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Fukushima aktuell: Südkorea legt Berufung gegen Import-Entscheidung der WTO ein

Angst vor radioaktiv belasteten Produkten verschärft Handelsstreit

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Artikelbild - Koreanisches Essen (Foto: pd)
Koreanisches Essen wird auch weiterhin ohne einige japanische Zutaten auskommen (Symbolfoto: pd)

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News betreffen neben der Präfektur Fukushima heute auch ein asiatisches Nachbarland – und zeigen die anhaltenden Spannungen um die Sicherheit japanischer Lebensmittel.

Details zu diesen Entwicklungen, sowie weitere Meldungen, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. April 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Südkorea ficht WTO-Entscheidung über Japan-Importe an
  • Belastung der Meeresprodukte das dritte Jahr in Folge unter Grenzwert
  • Aktivisten wollen Erinnerung an Tohoku-Katastrophe wach halten
  • Weitere Aussagen im Tsunami-Prozess gegen TEPCO
Südkorea ficht WTO-Entscheidung über Japan-Importe an

Die Regierung von Südkorea hat Berufung gegen eine Entscheidung der Welthandelsorganisation WTO eingelegt, die eine Freigabe koreanischer Märkte für japanische Produkte eingefordert hatte.

In der ursprünglichen WTO-Entscheidung vom 22. Februar hatte die Organisation die Blockade der Waren als nicht im Einklang mit den bestehenden Regelungen bezeichnet und eine Änderung der koreanischen Bestimmungen angeregt.

Während die koreanische Regierung sich weiter auf Sicherheitsbedenken für die eigene Bevölkerung bezieht, äußerte sich Ken Saito, Japans Minister für Fischerei, zum Einspruch des asiatischen Nachbarn und bedauerte die Entscheidung.

Der Beschluss sei „zutiefst bedauerlich“ und die Regierung in Tokyo werde die Aufhebung des Import-Verbots weiter forcieren. Neben Produkten aus Fukushima boykottiert Südkorea auch Waren aus weiteren Präfekturen. Über den Beschluss aus Seoul und die erste Reaktion aus Japan berichteten Kyodo und jiji.

Belastung der Meeresprodukte das dritte Jahr in Folge unter Grenzwert

Wie die Präfekturverwaltung Fukushima am gestrigen Montag mitteilte, lag die radioaktive Belastung von Meeresprodukten im Jahr 2017 unterhalb des zulässigen Lebensmittelgrenzwerts. Es ist das dritte Jahr in Folge, dass der Standard eingehalten wird.

Zuvor war bereits der Grenzwert bei Reis das fünfte Jahr in Folge eingehalten worden und die Neustrukturierung der Kontrollen  anhand eines Stichproben-Konzepts angeregt worden, um die erstarkende Landwirtschaft zu entlasten.

Im aktuellen Fall waren bei Kontrollen im Fiskaljahr 2017 insgesamt 19.545 Produkte aus Forsten, Landwirtschaft und Fischerei auf eine mögliche radioaktive Kontamination getestet worden.

Bei den Meeresprodukten lagen alle unter dem Grenzwert, was von der Präfekturverwaltung auf die Reduzierung der Cäsiumkonzentration im Meer und das Heranwachsen neuer Generationen zurückgeführt wurde.

Über diesen positiven Umstand berichteten Präfekturmedien.

Aktivisten wollen Erinnerung an Tohoku-Katastrophe wach halten

Am Sonntag verteilten Unterstützer des „Vergissmeinnicht-Projekts“ in der „Shopping Mall Festa“, einem Einkaufszentrum der Stadt Koriyama (Präf. Fukushima), die namensgebende Blume an einkaufsfreudige Besucher.

Etwa 30 Personen, darunter Studenten von Landwirtschaftsschulen und der lokal bekannte Komiker Nasubi aus der Stadt Fukushima nahmen an der Aktion teil.

Passanten erhielten die Pflanzen mit der Aufforderung, die Erdbeben-Katastrophe nicht zu vergessen. Auch an die Inhaber von Geschäften wurden sie gegeben, verbunden mit der Bitte um Spenden. Die Vergissmeinnicht stammen aus den Gärten von weiterführenden Schulen in der Präfektur.

Das Projekt entstand im Jahr 2014 und soll die Erinnerung an die Naturkatastrophen wach halten. Über die Aktion in Koriyama berichteten Präfekturmedien.

Weitere Aussagen im Tsunami-Prozess gegen TEPCO

Im Prozess gegen frühere Manager des Elektrizitätskonzerns TEPCO, wurde die Befragung von Zeugen vor einem Gericht in Tokyo fortgesetzt. Den Angeklagten wird vorgeworfen, durch Nachlässigkeit zu Tod und Verletzungen der Opfer beigetragen zu haben.

Auch bei der aktuellen Befragung wurde bestätigt, dass am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi keine Verstärkung der Tsunami-Schutzmaßnahmen erfolgte, obwohl Berechnungen ein höheres Risiko nahe gelegt hatten.

Ausgehend von der Schätzung eines Tsunami von bis zu 15,7 Metern Höhe, wies der damalige Vize-Präsident von TEPCO zunächst an, die Möglichkeit von zusätzlichen Schutzmaßnahmen, wie etwa Wellenbrechern, zu prüfen.

Doch im Juli 2008 wurden diese Pläne auf Eis gelegt und die Vertrauenswürdigkeit der genutzten Berechnungsmethode in Zweifel gezogen. Somit wurde die Möglichkeit, die Katastrophe drei Jahre vor ihrem Beginn zu verhindern, nicht genutzt.

In diesem Fall ergaben die aktuellen Befragungen nichts Wesentlich neues. Vielmehr wurden bisherige Ansichten durch die Aussage eines damaligen Angestellten gestärkt.

Die nächste Verhandlung soll am 11. November stattfinden und sowohl Staatsanwaltschaft, als auch Verteidigung werden den gleichen Zeugen erneut hören. Das berichten Präfekturmedien.