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Fukushima aktuell: Strahlungswerte des Großlecks nach oben korrigiert

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Artikelbild - Großleck eines Lagertanks im August 2013 (Foto: TEPCO)
Großleck vom August 2013 angeblich folgenlos (Foto: TEPCO)

Neue Erkenntnisse zum Großleck vom August 2013, die vom Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt gegeben wurden, deuten auf höhere Werte, als bislang bekannt, hin. Doch ist in Japan aktuell auch das AKW Monju von Interesse, dort wurden weitere Nachlässigkeiten festgestellt.

Alle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. April 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Großleck wies höhere Radioaktivität auf als bekannt
  • Hohe Tritiumwerte bei Pumparbeiten festgestellt
  • Verfälschung von Inspektionsbericht des AKW Monju nachgewiesen
  • Evakuierung um AKW Higashidori würde 65 Stunden dauern

Großleck wies höhere Radioaktivität auf als bekannt: Kraftwerksbetreiber TEPCO meldete am heutigen Freitag, dass das radioaktive Wasser, das beim Großleck eines Lagertanks im August 2013 ausgetreten war, eine höhere Kontamination mit radioaktivem Material aufwies, als zuvor bekannt gegeben.

Nach erneuten Berechnungen kommt das Unternehmen zu dem Schluss, statt der bislang vermuteten Konzentration von 80 Millionen Bequerel an Betastrahlern, habe die Flüssigkeit vielmehr Betastrahler von 280 Millionen Becquerel pro Liter aufgewiesen. Das berichtete die Kyodo.

Beim damaligen Zwischenfall waren etwa 300 Tonnen an radioaktivem Wasser ausgetreten und zumindest teilweise in den Pazifik gelangt. Die Atomaufsichtsbehörde hatte das Großleck als einen „ernsten Störfall (INES-3) gemäß der Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) eingestuft.

Hohe Tritiumwerte bei Pumparbeiten festgestellt: Die gestern begonnenen Maßnahmen zur Grundwasserumleitung, sehen sich offenbar ersten Schwierigkeiten gegenüber. An einem der Grundwasserbrunnen wurde eine Tritiumkonzentration von 1.300 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ein Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO) (Foto: TEPCO)

Dies liegt nur allerdings noch unterhalb des Grenzwers von 1.500 Becquerel für Tritium. Trotz des nachgewiesenen und vergleichsweise hohen Wertes,  ist sich Kraftwerksbetreiber TEPCO noch nicht einig darüber, ob man das Heraufpumpen des Grundwassers weiterführen, oder bereits jetzt stoppen solle.

Etwa 100 Meter westlich des betroffenen Grundwasserpostens, auf der Bergseite der Anlage, befand sich jener Tank, aus dem im August vergangenen Jahres das erste Großleck aufgetreten und 300 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten waren.

Auf dieses Ereignis führt TEPCO auch die dortigen hohen Tritiumwerte zurück. Das berichten Präfekturmedien.

Vor der eigentlichen Verklappung, die für Mai angesetzt ist, wird das heraufgepumpte  Grundwasser zunächst in Spezialbehälter geleitet und dort einen Monat lang die Konzentration an radioaktivem Material untersucht.

Bereits diese Kontrollen sind nicht unumstritten, da schon im Regelfall der  Konzentrationsnachweis von einigen Substanzen, wie etwa Plutonium, bislang mehr Zeit als einen Monat in Anspruch nahm.

Verfälschung von Inspektionsbericht des AKW Monju nachgewiesen: Offenbar hat die japanische Atomenergiebehörde JAEA, die den Forschungsreaktor Monju (Präf. Fukui) betreibt, Inspektionsberichte an die Aufsichtsbehörde NRA verfälscht.

Der Verdacht kam auf, nachdem die Kontrolleure der NRA, bei Kontrollen im März 2014, später neue Geräte an der Anlage vorfanden, die ganz offensichtlich nicht in den Protokollen des Betreibers auftauchen und daher nicht ausreichend durch den Betreiber geprüft wurden.

Der Betreiber räumte schließlich ein, bei mindestens neun von 80 Geräten, darunter eine Temperaturanzeige und ein Schalter für die Versorgung der sekundären Kühlpumpe, wurden, nicht die vorgeschriebene zweite Inspektion durchgeführt zu haben.

Arbeiter hätten zudem in 240 Fällen bei Änderungen der Aufzeichnungen nicht wie vorgeschrieben, einem internen Prüfungsgremium vorgelegt.

Der Betrieb des Monju-Reaktors war seit vergangenem Mai untersagt worden, nachdem etwa 14.000 Versäumnisse bei der Wartung und Sicherheitskontrollen der JAEA aufgedeckt worden waren. Einige davon betrafen auch sicherheitsrelevante Teile der Anlage.

Im September hatte der Betreiber dann den erfolgreichen Abschluss der nachgeholten Kontrollen erklärt. Über den aktuellen Verdacht der Berichtfälschung berichteten mehrere Medien, darunter die Kyodo, jiji und NHK.

Evakuierung um AKW Higashidori würde 65 Stunden dauern: Gestern veröffentlichte Ergebnisse einer Simulation zeigen, dass die Evakuierung aller 73.000 Personen, die in einem Umkreis von 30 Kilomtern um das AKW Higashidori leben, 65 Stunden und zehn Minuten dauern würde.

Auf Anordnung der Präfekturverwaltung, waren mehrere Simulationen mit 125 unterschiedlichen Szenarien durchgeführt worden. Während bei bestem Verlkehrsmanagement eine Evakuierung bereits innerhalb von etwas mehr als 27 Stunden möglich wäre, würde sie bei einem Szenario im Winter fast 71 Stundern dauern.

Das als realistischstes Szenario, mit einer Evakuierungszeit von 65 Stunden, wäre demnach eine nächtliche Evakuierungsaufforderung zwischen Frühling und Herbst, bei der bereits 60 Prozent vor der Aufforderung selbstständig fliehen und 90 Prozent der Flüchtenden ihr eigenes Auto nutzen würden. Hierüber berichtete die Mainichi Shimbun.

1 KOMMENTAR

  1. das verarschen der Menschheit geht ungeniert weiter, gell? inzwischen wird die Welt verstrahlt und Werte manipuliert, oder nicht genannt. Toll ihr < zensiert, die Redaktion>

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