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Fukushima aktuell: Studenten sollen bei Reaktor-Stilllegung helfen

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 4: Lage der Abklingbecken (Grafik: TEPCO)
AKW Fukushima: Studenten sollen Probleme lösen (Grafik: TEPCO)

Regierung und Kraftwerksbetreiber bemühen sich um die Lösung altbekannter Probleme und suchen nun akademische Hilfe. Ein Zwischenfall dürfte die Arbeiter am AKW Fukushima heute ebenfalls an bereits bekannte Probleme erinnert haben. Fortschritte werden allerdings ebenfalls angekündigt.

Einzelheiten der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. April 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Universitäten sollen Probleme der Fukushima-Stilllegung lösen
  • Lagertankanzeige meldet leeren Behälter
  • Heraufpumpen von Grundwasser zur Verklappung beginnt morgen
  • TEPCO will radioaktive Abfälle bekämpfen
  • Neue Richtlinie fordert frühe Evakuierungsaufforderungen

Universitäten sollen Probleme der Fukushima-Stilllegung lösen: Die Folgen der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi sind vielfältig und einige Hintergründe immer noch nicht gänzlich geklärt. Die Stilllegung bedarf somit neuer Strategien und Technologien.

Die Regierung plant daher, in einer Forschungseinrichtung, die 2015 in Naraha (Präf. Fukushima) entstehen soll und vom  Internationalen Forschungsinstitut für Stilllegung von Atomanlagen (IRID) geleitet wird, auch auf die Möglichkeiten einiger ausgewählter Universitäten zurückzugreifen.

Deren Studenten, denen auch eine zeitweise Übernachtung möglich sein wird, sollen gemeinsam mit den Experten an Konzepten und Methoden zur Stilllegung arbeiten. Dabei gibt es vier grundlegende Aufgaben, mit denen sich die Wissenschaftler und Studenten konfrontiert sehen.

So gilt es, den Zustand im Inneren der Reaktoren zu ermitteln. Von besonderem Interesse ist dabei, wo sich das Material aus den teilweise geschmolzenen Brennelementen befindet. Erste positive Aussichten bietet hier bereits die Durchleuchtung der Reaktoren durch kosmische Strahlung.

Die Entwicklung von Robotern, die in Reaktoren sowohl Aufnahmen und Messungen machen, als auch Arbeiten verrichten können, ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Stilllegung der Anlage. Mehrere Unternehmen sind an der Entwicklung immer neuer Roboter beteiligt.

Die Handhabung von geschmolzenen Brennelementen, die nicht mehr geborgen werden können, wird ein weiteres Forschungsgebiet für die Universitäten sein. Zuletzt bleibt auch die Bewältigung des radioaktiven Wassers, das aus den Reaktoren dringt, eine Aufgabe für die Zukunft.

Um Analyse, Entwürfe und Planung zu erleichtern, soll in der Forschungseinrichtung ein Modell der wichtigen Reaktorbereiche entstehen. Für die Universitäten ist die Beteiligung nicht nur eine Herausforderung, sondern auch die Möglichkeit, zunehmen unpopulärer werdenden Studiengebiete mit Bezug zur Nukleartechnologie attraktiver zu machen. Über die Pläne berichtete die Yomiuri Shimbun.

Lagertankanzeige meldet leeren Behälter: Am heutigen Dienstag meldete der Wasserstandsanzeiger im Lagertankbereich E (D12) gegen 9:30 Uhr, dass der Pegel im Inneren des Behälters auf Null gesunken sei. Kurz darauf wurde jedoch wieder eine Tankfüllung angezeigt.

Eine Untersuchung vor Ort ergab keine Füllhöhenschwankungen, Leckfunde oder Änderung der Umgebungsradioaktivität. Das Unternehmen geht daher von einer Fehlfunktion des Wasserstandsanzeigers aus und kündigte an, das Gerät sobald wie möglich zu ersetzen.

Heraufpumpen von Grundwasser zur Verklappung beginnt morgen: Am morgigen Mittwoch wollen Regierung und TEPCO mit dem Heraufpumpen von Grundwasser auf dem Gelände des AKWv Fukushima Daiichi beginnen. Eine Verklappung wird jedoch noch auf sich warten lassen.

AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt 1-1 vom 16. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasserproblem wird angepackt (Foto: TEPCO)

Der Plan sieht vor, sauberes Grundwasser, dass von den Bergen in den Bereich der Anlage gelangt heraufzupumpen, bevor es durch das stark radioaktive Wasser aus den Kellergeschossen der Reaktorgebäude kontaminiert werden kann, um dann das Grundwasser nach einer sorgfältigen Prüfung in das Meer zu verklappen.

Diese Maßnahme gilt, neben der Schaffung einer unterirdischen Grundwasserbarriere durch Bodenfrostung und einem Vollbetrieb des Multinuklid-Filtersystem ALPS, als eine der wichtigsten Schritte, um das Problem der tonnenweise anfallenden radioaktiven Abwässer endgültig zu bewältigen.

Die Fischereikooperativen hatten am Freitag, dem 4. April 2014, nach zweijährigem Widerstand ihr Einverständnis zur Maßnahme gegeben, sofern ihre Forderungen eingehalten werden, darunter die Einbeziehung einer Kontrolle durch externe Fachleute. Mit dieser Einigung ist der Weg zur Verklappung praktisch frei.

Allerdings erklärte TEPCO, nach dem ersten Heraufpumpen, werde man das Grundwasser zunächst einen Monat lang ausführlich analysieren. Sofern keine Grenzwertüberschreitungen oder Auffälligkeiten bestehen, werde die Verklappung im Mai stattfinden. Hierüber berichtete die NHK.

TEPCO will radioaktive Abfälle bekämpfen: Gestern berichteten wir an dieser Stelle, dass der Kraftwerksbetreiber bekannt gegeben hatte, TEPCO benötige mehr Lagerplatz für radioaktive Abfälle als bislang eingeplant.

Symbolbild: Atommüllfass (Foto: pd)
TEPCO will radioaktiv kontaminierte Abfälle bewältigen (Symbolbild: pd)

Heute gab es Informationen über den künftigen Umgang mit den insgesamt 560,000 Kubikmetern an radioaktivem Abfall, die bis 2027 anfallen werden.

Demnach will TEPCO eine Wiederverwendung von schwach radioaktivem Material anstreben.

So sieht das Unternehmen beispielsweise vor, nicht länger genutzte Lagertanks für Wasser zu demontieren, und gering belastete Metallkomponenten, zusammen mit Betontrümmern zur Schaffung von Fahrbahnbelägen auf dem Kraftwerksgelände zu nutzen.

Trotz aller Versuche von Recycling und Weiternutzung, werden etwa 160.000 Kubikmeter an gering radioaktiv belasteten Trümmern anfallen, die eingelagert werden müssen.

Ein großer Teil davon sind Betonrümmer der Reaktorgebäude, sowie Bäume, die zur Schaffung von Platz für Lagertanks abgeholzt wurden und nun ebenfalls als kontaminierter Abfall gehandhabt werden. Hierüber berichtete die Asahi Shimbun.

Neue Richtlinie fordert frühe Evakuierungsaufforderungen: Die japanische Regierung beschloss am heutigen Dienstag neue Richtlinien, die Gemeinden unter Vorlage von genauen Kriterien dazu auffordern, nicht vor einer frühen Evakuierungempfehlung zurückzuschrecken.

Die neuen Vorgaben sind eine Reaktion auf die zahlreichen Todesfälle, die sich im vergangenen Oktober auf der Insel Izu-Oshima ereignet hatten, nachdem es dort zu Erdrutschen gekommen war.

Verantwortlich hierfür wird die bisherige Praxis gemacht, nach Erdrutschen erst bei Anzeichen von Schäden in der Natur eine Evakuierungsempfehlung auszugeben. Dieses zögerliche Vorgehen wird nun bekämpft und die Gemeinden aufgefordert, sofort nach Erdrutschwarnung der Wetterbehörde eine Evakuierungsempfehlung auszusprechen.

Über die Neuregelung, die auch Fehlalarme als vertretbar einstuft, berichtete die jiji.

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