Fukushima aktuell: Streit um Zukunft der Schilddrüsentests

Fukushima aktuell: Streit um Zukunft der Schilddrüsentests

Befürworter und Gegner regelmäßiger Schilddrüsenkontrollen diskutieren

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Artikelbild - Kinder in Katastrophenpräfekturen benötigen Traumahilfe (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Präfektur Fukushima: Drohungen gegen Jugendprojekt für Wiederaufbau (Symbolfoto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Die künftige Gesundheit der Kinder war in Fukushima heute ein wichtiges Thema. Am gleichnamigen AKW befasste sich die Feuerwehr mit einem Brandverdacht, während an anderer Stelle die Arbeiten problemlos weiterliefen.

Diese und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. September 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Diskussion um Zukunft der Schilddrüsenkontrollen bei Kindern
  • Brandspuren an Kabel eines Labors am AKW
  • Pumparbeiten an Schlammfang von Reaktor-Abluftkamin
  • Fanclub für Fukushima-Lebensmittelprojekt gegründet
Diskussion um Zukunft der Schilddrüsenkontrollen bei Kindern

Am heutigen Mittwoch fand in der Stadt Fukushima ein Treffen des Komitees für Gesundheitskontrollen der Präfektur statt. Dabei soll es vor allem um die Zukunft der Schilddrüsentests gehen.

Schon Ende vergangenen Monats waren deutliche Forderungen nach einer Reduzierung der Schilddrüsenkontrollen bei Kindern laut geworden.

Kritiker der jetzigen Kontrollen führen als Argument die „Überdiagnose“ an – durch die regelmäßigen Kontrollen würden auch gutartige Veränderungen sehr früh entdeckt und würden die betroffenen Familien ängstigen.

Befürworter sehen die Notwendigkeit langjähriger Kontrollen und argumentieren, bei ausschließlich freiwilligen Kontrollen könnten Eltern starke Schuldgefühle entwickeln, falls sie die Tests nicht in Anspruch nehmen und ihre Kinder erkrankten.

Beide Parteien betonen den Schutz der Privatsphäre und die Verhinderung von Stigmatisierung der Betroffenen. Über das Treffen berichteten Präfekturmedien.

Brandspuren an Kabel eines Gebäudes am AKW

Am heutigen Mittwoch entdeckte ein Angestellter im dritten Stock des Betriebsgebäudes für Reaktor 2 gegen 10:56 Uhr Brandspuren am Kabel eines Lautsprechers. Aus Sicherheitsgründen wurde die Stromversorgung für den Lautsprecher abgestellt.

Zunächst informierte man die Feuerwehr Futaba über den Fund und diese erklärte später, man habe zwar in der Tat eine  Schwarzfärbung des Kabels festgestellt, jedoch sei der Fund durch die Feuerwehr Tomioka nicht als als Brand klassifiziert worden.

Weder Strahlungsmessungen noch die Messposten zur Überwachung der Luftbelastung mit radioaktivem Material wiesen auf Unregelmäßigkeiten hin. Über den Fund, bei dem niemand verletzt wurde, berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Pumparbeiten an Schlammfang von Reaktor-Abluftkamin

Nachdem seit August durchgeführte Arbeiten im Bereich des Abluftkamins der Reaktoren 1 und 2 weitgehend unkommentiert blieben, wurde heute der Hintergrund der Maßnahme deutlich.

Nachdem zunächst ein ferngesteuerter Roboter dort Strahlungsmessungen vornahm, begann das Unternehmen gegen 11:00 Uhr mit dem Abpumpen von Ablagerungen aus dem Schlammfang und dem Transfer in die Müllaufbereitungsanlage.

Bei dem Schlammfang handelt es sich um einen Behälter, der Regenwasser und darin enthaltene Feststoffe, die im Kamin anfallen, aufnimmt.

Bei den bisherigen Arbeiten, wie der Entfernung des Deckels und der Messung des Wasserpegels handelt es sich somit um Vorgänge, die standardmäßig vor dem Abpumpen durchgeführt werden.

 Fanclub für Fukushima-Lebensmittelprojekt gegründet

Am vergangenen Mittwoch kündigte die Behörde für Wiederaufbau den Start einer Webseite an, die den Verkauf von Produkten aus Landwirtschaft und Fischerei der Präfektur Fukushima fördern soll.

Am Wochenende wurde dann die Gründung eines privaten Projekts bekannt gegeben, die ebenfalls regional hergestellte Produkte bewerben soll.

Das „Team Fukushima Pride“ ist eine Art Fan-Club für Produkte der Präfektur. Diese Fans wollen die  im Rahmen des so genannten „Fukushima Pride„-Projekts beworbenen Waren noch beliebter machen.

Träger des Verkaufs-Projekts und nun auch des Produkte-Fanclubs ist eine Organisation namens „ Fukushima Challenge Hajimeppe“ mit Sitz in Koriyama. Über eine Webseite werden die verschiedenen Waren, wie etwa Obst, Sake und traditionelle Produkte vertrieben.

Der Grundgedanke ist es, nicht länger nur Versprechungen über die Sicherheit zu machen. Stattdessen sollen, wie bei einer konventionellen Produktwerbung, einfach die positiven Eigenschaften, wie etwa der gute Geschmack, im Vordergrund stehen.

Gänzlich alleine ist die Initiative man nicht dar, denn Unternehmen wie Yahoo Japan und der Betreiber des Fanclubs für das Baseball-Team der „Tokyo Yakult Swallows“ unterstützen das Projekt.

Das persönliche Ziel des Fanclubs ist durchaus ehrgeizig und besteht darin, bis zum Jahr 2020 mindestens 200.000 Mitglieder zu gewinnen, die zur Popularisierung der Präfekturprodukte beitragen.

Als Anreiz haben Mitglieder die Möglichkeit, exklusive Produkte zu kaufen, die nicht standardmäßig auf der Webseite angeboten werden und über eine Facebook-Gruppe mit den Landwirten zu interagieren. Über den Fanclub berichteten die Kyodo und weitere japanische Medien.

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