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Fukushima aktuell: Strahlungswerte beschäftigen TEPCO

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Artikelbild - Atomsymbol (Grafik: pd)
AKW Fukushima: Ensorgungskonzept für Tritium-Abwässer gesucht (Symbolgrafik: pd)

Auch wenn die Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der japanischen Kapitulation und das buddhistische Totenfest Obon beendet sind, kehrte am AKW Fukushima heute keineswegs Routine ein.

Tatsächlich gibt es Japan aktuell mehrere Meldungen, die zeigen, dass die Anlage weiterhin vielfache Aufmerksamkeit benötigt. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. August 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Cäsium durch Taifun verbreitet
  • Tritiumanstieg an Messposten
  • Roboterprojekt für Fukushima-Einsatz
  • Überlaufen eines Abwasserkanals
  • Verklappung zu Wochenbeginn
  • Befristete Aufenthaltserlaubnis für Kawamata angekündigt
  • Hausnotrufsysteme für Senioren von Naraha

Cäsium durch Taifun verbreitet: Vor der Küste der Präfektur Ibaraki und damit etwa 100 Kilometer südöstlich vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, steigt die Konzentration von radioaktivem Cäsium jedes Jahr im September an.

Zu diesem Schluss kommen die Analysen der Organisation für Ozeanologische Forschung und Entwicklung (JAMSTEC). Ursächlich sind offenbar die Taifune, welche die seichten Schichten des Meeresbodens aufwühlen und das cäsiumhaltige Material dann verteilen.

Die Wissenschaftler sammelten seit Juli 2011 mit Beobachtungspunkten vor der Küste die Proben aus dem Wasser. Ihre Ergebisse veröffentlichten sie im „Journal of the American Chemical Society„. Über die Erkenntnisse berichteten heute Präfekturmedien.

Tritiumanstieg an Messposten: Bei der Entnahme von Wasserproben von Messposten G-2 im Bereich des Lagertankbereichs H6 am 14. August wurden Tritiumwerte von 2.400 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

Nachdem am Tag zuvor noch 170 Becquerel pro Liter gemessen worden waren, liegt hier ein deutlicher Anstieg vor. TEPCO führt ihn nach Unternehmensangaben vom Sonntag, auf Regenfälle zurück.

Roboterprojekt für Fukushima-Einsatz: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO will ab dem Fiskaljahr 2016 die Stilllegungsarbeiten am Kernkraftwerk beschleunigen und greift hierfür erneut auf Roboter zurück.

So soll ein neuer ferngesteuerter Roboter für dreidimensionale Bilder der Reaktor-Sicherheitsbehälter aus der Vogelperspektive liefern. Auch andere Aspekte, etwa die verbesserte Beweglichkeit von Roboterarmen sollen in das Gesamtprojekt einfließen.

Die Optimierung der Fähigkeiten von Robotern gilt als wichtiger Schritt zur Erleichterung der Umsetzung geplanter Reaktorstilllegungen. Die bislang eingesetzten Roboter sind vor allem in ihrer Reichweite begrenzt und nicht besonders flexibel.

Dies führte in der Vergangenheit bereits zum Verlust von Robotern, die nicht mehr bewegungsfähig waren.

Erste Feldtests sind frühestens diesen Monat zu erwarten, die Kombination aller Technologien wird jedoch noch Zeit benötigen. Über das Projekt, an dem auch das Internationale Forschungszentrum für Reaktorstilllegung (IRID) mitwirkt, berichteten Präfekturmedien.

Überlaufen eines Abwasserkanals: Am gestrigen Montag entdeckte ein Angestellter auf Kameraufnahmen das Überlaufen von Wasser aus Abwasserkanal K – offenbar aufgrund von Regenfällen. Das Wasser sei zum Teil auch auf der Seeseite herausgeflossen.

Da das verbliebene Wasser aber in einen anderen Kanal geleitet worden war, gelangte dort nichts ins Meer, sondern wurde kontrolliert ins Hafenbecken abgelassen.

Das Unternehmen kündigte an, den Zusammenhang zwischen Regenfällen und der Überschreitung der Pumpleistung weiter zu beobachten.

Verklappung zu Wochenbeginn: Am gestrigen Montag führte TEPCO eine weitere Verklappung von Grundwasser aus den Bergen durch.

Nach Angaben des Unternehmens habe es keine Unregelmäßigkeiten gegeben. Die Gesamtmenge beläuft sich auf 1.947 Tonnen Wasser.

Befristete Aufenthaltserlaubnis für Kawamata angekündigt: Am Montag gaben örtliche Stellen offiziell bekannt, das ab Ende des Monats eine dreimonatige Erlaubnis zum langfristigen Aufenthalt in der evakuierten Gemeinde Kawamata erlassen wird.

Frühere Einwohner können dann zumindest in den Bezirk Yamakiya zurückkehren, um dort Vorbereitungen für eine dauerhafte Rückkehr treffen zu können.

Der Plan zur teilweisen Fragabe von Kawamata, obwohl es Bereiche mit dem Status eingeschränkter Bewohnbarkeit handelt, war zuvor von der Regierung entworfen worden.

Bis März 2017 sollen die Evakuierungsanordnungen für Gebiete mit Aussicht auf baldige Rückkehr oder eingeschränkter Bewohnbarkeit weitläufig aufgehoben werden.

Über die offizielle Bekanntgabe berichteten Präfekturmedien.

Hausnotrufsysteme für Senioren von Naraha: Nachdem für die Ortschaft Naraha eine Aufhebung der Evakuierungsanordnung für den 5. September erwartet wird, will man sich auf potentielle Rückkehrer vorbereiten.

So wird erwogen, die Senioren mit Hausnotrufsystemen zu versehen, über die bei einem Unfall, oder einer schweren Krankheit ein Notfallzentrum benachrichtigt wird, dass dann Rettungswagen, Pflegekräfte und Angehörige informiert.

Die Systeme könnten sowohl in den Wohnungen angebracht, als auch mobil am Körper getragen werden. Mit der Maßnahme will man den Senioren die Angst vor der Rückkehr nehmen.

Die Gemeinde Naraha plant, die Geräte an ältere Rückkehrwillige kostenlos abzugeben. Das berichten Präfekturmedien.

1 KOMMENTAR

  1. inzwischen reichen keine 500 neuen Lecks mehr die laufend gefunden werden um Strahungen zu erklären. wann bekennen die sich zum Atomgau?

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