Fukushima aktuell: Streit um Dekontamination von Wäldern

Fukushima aktuell: Streit um Dekontamination von Wäldern

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Adatara-Bergmassiv (Foto: pd)
Präfektur Fukushima als Mahnung an Japans Atompolitik (Symbolfoto: pd)

Während Meteorologen bereits über den zeitlichen Verlauf der „Kirschblütenfront“ diskutieren, sind in den aktuellen Fukushima News die Windrichtungen von Bedeutung.

So geht es in der Präfektur Fukushima heute um die Ausbreitung von radioaktivem Material nach der Kraftwerkskatastrophe und die Folgen des Fallout in den Wäldern. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Februar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Gemeinden fordern umfassende Walddekontamination
  • Strahlungskarte zeigt drastischen Rückgang
  • Radioaktive Glaspartikel in Fukushima nachgewiesen

Gemeinden fordern umfassende Walddekontamination: Am heutigen Mittwoch trafen sich die Vertreter von acht Gemeinden der Präfektur Fukushima mit Shinji Inoue vom Umweltministerium und brachten dort ihre Forderungen vor.

Die Gemeinden lehnen den Plan einer eingeschränkten Walddekontamination, bei der nur siedlungsnahe Gebiete entsprechenden Maßnahmen unterzogen werden, ab. Sie fordern stattdessen eine Dekontamination auch weitereichender Waldgebiete.

Die Regierung hat die Arbeiten auf Waldgebiete in einem Bereich von 20 Metern außerhalb der Gemeinden, sowie auf häufig besuchte Orte, wie etwa Zeltplätze, beschränkt. Ein Großteil der Präfektur sind bewaldet.

Auf Einwände, die mangelnde Dekontamination könne den Rückkehrwillen der früheren Bewohner schwächen, hieß es, man sei zumindest grundsätzlich dazu bereit, Wälder die Nahe an Siedlungen liegen, weitergehend zu dekontaminieren.

Über diese Aussagen und die Ankündigung, eine Taskforce zur Ausarbeitung von Plänen für entlegene Waldgebiete, berichteten NHK und Präfekturmedien.

Strahlungskarte zeigt drastischen Rückgang: Viereinhalb Jahre nach der Kraftwerkskatastrophe ist die radioaktive Belastung in einem 80-Kilometer-Umkreis stark gesunken. Das zeigt eine Karte, die von der Atomaufsichtsbehörde herausgegeben wurde.

Aus der Karte geht zwischen November 2011 und September 2015 ein Rückgang um 65 Prozent hervor. In den nordwestlich vom Kraftwerk gelegenen Gebiete, in die ein Großteil des Materials gelangte, wurde eine Belastung von 19 Mikrosievert pro Stunde festgestellt.

Mit Werten zwischen 0,5 und 1,9 Mikrosievert pro Stunde ging auch die Belastung in südwestlicher Richtung deutlich zurück. Im südlichen Teil der Präfektur Fukushima, sowie in den Präfekturen Miyagi, Tokyo und Ibaraki lagen die Werte noch niedriger.Über die aktuellen Werte berichteten Präfekturmedien.

Radioaktive Glaspartikel in Fukushima nachgewiesen: Eine Forschergruppe berichtet, radioaktive Glaspartikel in Waldgebieten der Präfektur Fukushima nachgewiesen zu haben. Die Objekte sind nur wenige Mikrometer groß und stammen aller  Wahrscheinlichkeit nach aus der Kraftwerkskatastrophe.

Das Team unter Leitung von Noriko Yamaguchi untersuchte feine Partikel, die am Laub von Waldgebieten um die Ortschaft Kawauchi und damit in der Nähe des AKW Fukushima Daiichi entdeckt wurden.

Als Quelle für das radioaktiv belastete Material gilt nach Ansicht der Wissenschaftler der Beton der Reaktoren. Der Glasanteil des Betons war durch die Hitzeentwicklung während der Reaktorkrise geschmolzen und hatte andere Material, wie radioaktives Cäsium, Eisen und Zink dabei aufgenommen.

In der Vergangenheit war zwar Cäsium nach dem Fallout nachgewiesen worden, das in Gasform aus den Reaktoren gelangte – allerdings blieb die genaue Herkunft des radioaktiven Materials bislang ungeklärt.

Nach der jüngsten Entdeckung wollen die Experten nun Reichweite und Umfang der Kontamination untersuchen, um die genauen Vorgänge bei der Verbreitung  des radioaktiven Materials nachvollziehen zu können.

Die so gewonnenen Erkenntnisse könnten möglicherweise eine Steigerung der Effektivität bei der Durchführung von Dekontaminationsarbeiten haben, berichtete die NHK.

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