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Fukushima aktuell: Stromausfall an Brennelemente-Kran von Reaktor 5

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

Die vom Betreiber des AKW Fukushima heute veröffentlichten Neuigkeiten sind keineswegs positiv. Probleme mit einem Brennelemente-Kran und ein erneuter Ausfall des ALPS-Systems beschäftigen derzeit den Elektrizitätskonzern. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. März 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Probleme mit Brennelemente-Kran in Reaktor 5
  • Wieder Pumpenausfall am ALPS-System
  • Arbeiter ohne Dosimeter auf Gelände
  • Zahl der Familientrennungen in Übergangshaussiedlung gestiegen
  • Älteste Frau der Welt hat Geburtstag

Probleme mit Brennelemente-Kran in Reaktor 5: Bei einer heutigen Inspektion gegen 9:30 Uhr wurde festgestellt, dass die Energieversorgung des Messgeräts zur Ermittlung der Last am Hebemechanismus des Brennelemente-Greifers ausgefallen war und die Gerätsanzeige versagte.

Eine daraufhin durchgeführte Kontrolle ergab, dass die Sicherung des Stromkreislaufs des  Messgeräts durchgebrannt war, was offenbar zum Ausfall führte.

Nach der Prüfung wurde die Sicherung ersetzt und die Stromversorgung zum Gerät wieder hergestellt. Dennoch sei es erneut zum Problem an der Sicherung gekommen. Kraftwerksbetreiber TEPCO kündigte an, den Zwischenfall genau zu untersuchen.

Reaktor 5 war zum Zeitpunkt des Tsunami 2011 nicht hochgefahren, so dass es dort, ebenso wie bei Reaktor 6, nicht zu einer Kernschmelze kam und es lediglich bauliche Schäden gab.

Wieder Pumpenausfall am ALPS-System: Um 17:40 Uhr Ortszeit kam es zum Alarm an der Umkehreinheit des Multinuklid-Filtersystems ALPS. Als Folge davon stoppte Druckpumpe Nr. 2 in der B-Einheit des Systems und schaltete in den Standby-Modus. Das Filtersystem besteht aus den Einheiten A, B und C. Die beiden anderen Einheiten blieben unbeeinflusst.

AKW Fukushima: Steuerung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Steuerung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)

Gegenwärtig untersucht Kraftwerksbetreiber TEPCO die Hintergründe des erneuten Ausfalls. Zuletzt war es Ende Februar zu einem Halt des Systems aufgrund eines Alarms gekommen.

Damals stoppte an der Einheit A die Pumpe Nr. 2 (Spreadnews berichtete am 26. Februar 2014).

Der heutige Zwischenfall ist somit nur der Jüngste in einer ganzen Reihe von Pannen und Problemen an dem Filtersystem.

Die ALPS-Anlage gilt als wichtiger Schlüssel zur Bewältigung der radioaktiven Abwässer, hatte jedoch seit Beginn des Testbetriebs mit Lecks, Korrosion und weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen (Spreadnews berichtete mehrfach).

Arbeiter ohne Dosimeter auf Gelände: Am heutigen Morgen konnten gegen 8:30 Uhr Angestellte eines Partnerunternehmens in einem LKW das Haupttor der Anlage passieren, ohne die vorgeschriebenen Alarm-Taschendosimeter (APD) mit sich zu führen. Gegen 9:35 Uhr kehrten Sie zum Tor zurück.

In der Vergangenheit war es mehrfach zu Nachlässigkeiten und Manipulationen beim Tragen der Dosimeter gekommen. Vor allem der Versuch, durch die Ummantelung mit Blei die gemessene Strahlung zu reduzieren, um länger als zulässig in den Reaktorgebäuden arbeiten zu können, hatte Aufmerksamkeit erregt (Spreadnews berichtete mehrfach, etwa am 23. Juli 2012).

In Folge derartiger Probleme hatte der Kraftwerksbetreiber TEPCO für alle Angestellten transparente Brusttaschen an den Schutzanzügen vorgeschrieben, so dass eine visuelle Kontrolle möglich ist (Spreadnews berichtete am 12. Oktober 2012).

Gemeinde in Fukushima will auf Solarenergie setzen: Während der Betreiber des AKW Tokai nördlich von Tokyo, nahe gelegenen Gemeinden zusagte, vor Beantragung einer Sicherheitsprüfung für Neustarts zunächst die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu erläutern, entfernt sich eine Gemeinde in der Präfektur Fukushima von der Atomenergie.

Am gestrigen Dienstag legte eine Gruppe von Flüchtlingen und Energieexperten dem Bürgermeister der Ortschaft Iitate einen Entwurf vor, der einen Wiederaufbau der Gemeinde durch Sozialwohnungen und Solarenergie vorsieht.Geht es nach den Bürgern so soll bereits im März kommenden Jahres der Wiederaufbau im Bezirk Fukaya beginnen.

Neben Sozialwohnungen für allein lebende Senioren sehen sie die Schaffung von Arbeitsplätzen, unter anderem durch die Entstehung einer Blumenzucht vor. Nach dem Willen der einstigen Bewohner soll die Ortschaft durch ein großes Solarkraftwerk von der Energieversorgung durch Atomkraftwerke unabhängig werden.

Bürgermeister Norio Kanno erklärte, dieser Plan entspräche den Vorstellungen und den Wünschen der Bürger deutlich mehr, als bislang vorgelegte Konzepte. Seit der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ist Iitate eine Geisterstadt. Der Bezirk Fukaya darf zwar betreten werden, Übernachtungen sind aufgrund der Strahlung jedoch weiterhin verboten.

Nun hofft man auf eine Beschleunigung der Dekontaminationsarbeiten, so dass in zwei Jahren die Evakuierungsaufforderung und die Einschränkungen für einen Großteil von Iitate aufgehoben werden können. Hierüber berichtete die NHK.

Zahl der Familientrennungen in Übergangshaussiedlung gestiegen: Eine jährliche Umfrage in einer 1.100 Gebäude umfassenden Übergangshaussiedlung in Ishinomaki (Präf. Miyagi) ergab, dass immer mehr Menschen, die nach der Katastrophe fliehen mussten, das Zusammenleben mit anderen Familienmitgliedern aufgeben.

Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Eine Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

In der dritten Umfrage dieser Art gaben 370 Personen gültige Antworten und 33,2 Prozent erklärten, einige Familienmitglieder seien fortgezogen. Im Vergleich zur Umfrage vor zwei Jahren stellt dies einen Anstieg von 40 Prozent bei den Familientrennungen dar.

Ein Mangel an Wohnraum wurde von 38,4 Prozent der Befragten als Begründung angeführt.

Weitere Probleme die sich ergeben, sind die steigenden Spannungen in den Familien, Scheidungen und im Fall jüngerer Flüchtlinge, Probleme beim Schulweg und der Fahrt zur Arbeit. Die Umfrage wird jährlich von der NHK durchgeführt.

Älteste Frau der Welt hat Geburtstag: Am heutigen Mittwoch feierte Misao Okawa in einem Pflegeheim in Osaka ihren 116. Geburtstag. Anlässlich dieser Festivität stattete auch der Bürgermeister der Stadt der alten Dame einen Besuch ab. Im weiteren Verlauf des Tages erhielt sie einen Geburtstagskuchen und konnte den Tag mit Familienangehörigen und anderen Heimbewohnern feiern.

Um einen Kommentar anlässlich ihres Geburtstags gebeten, erklärte die in einen pinkfarbenen Kimono gekleidete Okawa, es sei bereits „eine lange Zeit“ gewesen. Das Geheimnis ihres langen Lebens liege nicht in einer besonderen Ernährungsform – sie esse gerne Sushi, Rindfleischeintopf, Spaghetti und Sashimi – sondern darin, eine gute Mahlzeit zu haben und zu entspannen.

Die am 5. März 1898 geborene Misao Okawa hat drei Kinder, vier Enkel und sechs Urenkel. Sie hat den Eintrag im Guiness Buch der Rekorde als ältester lebender Mensch der Welt. Über den beeindruckenden Geburtstag berichteten unter anderem Kyodo und jiji.

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