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Fukushima aktuell: Studie soll gesundheitliche Folgen für AKW-Arbeiter ermitteln

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Artikelbild - Training zur Strahlungskontrolle am 6. August 2011 (Foto: TEPCO)
KW Fukushima: Übung der Strahlungsmessung am 6. August 2011 (Foto: TEPCO)

Berichte über Probleme an der Kraftwerksanlage und die Politik des Betreibers TEPCO sollten nicht vergessen lassen, dass am AKW Fukushima heute ebenso wie zu Beginn der Krise Menschen arbeiten, die sich auch mit gesundheitlichen Gefahren konfrontiert sehen. Sie sind heute ebenso Teil der Fukushima News wie neue Überlegungen zu Zwischenlagern.

Diese und weitere Themen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Februar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Detaillierte Studie zur Belastung von Kraftwerksarbeitern geplant
  • Fukushima-Gouverneur schlägt neue Lagerstrategie vor
  • AKW-Betreiber beschränken Zutritt für Medien

Detaillierte Studie zur Belastung von Kraftwerksarbeitern geplant: Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hat angekündigt, eine detaillierte Studie zur Strahlungsbelastung von Kraftwerksarbeitern zusammenzustellen. Ziel der Studie sei es festzustellen, wie sich die Radioaktivität auf die Angestellten auswirke.

Eine bereits bestehende Datenbank erfasst zwar die Ergebnisse medizinischer Untersuchungen von etwa 19.000 Arbeitern die unmittelbar nach Ausbruch der Krise am AKW Fukushima Daiichi beschäftigt waren, allerdings sind andere relevante Informationen, etwa über den Einsatz an anderen Anlagen, oder persönliche Risikofaktoren wie etwa Tabakkonsum, dort nicht abgelegt.

Als ersten Schritt für die umfassende Studie will die Behörde einen Expertenausschuss aus Radiologen und anderen Fachleuten zusammenstellen.

Ganzkörperzähler am AKW Fukushima im November 2011 (Foto: TEPCO)
Ganzkörperzähler am AKW Fukushima (Foto: TEPCO)

Dieser Ausschuss soll zunächst ermittelt, welche Einzelheiten untersucht werden sollen und welche Personen als Teil der Studie dienen sollen. Insgesamt waren offiziell bislang etwa 30.000 Arbeiter am AKW Fukushim Daiichi tätig.

Ein erster Bericht des Expertenausschusses sei gegen Mai zu erwarten. Abhängig von diesem Bericht könnte die Studie im Verlauf des Fiskaljahrs 2015 anlaufen. Über die Pläne zur Hintergrundforschung der gesundheitlichen Folgen berichtete die NHK.

Fukushima-Gouverneur schlägt neue Lagerstrategie vor: Am heutigen Mittwoch äußerte sich Yuhei Sato, Gouverneur der Präfektur Fukushima, zu den Plänen der Regierung über den Bau von insgesamt drei Lagern für stark radioaktive Abfälle.

Im Gegensatz zu den offiziellen Plänen, die den Bau in Futaba, Naraha und Okuma vorsieht, schlägt Gouverneur Sato nach Gesprächen mit Verantwortlichen der drei Gemeinden vor, die Zahl auf zwei Standorte begrenzen. Zuvor hatte er mit den Ortsverwaltungen seine Absicht, Naraha von der Liste der Standorte streichen zu lassen. diskutiert.

Der Bürgermeister von Naraha hatte bereits seit dem Bekanntwerden der Pläne seine Ablehnung deutlich gemacht.

Die Verantwortlichen von Futaba und Okuma äußerten sich nicht dazu, ob sie die Regierungspläne akzeptieren, sondern erklärten vielmehr,  alle Gemeinden um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi sollten in die Diskussion einbezogen werden, unabhängig davon, ob sie als Standort in Erwägung gezogen wurden.

Shiro Izawa, Bürgermeister von Futaba sagte, er werde die Angelegenheit mit der Verwaltung und den Bürgern besprechen, bevor er eine Entscheidung treffe.

Der Gouverneur begründete seinen Vorschlag mit den zu erwartenden Fortschritten. Da in Naraha die Planungen zur Rückkehr der Bürger aufgrund niedriger Strahlung laufen, während 96 Prozent der beiden anderen Gemeinden langfristig nicht bewohnbar sein werden, würde die Beschränkung auf zwei Standorte den Wiederaufbau der Ortschaften um das Kraftwerk fördern.

Aus diesem Grund werde er die Regierung in Tokyo um eine Änderung der Pläne bitten.

Der ursprüngliche Plan der Regierung sah die Lagerung von radioaktiv kontaminiertem Erdreich in Mengen zwischen 22 und 28 Millionen Kubikmetern für einen Zeitraum von 30 Jahren vor. Über die Anregungen des Gouverneut berichteten Mainichi Shimbun und NHK.

AKW-Betreiber beschränken Zutritt für Medien: Die Betreiber von Kernkraftwerken in Japan schränken Medienvertretern den Zugang zu einigen wichtigen Anlagen ein. Dies ist Teil der Antiterror-Maßnahmen, wie sie im Rahmen der neuen Sicherheitsregulungen, als auch eine Reaktion auf das umstrittene Geheimhaltungsgesetz.

Gebäude der Rundfunkgesellschaft NHK in Tokyo (Foto: Joe Jones, cc-by)
Gebäude der Rundfunkgesellschaft NHK in Tokyo (Foto: Joe Jones, cc-by)

Nach Auskunft der Atomaufsicht NRA werde man keine Informationen über die Anpassungen von Einrichtungen auf Kraftwerksgelände veröffentlichen, wenn diese eine Kontrolle der Sicherheitsmaßnahmen der Betreiberfirmen umfassen. Die Kenntnis solcher Änderungen könne für Terroristen von Interesse sein.

Allerdings gehen die Einschränkungen der Informationsfreigabe durch die Betreiber in vielen Fällen über das benötigte Maß hinaus.

So sieht sich etwa TEPCO im Recht, als das Unternehmen Ende 2013 beschloss, den zuvor erlaubten Zutritt zum AKW Kashiwazaki-Kariwa einzuschränken. Die Arbeiten, bei denen die nun vorgeschriebenen Filteranlagen am Sicherheitsbehälter eingebaut werden, können nicht mehr besichtigt werden.

Die NRA widerspricht diesem Grad der Einschränkung durch TEPCO jedoch. Die Vorgaben der Behörde seien ausgearbeitet und hätten nicht den Sinn, die Berichterstattung zu behindern.

An den Anlagen anderer Betreiber, etwa am AKW Hamaoka, oder dem AKW Shimane, wurden die Pressevertreter  darauf hingewiesen, bestimmte Standorte nicht zu nennen und kein enthüllendes Fotomaterial einiger Objekte zu erstellen. Aufnahmen wurden darauf kontrolliert, das dort keine Überwachungskameras zu sehen sind.

Neben den neuen Bestimmungen der NRA sind die AKW-Betreiber auch über die Regelungen des Geheimhaltungsgesetzes besorgt und fürchten, im Fall von Problemen für den mangelnden Schutz sensibler Daten zur Verantwortung gezogen zu werden.

Ähnliche Probleme wie bei der neuen Entlüftung sieht man daher auch bei den neuen Notfallzentralen, deren Bau noch aussteht, in denen jedoch künftig Reaktoren im Katastrophenfall auch aus der Entfernung kontrolliert werden können. Über die Kompetenzen für Medienvertreter wurde noch nicht entschieden.

Diese Geheimhaltungspolitik wird jedoch auch in Japan kritisiert. Die Einrichtungen würden nicht alleine dadurch sicherer, dass Informationen vertraulich behandelt würden. Dies führe nur zu Besorgnis, da insbesondere Anwohner nicht wüssten, was vor sich gehe. Im Westen würden hingegen gezeigt, wie gut man gegen Terrorangriffe geschützt sei. Dies berichtet die Asahi Shimbun.

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