Start Aktuelles Fukushima aktuell: Strahlungsmessungen zeigen Abwärtstrend in Reaktorgebäude

Fukushima aktuell: Strahlungsmessungen zeigen Abwärtstrend in Reaktorgebäude

Gestern gestartete Robotermission liefert interessante Erkenntnisse

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Strahlungsmessung der Oberflächen am 3. Juli 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Roboter bei Strahlungsmessung der Oberflächen am 3. Juli 2018 (Foto: Copyright by TEPCO)

Gestern begonnen, liefert der Einsatz von zwei Robotern am AKW Fukushima heute bereits neue Erkenntnisse, die von Bedeutung für das Betreiberunternehmen TEPCO sind. Somit stehen die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima-News ganz im Zeichen dieser Mission.

Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Juli 2018.

Neue Aufschlüsse über Strahlungswerte in Reaktorgebäude 2

Am gestrigen Montag berichteten wir über den Beginn einer langfristig angelegten Robotermission in Reaktorgebäude 2 des AKW Fukushima Daiichi. Der Betreiber TEPCO veröffentlichte bereits erste Ergebnisse der Strahlungsmessung.

Dabei konnte eine interessante Entwicklung nachgewiesen werden, die heute öffentlich bekannt gemacht wurde. Dazu muss jedoch zunächst ein Blick auf die bislang ermittelten Ergebnisse geworfen werden.

Interessante Entwicklung des Strahlungsniveaus

Gestern waren auf einer Fläche von 450 Quadratmetern an 19 einzelnen Punkten durch zwei Roboter Messungen durchgeführt worden. Dabei wurden auf der Westseite des Reaktors bis zu 500 Millisievert pro Stunde nachgewiesen.

Das besondere daran ist, dass bei vorangegangenen Untersuchungen im Juni 2012 dort noch etwa 230 Millisievert pro Stunde gemessen worden waren.

Auch wenn die jetztigen Werte nach wie vor den Einsatz menschlicher Arbeitskräfte dort unmöglich machen, stellen die jüngsten Ergebnisse einen Rückgang auf ein Viertel des ursprünglichen Werts innerhalb von sechs Jahren dar.

Westlich des Abklingbeckens für abgebrannte Brennelemente betrug die radioaktive Belastung nur noch  31,1 Millisievert, was lediglich ein Sechstel des zuletzt gemessenen Werts von 173 Millisievert darstellt.

Damit ist ein deutlicher Abwärtstrend in diesem Bereich erkennbar. Der niedrigste Wert fand sich östlich der Öffnung. Er lag bei 10,2 Millisievert.

TEPCO führt diesen Rückgang im Wesentlichen auf den natürlichen Ablauf der Halbwertszeit einiger radioaktiver Stoffe zurück. Nach Angaben von TEPCO handele es sich um wichtige Erkenntnisse für künftige Arbeitsschritte.

Pläne für die weitere Mission

Nachdem der Robotereinsatz bereits am 25. Juni beginnen sollte, jedoch aufgrund von Bildstörungen des Roboters verschoben werden musste, will TEPCO nun offenbar möglichst effektiv vorgehen.

Für den heutigen Tag ist die Messung der Radioaktivität an der Oberfläche von Wänden und Boden innerhalb dieses Stockwerks geplant. Da der neu geschaffene Zugang auch neue Möglichkeiten bietet, sollen noch den ganzen Monat lang Messungen und Bildaufnahmen erfolgen.

Schritt für Schritt will man durch die Räumung von Hindernissen für die Roboter immer weiter vordringen, um die Erfassung der Umgebungsradioaktivität vor Ort so umfangreich wie möglich durchführen zu können.

Die geprüften Bereiche finden sich alle noch in der Nähe von Zugängen zum Gebäude und es ist zu erwarten, dass das Strahlungsniveau beim weiteren Vordringen ins Innere deutlich höhere Werte erreichen wird.

Langfristiges Ziel bleibt es, genug Erkenntnisse zu gewinnen, um den nächsten großen Schritt – die Bergung der 655 abgebrannten Brennelemente aus dem Abklingbecken des Gebäudes – sorgfältig planen zu können. Über die aktuelle Entwicklung berichteten Präfekturmedien.