.

Das AKW Shimane (Foto: KEI cc-by)
Reaktorbau am AKW Shimane wird fortgesetzt (Foto: KEI cc-by)

So hat Chubu Electric nun Fortschritte bei der Erhöhung eines Damms am AKW Hamaoka (Präf. Shizuoka) gemacht. Aufgrund neuer Tsunami-Einschätzungen von bis zu 19 Metern, erhöht das Unternehmen die bisherige Schutzeinrichtung von 18 auf 23 Meter.

Mit Fertigstellung der Barriere im September 2015 hofft das Unternehmen wenigstens einen Reaktor wieder starten zu dürfen.

Unterdessen will Tohoku Electric noch in diesem Jahr eine Sicherheitsprüfung beantragen, die Voraussetzung für eine Neustartgenehmigung ist.

Nachdem am AKW Onagawa (Präf. Miyagi) die Meerwasserpumpen zur Reaktorkühlung beim Tohoku-Erdbeben 2011 überflutet wurden, verbessert das Unternehmen die Maßnahmen an der Anlage.

Nach dem Baubeginn von 29 Meter hohen Dämmen, die im März 2016 fertig sein sollen und der Fertigstellung von Hochleistungsgeneratoren in erhöhter Lage, sollen die für einen Prüfungsantrag benötigten Dokumente nun zusammengestellt sein. Das berichtet die NHK unter Berufung auf ungenannte Quellen.

Sofern die örtlichen Verwaltungen keine Einwände haben, könnte Reaktor 2, der mit den Siedewasserreaktoren am AKW Fukushima Daiichi baugleich ist, kurz darauf eine Neustartgenehmigng erhalten.

Es wäre die erste Anfrage dieser Art für einen Reaktor, der zuvor von der Tohoku-Katastrophe betroffen war. Andere Unternehmen haben bereits Anträge für die Prüfung eines Neustarts für nicht beeinträchtigte Reaktoren gestellt.

Der Elektrizitätsanbieter Chugoku Electric dagegen, hat die Zustimmung der Präfektur und der Stadt Matsue für sein AKW Shimane (Präf. Shimane) bereits so gut wie sicher. Die Verwaltungen werden am Dienstag ihr Einverstädnis für die Beantragung einer Sicherheitsprüfung geben.

Die Behörden hatten zuvor Gemeinden und Einwohner befragt. Der Antrag an die Atomaufsicht NRA soll am Jahresende erfolgen. Über die aktuellen Entwicklungen und Pläne berichteten Asahi Shimbun und NHK.

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